Das Wichtigste auf einen Blick:
- Das Netzwerktreffen TransferXChange bringt Forscher von fünf hessischen Hochschulen mit Praktikern aus Industriebetrieben zusammen.
- Durch den Dialog von Wissenschaft und Wirtschaft sind schon zahlreiche Kooperationen entstanden.
- Der Arbeitgeberverband Hessenmetall hat das Format 2022 ins Leben gerufen.
Sie sind hier und haben damit schon alles richtig gemacht!“ Mit diesen Worten startete Ansgar Thilmann, Gründer und Geschäftsführer von HCP Sense in Darmstadt seinen Auftritt beim Netzwerktreffen TransferXChange von Hessenmetall, das vor Kurzem im Science Park der Universität Kassel stattfand.
Gemeinsam mit Christian Söllner, Geschäftsführer von Trox X-Fans in Bad Hersfeld, lieferte er vor gut 100 Teilnehmern ein anschauliches Beispiel dafür, wie eine erfolgreiche Kooperation von Forschung und Industrie aussehen kann.
Trox X-Fans ist ein führender Hersteller von Ventilatoren für die technische Gebäudeausstattung, die nur in einem Brandfall zum Einsatz kommen. Genau dann müssen sie einwandfrei funktionieren, um für frische Luft in möglichen Fluchtwegen zu sorgen. Sensoren und Messtechnik von HCP-Sense haben die Wartung der oft schwer zugänglichen Anlagen deutlich vereinfacht. „Sie wurden ‚intelligent‘ und arbeiten damit effizienter und noch zuverlässiger“, so Söllner, der Thilmann, ehemals Wissenschaftler der TU Darmstadt, bei einem Netzwerktreffen von Hessenmetall vor drei Jahren kennenlernte.
Die beiden sind ein Paradebeispiel für den Erfolg der Veranstaltungsreihe, die Hessenmetall 2022 ins Leben rief. Ziel des Arbeitgeberverbands ist es, wissenschaftliche Exzellenz und die Innovationskraft hessischer Unternehmen zu bündeln, um technischen Fortschritt voranzutreiben und die langfristige Wettbewerbsfähigkeit zu sichern.
Neue wissenschaftliche Erkenntnisse müssen schneller in die Praxis einfließen
Denn: „Dialog zwischen Wissenschaft und Wirtschaft allein genügt nicht mehr. Die Herausforderungen, vor denen wir stehen – wirtschaftlich, technologisch und gesellschaftlich – verlangen aktives Handeln“, erklärte Coralie Zilch, Geschäftsführerin Hessenmetall Nordhessen, bei der Eröffnung der Veranstaltung.
Inspirierender Austausch
Unterstützt wurde sie bei dieser Aussage von dem Kanzler der Universität Kassel, Dr. Oliver Fromm. Wie die anderen mit Hessenmetall kooperierenden Hochschulen will auch die Uni Kassel mit ihren Forschungspotenzialen gezielt zur Innovationsstärke der Wirtschaft beitragen. Fromm: „Gerade jetzt ist es entscheidend, dass neue wissenschaftliche Erkenntnisse schneller den Weg in Produkte und Prozesse finden.“
Zu Beginn der dann folgenden Pitch-Runden standen zunächst Innovationen der Hochschulen im Mittelpunkt. Forschungsgruppen, Institute und Fachbereiche der fünf Hochschulkooperationen des Verbands präsentierten aktuelle Schwerpunkte und boten Kooperationen an.
Neben der Uni Kassel waren dies die Technische Universität Darmstadt, die Technische Hochschule Mittelhessen, die Frankfurt University of Applied Sciences und die Hochschule Fulda.
In kurzen Impulsvorträgen stellten sie ein breites Spektrum an Themen vor – von Leistungselektronik über den konstruktiven Ingenieurbau bis hin zu angewandter künstlicher Intelligenz.
Von Leistungselektronik bis zu angewandter KI
Zudem präsentierten sechs in Forschung und Entwicklung starke Unternehmen ihre Angebote an die Wissenschaftler. Neben Trox X-Fans und HCP Sense waren dies Daimler Truck aus Kassel, SFM Systems aus Darmstadt, ROEMHELD aus Laubach sowie manroland sheetfed aus Offenbach.
Ergänzend zu den Vorträgen und Pitches bot die angeschlossene Messe TransferXPO zahlreiche Gelegenheiten für persönliche Gespräche und den Austausch mit potenziellen Kooperationspartnern.
Max Kuehn vom Mercedes-Benz-Werk Kassel sagte abschließend: „Der inspirierende Austausch mit den Partnerhochschulen hier zeigt die Wichtigkeit solcher Netzwerkveranstaltungen.“
Hessens Industrie vor großen Herausforderungen
Ein deutliches Warnsignal für den Standort Hessen: Der Anteil der Industrie an der Wirtschaftsleistung des Bundeslandes ist seit 2016 von 19,0 auf 14,8 Prozent zurückgegangen. Die Beschäftigung ist in diesem Zeitraum um 7 Prozent zurückgegangen. Die 740 Millionen Euro pro Jahr, die Hessen aus dem Sondervermögen Infrastruktur erhält, sollen deshalb in Wachstum und Beschäftigung investiert werden. Das und noch mehr sagt eine Studie der Kölner Unternehmensberatung IW Consult im Auftrag des Arbeitgeberverbands Hessenmetall. Bürokratie abbauen, Infrastruktur ausbauen und die Innovationskraft der Unternehmen stärken, darauf kommt es laut der Studie an.

Maja Becker-Mohr ist für aktiv in den Unternehmen der hessischen Metall-, Elektro- und IT-Industrie sowie der papier- und kunststoffverarbeitenden Industrie unterwegs. Die Diplom-Meteorologin entdeckte ihr Herz für Wirtschaftsthemen als Redakteurin bei den VDI-Nachrichten in Düsseldorf, was sich bei ihr als Kommunikationschefin beim Arbeitgeberverband Hessenchemie noch vertiefte. In der Freizeit streift sie am liebsten durch Wald, Feld und Flur.
Alle Beiträge der Autorin











