Das Wichtigste auf einen Blick:

  • Tarifabschluss Chemie und Pharma bis 2028: Entgelterhöhungen von 2,1 Prozent ab 2027 und 2,4 2,1 Prozent ab 2028 sowie höhere Ausbildungsvergütungen bringen Beschäftigten mehr Planungssicherheit.
  • Mehr Weiterbildung durch neuen Transformations-Tarifvertrag: Arbeitgeber stocken Fonds auf, der künftig Qualifizierung, Beschäftigungssicherung und Transformation in der Chemieindustrie unterstützt.
  • Neue Tools für die Zukunft der Branche: Ausbau von Fachkräfteradar, Future Skills Report Chemie und dem Analyse-Tool Pythia hilft Unternehmen und Beschäftigten beim Wandel.

Die Chemie- und Pharma-Industrie hat einen neuen Tarifabschluss mit einer Laufzeit bis Ende Mai 2028. Er soll den Betrieben und Beschäftigten in der Krise Sicherheit geben und helfen. Für Branchenmitarbeiter heißt das: Gehaltserhöhungen, bessere Chancen auf Weiterbildung – und ein klarer Blick nach vorn.

Mehr Geld ab 2027 und neue Instrumente für die Transformation

Die wichtigsten Punkte: Ab Januar 2027 steigen die Entgelte um 2,1 Prozent. Ab Januar 2028 gibt es noch mal 2,4 Prozent mehr.

Die Ausbildungsvergütungen steigen ebenfalls. Unternehmen, denen es wirtschaftlich gut geht, dürfen die Erhöhungen um bis zu drei Monate vorziehen.

Und: Der bestehende Demografie-Tarifvertrag wird zu einem Transformations-Tarifvertrag. Das heißt, Geld aus dem betrieblichen Fonds kann jetzt auch für Weiterbildung, Qualifizierung und Beschäftigungssicherung genutzt werden. Arbeitgeber zahlen 2026 und 2027 je 300 Euro pro Vollzeitbeschäftigten zusätzlich in den Fonds ein (für Azubis 150 Euro). Das bringt Beschäftigten neue Chancen, sich fit zu machen für neue Aufgaben. Es besteht auch die Möglichkeit, den Betrag auszuzahlen.

Fakten & Hintergründe

Die Sozialpartner bauen Tools aus, die in der Transfomation helfen

„Es ist gelungen, unter anspruchsvollen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen ein ausgewogenes Ergebnis zu erzielen“

Christjan Knudsen, Vorsitzender der Tarifkommission beim Arbeitgeberverband Chemie Baden-Württemberg

Christjan Knudsen ist beim Arbeitgeberverband Chemie Baden-Württemberg Vorsitzender der Tarifkommission. Er sagt: „Es ist gelungen, unter anspruchsvollen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen ein ausgewogenes Ergebnis zu erzielen.“ Der neue Tarifvertrag stärke gezielt Instrumente, die Arbeitnehmer und Arbeitgeber in der Transformation unterstützen, „etwa durch Investitionen in Qualifizierung, Weiterbildung und Beschäftigungssicherung“.

Deshalb bauen die Sozialpartner auch Tools aus, die in der Transformation helfen: erstens, der Fachkräfteradar – eine bundesweite Plattform. Damit werden Fachkräfte, die nicht weiterbeschäftigt werden können, schnell und einfach von anderen Betrieben gefunden.

Zweitens wird der Future Skills Report Chemie ausgeweitet. Der ermittelt KI-basiert, welche Kompetenzen in der Branche künftig benötigt werden; eine wichtige Orientierungshilfe für alle in der Branche.

Drittens wird das Analyse-Tool Pythia Chemie weiterentwickelt. Damit können Unternehmen den zukünftigen Qualifikationsbedarf ermitteln.

Barbara Auer
aktiv-Redakteurin

Barbara Auer berichtet aus der aktiv-Redaktion Baden-Württemberg vor allem über die Chemieindustrie. Nach dem Studium der Sozialwissenschaft mit Schwerpunkt Volkswirtschaftslehre volontierte sie beim „Münchner Merkur“. Wenn Barbara nicht für aktiv im Einsatz ist, streift sie am liebsten durch Wiesen und Wälder – und fotografiert und filmt dabei, von der Blume bis zur Landschaft.

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