Der Roboter hat ein feines „Näschen“ für Feuer. Egal, in welcher Ecke des Klassenzimmers es brennt – das kleine Fahrzeug düst direkt zum Ort des Geschehens! Dort angekommen, besprüht es den Verursacher – in diesem Fall eine Kerzenflamme – mit Wasser oder stülpt eine Glocke darüber. „Firefighter“ haben die Schülerinnen und Schüler der Werner-von-Siemens-Schule in Hildesheim ihren Roboter genannt, der im Elektrotechnik- und Informatik-Unterricht von Tobias Kirchner entstanden ist. Die Jugendlichen haben den Roboter nicht nur selbst erfunden. In einem Kooperationsprojekt mit einer Schule in der Türkei entwickeln sie ihn gerade auch weiter. Ihr Traum: einen Löschroboter zu programmieren, der irgendwann echte Brände löscht.
Es gibt viel zu wenig Lehrkräfte – speziell an den Berufsschulen
Das Beispiel zeigt: Im Berufsschulunterricht kann der Funke überspringen – wenn der Lehrer für sein Fach brennt. Für sein Engagement und die kreativen Projekte, mit denen er Schüler für seine Fächer begeistert, wurde Kirchner gerade von der Stiftung NiedersachsenMetall gemeinsam mit dem Arbeitgeberverband NiedersachsenMetall und der VME-Stiftung Osnabrück-Emsland sowie in Kooperation mit dem Arbeitgeberverband Nordmetall e. V mit dem „Weichensteller“ geehrt.
Der mit insgesamt 7.500 Euro dotierte Preis der Metall- und Elektro-Industrie wird alle zwei Jahre verliehen. Er geht an Lehrkräfte aus berufsbildenden Schulen, die sich besonders in den MINT-Fächern engagieren. Neben Kirchner wurden auch zwei Lehrkräfte-Teams aus Neustadt am Rübenberge und Winsen an der Luhe als „Weichensteller“ ausgezeichnet.
„Berufsschullehrkräfte sind die stillen Helden der Fachkräftesicherung.“
Dr. Volker Schmidt, NiedersachsenMetall
„Ohne engagierte Berufsschullehrkräfte würde das Erfolgsmodell ‚duale Ausbildung‘ in Deutschland nicht funktionieren“, erklärte Dr. Volker Schmidt, Hauptgeschäftsführer des Arbeitgeberverbands NiedersachsenMetall, bei der Preisverleihung in Salzgitter. „Berufsschullehrkräfte in den technischen Berufen sind die stillen Helden der Fachkräftesicherung. Sie sind unverzichtbar für die Zukunft unseres Wirtschaftsstandorts.“ Olaf Brandes, Geschäftsführer der Stiftung NiedersachsenMetall, forderte deshalb eine intensivere Werbung für diesen Beruf: „Es gibt zu wenig Berufsschullehrkräfte in Niedersachsen– besonders in den gewerblich-technischen Ausbildungsberufen. Es ist höchste Zeit für eine landesweite Recruiting-Offensive.“
Niedersachsens Kultusministerin will die Berufsschulen stärken
Davon angesprochen fühlen durfte sich Julia Willie Hamburg, die niedersächsische Kultusministerin und Schirmherrin des „Weichenstellers“. Sie versprach, die berufsbildenden Schulen weiter zu stärken: durch erweiterte Handlungsspielräume, erleichterten Quereinstieg, eine verbesserte berufliche Orientierung und zusätzliches Personal. „Die berufsbildenden Schulen in Niedersachsen eröffnen jungen Menschen vielfältige Perspektiven“, sagte Hamburg.
Gastgeber der diesjährigen Verleihung war die Robert Bosch Electronik GmbH in Salzgitter. Deren Geschäftsführer und Arbeitsdirektor Dr. Joachim Bamberg stellte heraus, wie wichtig Berufsschulen für Unternehmen sind: „Ohne qualifizierten Berufsschulunterricht kann ein Betrieb seinen Ausbildungsauftrag nicht erfüllen.“ Lehrkräfte seien weit mehr als Wissensvermittler: „Sie sind Coach, Integrationskraft und Unterstützer zugleich. Ihr Beitrag ist unverzichtbar für das Gelingen der beruflichen Bildung.“
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