Moment mal!

Warum die Bestatter-Branche boomt

Nachwuchssorgen? Kennt die Bestatter-Branche nicht. Noch nie starteten so viele junge Menschen in diesen Beruf – vor allem Frauen. Warum der Job heute als sinnstiftend, sicher und überraschend attraktiv gilt.

Letztens an der Ampel: Handwerkerkombi mit Azubi-Appell auf der Hecktür: Melde dich, wir brauchen dich! Klar – Nachwuchssorgen. Warum soll es denen anders gehen als Teilen der Industrie. Wobei: Eine Handwerksbranche kann gerade so gar nicht wehklagen: die Bestatter.

Ausgerechnet dieser früher gern bespöttelte Beruf boomt. 890 junge Menschen haben 2024 eine Ausbildung zur Bestattungsfachkraft begonnen – nie waren es mehr. Und: Fast 60 Prozent davon sind Frauen.

Hä? Sind junge Frauen etwa morbider als Männer? Lauter Wednesday Adams sozusagen? Kaum. Eher werden sie erkannt haben: Der Job ist zukunftssicher, auch mit Blick auf die alternde Gesellschaft. Gestorben wird halt immer. Und bald noch mehr …

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Doch da ist noch was. Der Bestatter-Beruf bietet offenbar etwas, was viele junge Menschen suchen: Sinnhaftigkeit. „Da tue ich etwas, das wirklich zählt“, werden sich Bewerber gedacht haben. Purpose, wie man heute sagt. Darin steckt ein kleiner Hinweis für uns alle: Sinn, Bestätigung – das ist es doch, was wir alle im Job suchen.

Egal ob im Bestattungshaus oder im Metall-Betrieb: Ob du jetzt Maschinen baust oder Menschen beerdigst – am Ende geht’s darum, etwas zu schaffen, was einen erfüllt.

Uli Halasz war Fan der Bestatter-Serie „Six Feet Under“. Und hat bereits hinterlegt, dereinst im Schalke-Trikot beerdigt werden zu wollen. Darf aber gern noch dauern … 

Ulrich Halasz

aktiv-Chefreporter

Nach seiner Ausbildung zum Bankkaufmann studierte Uli Halasz an drei Universitäten Geschichte. Ziel: Reporter. Nach Stationen bei diversen Tageszeitungen, Hörfunk und TV ist er jetzt seit zweieinhalb Dekaden für aktiv im Einsatz – und hat dafür mittlerweile rund 30 Länder besucht. Von den USA über Dubai bis China. Mindestens genauso unermüdlich reist er seinem Lieblingsverein Schalke 04 hinterher. 

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