Tommy Freiberger ist ein echter Fan von edlen Verpackungen: „Die machen wirklich was her! Ich freue mich immer mal wieder darüber, wie wir mit unserer Arbeit dazu beitragen, dass Schmuckstücke und andere Dinge toll präsentiert werden. Letztlich können wir anderen Menschen eine Freude machen.“
Als Abteilungsleiter Zuschnitt ist er bei Leser Packaging in Lahr im Schwarzwald mitverantwortlich für das Material, das hier zu wunderschönen Schachteln und Boxen verarbeitet wird. Da geht es um Schaumstoff, Watte und Papier oder auch um Vliesmaterial, bis zu hin zu Samt und Seide.
Beim aktiv-Besuch holt Freiberger gerade eine Rolle roten Velours aus dem Lager. Dieser Stoff wird hier gebraucht, um luxuriöse Schmucketuis für Juweliere herzustellen. Oder auch Deko-Artikel wie etwa Büsten, auf denen die Ketten und Colliers im Schaufenster oder auf der Verkaufstheke in Szene gesetzt werden.
Mehr Effizienz und mehr Tempo durch die Digitalisierung
Auch solche Büsten sind ein Bestandteil von Lesers bunter Verpackungswelt. Und die ist nicht nur bunt, sie hat auch Tradition: Bereits bei der Gründung des Familienunternehmens durch Fritz Leser im Jahr 1937 drehte sich alles um Verpackungen für Uhren, Schmuck und Geschenkartikel. Heute hat der Mittelständler rund 100 Beschäftigte. Längst gibt es hier edle Schachteln auch für viele andere Produkte, darunter Kosmetik und Parfüms, Pralinen, Schreibgeräte oder Werbeartikel. Auch Firmen aus der Modebranche setzen für den Versand ihrer hochwertigen Waren auf Präsentkartons aus Lahr. Die werden denn auch oft individuell nach den Wünschen der Kunden produziert.
„Wer seine Produkte ansprechend in Szene setzen will, findet bei uns mit Sicherheit das Passende. Das bestätigen uns Kunden aus der ganzen Welt“, betont Ralf Leser. Er leitet das Unternehmen in der vierten Generation gemeinsam mit seinem Bruder Jochen Leser. Unterstützt werden sie dabei seit gut zwei Jahren von Jochens Sohn Jannik, der das Familienunternehmen weiter in die Zukunft führen soll.
Jannik Lesers Kernthema ist denn auch die Digitalisierung. „Sie hilft uns über moderne Software-Lösungen, schneller und effizienter zu arbeiten“, sagt er. „Außerdem können wir uns so im Netz als Problemlöser etablieren, damit neue Kunden zum Beispiel durch eine Empfehlung von einer KI leichter auf uns und auf die Homepage leser.de aufmerksam werden.“
Einmal in Kontakt, können Interessenten dann schnell erfahren, wie groß die Produkt-Vielfalt bei Leser ist. Verarbeitet werden Kunststoffe, Papier, Karton und auch Holz, je nach Serie FSC-zertifiziert (die Leser-Serie „Green Pack“ weist speziell auf nachhaltige Produkte hin).
Das Spektrum reicht von „einfach und günstig“ bis zur Schuber-Box in Lederoptik. Oder bis zu noblen Etuis mit Druckknopfverschluss, mit acrylbeschichteter Oberfläche und mit Deckelkissen und Co. aus Seide – selbstverständlich mit dem eingeprägten Logo des Kunden. Auf Wunsch werden die Produkte der Kunden auch hier konfektioniert.
So unterschiedlich das Design ausfallen kann, alle Verpackungen bieten Schutz und Funktionalität. So findet man Kunden in der ganzen Welt. „Jedes Unternehmen hat individuelle Anforderungen an die Verpackung. Egal ob Start-up, kleiner Online-Shop, einzelner Juwelier oder Großbetrieb – wir finden für jeden die passende Lösung“, verspricht Ralf Leser. Bereits seit Jahren erfolgreich im Sortiment ist zum Beispiel ein hier entwickelter und patentgeschützter Schweberahmen namens FRAME: „Der Clou dabei sind transparente Silikon-Folien, die zwischen zwei Rahmenteilen gespannt werden“, erklärt Jannik Leser. „Diese Folien können zum Beispiel ein Schmuckstück oder einen Pokal sanft umschließen und damit optisch ‚schwebend‘ präsentieren.“
Hochsaison in der Vorweihnachtszeit
Während die Kunststoffverpackungen weitgehend vollautomatisch auf zehn Spritzgussmaschinen produziert werden, ist bei allen anderen Verpackungen Handarbeit gefragt. Damit die bezahlbar bleibt, lässt Leser Standardware schon lange von mehreren Partnern in China fertigen. In Lahr werden die Schachteln, Boxen und Etuis dann mit viel Fingerspitzengefühl veredelt, übrigens fast ausschließlich von Frauen.
Diese Kräfte haben nach den Sommerferien wegen des nahenden Weihnachtsfests und den damit verbundenen Geschenken alle Hände voll zu tun. „Dann machen wir halt auf freiwilliger Basis Überstunden“, sagt Produktionsmitarbeiterin Bozica Würz, „das ist aber völlig in Ordnung. Wir können das flexibel gestalten und die Überstunden später abbauen.“ Sie ist nun schon seit bald 40 Jahren bei Leser – und das nach wie vor gerne: „Nette Kollegen, nette Chefs, immer wieder Abwechslung – da geht die Zeit schnell rum“, sagt Würz. „Wenn es mir nicht so gut gefallen würde, wäre ich doch schon lange nicht mehr hier.“

Maja Becker-Mohr ist für aktiv in den Unternehmen der hessischen Metall-, Elektro- und IT-Industrie sowie der papier- und kunststoffverarbeitenden Industrie unterwegs. Die Diplom-Meteorologin entdeckte ihr Herz für Wirtschaftsthemen als Redakteurin bei den VDI-Nachrichten in Düsseldorf, was sich bei ihr als Kommunikationschefin beim Arbeitgeberverband Hessenchemie noch vertiefte. In der Freizeit streift sie am liebsten durch Wald, Feld und Flur.
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