Ob Arbeitszeiten, Urlaub oder Entgelt, der Flächentarifvertrag legt die Kern-punkte für die Arbeitsbeziehungen zwischen Betrieb und Beschäftigten fest. Arbeitgeber und Arbeitnehmer profitieren gleichermaßen davon.

3.400 M+E-Unternehmen sind an den Flächentarifvertrag gebunden

Doch über den Flächentarifvertrag wird immer häufiger debattiert: zu hohe Abschlüsse, zu komplexe Regelungen, zu wenig mittelstandstauglich. Eine Folge daraus: Die Tarifbindung ist auch in der Metall- und Elektro-Industrie (M+E) zuletzt zurückgegangen. Waren 2008 deutschlandweit noch knapp 3.900 Betriebe der Branche an den Flächentarifvertrag gebunden, waren es 2018 nur noch 3.400.

Umso wichtiger ist es, den Flächentarifvertrag wieder attraktiver zu machen – etwa mit modernen, sogenannten modularen Tarifverträgen. So könnte ein kleines Unternehmen zwischen verschiedenen Tarifoptionen wählen, ohne gleich die Tarifbindung aufzugeben.

Damit würde auf die unterschiedlichen Verhältnisse zwischen kleinen, mittleren Betrieben und Großindustrie Rücksicht genommen. Denn gerade kleinere Betriebe haben sich zuletzt überfordert gefühlt. Manch einer hatte auch den Eindruck, Tarifvertragsparteien begegneten einander in einer Konfliktpartnerschaft und weniger in einer Sozialpartnerschaft. Wir sollten diesen Eindruck ändern.