Um Engpässe bei der Versorgung schwer erkrankter Coronapatienten zu vermeiden, brauchen Deutschlands Krankenhäuser dringend mehr Beatmungsgeräte. Der Lübecker Hersteller Dräger sowie das Familienunternehmen Löwenstein Medical aus Bad Ems sollen nun in kürzester Zeit insgesamt 16.500 Stück dieser hochkomplexen medizintechnischen Maschinen bauen. 

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Binnen weniger Wochen sollen eigens dafür komplett neue Produktionskapazitäten aufgebaut werden. „Alle Mitarbeiter tun ihr Möglichstes, um die Geräte in dieser kurzen Zeit zu fertigen und den Menschen mit Corona und anderen Atemwegserkrankungen zu helfen“, heißt es hierzu aus der Löwenstein-Geschäftsführung.

Im Kampf gegen das Virus könnte schon bald ein neuer Desinfektionsroboter zum Einsatz kommen, den Siemens in China innerhalb von nur einer Woche entwickelt hat.

Ausgestattet ist der Robo-Saubermann mit einer Lithiumbatterie sowie Doppel-Zerstäubungspistolen, mit denen er in einer Stunde eine Fläche von bis zu 36.000 Quadratmetern selbstständig desinfizieren kann. Erste Einsatzorte könnten laut Siemens Krankenhäuser sein.

Wer hätte das je gedacht: Atemschutzmasken sind in Deutschland derzeit Mangelware. Um den sprunghaft gestiegenen Bedarf insbesondere in Hospitälern und Arztpraxen decken zu können, rüsten viele Industriebetriebe derzeit sogar ihre Produktion um.

Der schwäbische Wäschehersteller Mey beispielsweise hat eine bei 90 Grad waschbare wiederverwertbare Atemmaske entworfen. „Noch ist alles ein bisschen chaotisch, wir haben noch schnell Maschinen aus Portugal nach Deutschland gebracht und müssen wohl auch Mitarbeiter aus der Kurzarbeit zurückholen“, sagt Firmenchef Matthias Mey.

Lesen Sie hier auf aktiv-online.de, wie clever sich Bekleidungshersteller vernetzen, um in der Corona-Krise zu helfen.

Verbände-Aufruf: Verpackungen sind systemrelevant!

Die Verpackungsindustrie hat in einem gemeinsamen Schreiben ans politische Berlin betont, dass auch Verpackungen für Lebensmittel, pharmazeutische Produkte und Hygieneartikel für die Bekämpfung der Krise wichtig sind: Sie sollten also „als integrale Bestandteile und systemrelevante Produkte im Zusammenhang von Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie“ klassifiziert werden. 14 Verbände – von den Herstellern etwa von Faltschachteln, Papiersäcken oder Kunststoffverpackungen bis hin zur Papiererzeugung – haben den Aufruf unter Federführung des Hauptverbands Papier- und Kunststoffverarbeitung unterzeichnet.

Darin heißt es: „Lieferketten  von Transport- und Verkaufsverpackungen und deren Rohmaterialien und Vorprodukte für Lebensmittel und pharmazeutische Produkte sind zu schützen und von Beschränkungen beim grenzüberschreitenden Warenverkehr auszunehmen.“ An nationalen Grenzen sollten Prozesse zur vorrangigen Abwicklung solcher Produkte etabliert werden. Für den Fall von Ausgangssperren müssten Ausnahmegenehmigungen für die Beschäftigten von Herstellern und Zulieferern vorgesehen werden.