Hameln. Vorwerk? Klar, den Namen kennt man von Kobold-Staubsaugern und dem Küchengerät Thermomix. Dass das Unternehmen in Hameln südwestlich von Hannover aber auch ein großer Hersteller von textilen Bodenbelägen ist, wissen wenige.

Dabei ist dieser Bereich alles andere als klein: „In unserem Werk in Hameln arbeiten rund 300 Beschäftigte. Wir produzieren auf einer Fläche von rund 55.000 Quadratmetern“, sagt Key Account Managerin Mirja Toros.

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Ruhe im Hotel dank dämmender Eigenschaften

Das Gros der Ware geht in den Fachhandel; ein zunehmender Anteil wird direkt an Hotels und Hotelgruppen, Versicherungen, Verwaltungen und Industriebetriebe verkauft. Um dieses Objektgeschäft international auszubauen, sind Mirja Toros und sieben weitere Key Account Manager eingestellt worden.

„Das ist ein absoluter Wachstumsmarkt“, sagt die Verkaufsexpertin, die selbst aus der Hotellerie-Branche kommt. Heute übernachtet sie für Kundenbesuche an mindestens 100 Tagen pro Jahr im Hotel.

Toros erlebt dabei selbst, worauf es bei dem Bodenbelag in einem Hotel ankommt: Ruhe! Experten sprechen von perfekter Trittschalldämmung. Hinzu kommen leichte Reinigung, Sicherheit, Nachhaltigkeit, Haltbarkeit und Verträglichkeit für Allergiker.

Aus diesen Gründen erlebe der Teppichboden im Hotelgewerbe gerade eine Renaissance. Was etwa kaum jemand weiß: Der Abrieb von Steinböden kann Feinstaub erzeugen, der für empfindliche Menschen ein Problem ist. Vorwerk-Teppiche, die ausschließlich aus der Kunstfaser Polyamid bestehen, haben da deutlich bessere Eigenschaften. „Zum Beipiel 40 Prozent mehr Feinstaubbindung als bei Hartböden“, erklärt Andreas Kunze, Qualitätsmanager im Hamelner Werk.

Langer Trocknungsprozess verhindert störende Gerüche

Die Traditionsfirma mit Hauptsitz in Wuppertal ist bis heute in Familienbesitz. „Made in Germany“ gilt hier als Qualitätssiegel. So produziert Vorwerk seine Teppiche nur am Standort in Hameln und kauft Vorprodukte in Europa und möglichst in Deutschland zu.

Am Ende liegen nach einem aufwendigen Trocknungsprozess im Lager ständig mehr als eine Million Quadratmeter Teppichböden und -fliesen, bedruckt, beschichtet, verleimt – ohne störende Gerüche abzugeben.

In den Produkten steckt das Know-how qualifizierter Mitarbeiter. Sie leisten feinste Hand- und Augenarbeit: um winzige Fehler zu beheben, Tuftmaschinen mit bis zu 2.000 Garnrollen zu bestücken oder Produkte optisch zu kontrollieren. Alle Kontrolleure gehen einmal pro Jahr zu einen speziellen Farbsehtest. Kunze: „Damit ihnen ja nicht die geringste Farbabweichung entgeht.“