Sommer und Winter zugleich beim aktiv-Besuch am Standort Buch des Verpackungsspezialisten Rattpack! Während draußen die Sonne brennt und das Thermometer gut 30 Grad zeigt, sind die 85 Beschäftigten im Werk in der schwäbischen Kleinstadt schon fleißig im Weihnachtstrubel.
Neben anderen Aufträgen werden gerade mit Hochdruck Displays oder Verpackungen mit Tannenbäumen, Engeln, goldenen Glöckchen und so fort bedruckt, gestanzt, geklebt und gefaltet. Auch große Pakete mit Pappaufstellern in Weihnachtsbaumform für die Werbung im Einzelhandel werden schon gepackt.
Breites Spektrum an Verpackungslösungen
So ein Paket enthält dann das komplette Material für den Aufbau von Werbeaufstellern, die in Schaufenstern und Geschäften zum Kauf hochwertiger Produkte wie Parfüms oder Pralinen ermuntern sollen.
„In unserer Branche ist man seiner Zeit halt immer ein bisschen voraus“, sagt Geschäftsführer Oliver Finkbeiner. „Für jeden, der hier arbeitet, ist es völlig normal, etwas vorauszudenken und vorauszuarbeiten.“ Nach seinen Worten setzen vor allem Markenhersteller auf hochwertige Verpackungen und Werbematerialien von Rattpack, und für diese Kunden wird das ganze Jahr über an solchen Kampagnen gearbeitet.
„Für jeden, der hier arbeitet, ist es völlig normal, etwas vorauszudenken.“
Oliver Finkbeiner, Geschäftsführer
Alles aus einer Hand – vom Display bis zum Quetschie
Geschäftsführende Gesellschafter des Unternehmens sind Stephan und Matthias Ratt, die Enkel des Gründers. Ergänzt wird die Unternehmensführung durch Oliver Finkbeiner, der als Geschäftsführer die Sparte Packaging verantwortet, und Stefan Germann (Sparte Flexibles).
Rattpack versteht sich als Technologiedienstleister für nachhaltige Verpackungen – mit einer breiten Palette an Materialien und Produktlösungen. Und man ist stolz darauf, den Kunden sehr viel aus einer Hand bieten zu können: von Faltschachteln und Displays aus Wellpappe oder Karton bis zu Aufklebern, Beipackzetteln und flexiblen Verpackungen wie Quetschies etwa für Obstbrei. Möglich ist das dank den Werken an acht Standorten: sechs in Österreich sowie zwei deutsche Betriebe in Apolda, Thüringen, und in Buch im bayerischen Landkreis Neu-Ulm.
1953 gründete Hugo Ratt im österreichischen Dornbirn eine Firma, um Schuhschachteln herzustellen. 1965 übernahm sein Sohn Wolfgang die Firma. Dessen Söhne Stephan und Matthias stiegen 2003 ein und bauten den damals 90 Mitarbeiter zählenden Betrieb auch durch Zukäufe kräftig aus. Mit heute rund 600 Beschäftigten wurde 2024 ein Umsatz von 150 Millionen Euro erzielt.
Das Werk Buch, vormals dvb Druck und Verpackungen, gehört seit 2017 zur Gruppe. Hier ist man spezialisiert auf Displays und Verpackungen aus Karton und kaschierter Wellpappe. Viele Kunden kommen aus der Lebensmittel-Industrie und lassen unter anderem Faltschachteln, Trays oder Banderolen zum Beispiel für Joghurtbecher fertigen. Für noch mehr Hygiene und Sicherheit in der Produktion wird aktuell kräftig am Standort investiert, ebenso in die Digitalisierung und in die Weiterbildung der Belegschaft. Schon bis 2026 soll der Betrieb dadurch nach internationalen Standards noch höher zertifiziert werden können als bisher. „Solche Maßnahmen sichern den Standort und wir können entspannter in die Zukunft schauen“, sagt Finkbeiner.
Großes Engagement und hohe Flexibilität
Produktionsleiter Roland Held ist ebenfalls überzeugt vom positiven Effekt der aktuellen Investitionen: „Diese werden dafür sorgen, dass die Menschen im Werk eine Perspektive für die Zukunft haben.“
Held selbst hat hier Verpackungsmittelmechaniker gelernt (heute Packmitteltechnologe) und den Industriemeister Papier- und Kunststoffverarbeitung gemacht. „Ich habe hier in 28 Jahren Höhen und Tiefen erlebt“, sagt er. „Aber letztlich waren es immer unser Engagement und die hohe Flexibilität, die uns vorangebracht haben. Genau das macht den Mittelstand ja letztlich aus.“
Das Unternehmen Rattpack
- Rattpack ist ein 1953 gegründetes Familienunternehmen, das anfangs Schuhschachteln fertigte. Heute wird es in der dritten Generation geführt.
- An acht Produktionsstandorten in Österreich und Deutschland arbeiten rund 600 Beschäftigte.
- Entwickelt und produziert werden innovative Verpackungslösungen für Kunden weltweit.

Maja Becker-Mohr ist für aktiv in den Unternehmen der hessischen Metall-, Elektro- und IT-Industrie sowie der papier- und kunststoffverarbeitenden Industrie unterwegs. Die Diplom-Meteorologin entdeckte ihr Herz für Wirtschaftsthemen als Redakteurin bei den VDI-Nachrichten in Düsseldorf, was sich bei ihr als Kommunikationschefin beim Arbeitgeberverband Hessenchemie noch vertiefte. In der Freizeit streift sie am liebsten durch Wald, Feld und Flur.
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