Sie wollen alle die Vier-Tage-Woche, möglichst viel Urlaub und früh Feierabend machen. Solche Bilder herrschen vielfach in den Köpfen vor, wenn es um die Generation Z, die zwischen 1995 und 2010 Geborenen, geht. Sie sei bequem und arbeitsscheu, heißt es über die Altersgruppe, die noch relativ am Anfang ihres Berufslebens steht. Eine Studie zeigt: Solche Aussagen sind wissenschaftlich nicht haltbar.

Vielmehr ist die junge Generation – mit Blick auf Arbeit und Beruf – weit besser als ihr Ruf! Das belegt die aktuelle Studie „Jugend in Deutschland 2025“ aus dem Datajockey Verlag. Für die repräsentative Untersuchung wurden Berufstätige unter 30 Jahren über alle Branchen befragt. Sie beinhaltet zudem einen Generationenvergleich, der Erstaunliches zutage bringt: Zwischen Jung und Alt gibt es mehr Gemeinsamkeiten, als man denkt.

Doch zurück zur „faulen“ Jugend: Die Studie stellt fest, das ist mitnichten so. Vielmehr zeigen die jungen Leute insgesamt ein hohes Engagement für ihre Arbeit und sind zufrieden mit ihrer jeweiligen Tätigkeit, so die Befragung.

Die Jungen machen ihre Arbeit gern

81 Prozent der jungen Frauen und Männer betonen, sie geben im Job ihr Bestes, um gute Leistungen zu erbringen. Da liegen sie gar nicht so weit entfernt von den Älteren, die meist aus ihrer langen Berufserfahrung schöpfen können.

Fast drei Viertel der Jungen geben zudem an, sie machten ihre Arbeit gerne – auch da ist der Abstand zu den „Boomern“ und den 30- bis 50-Jährigen gering. Fast zwei Drittel der Gen Z’ler sind davon überzeugt: Wir leisten einen wichtigen Beitrag im Job. Keine Kleinigkeit, die Gruppe macht immerhin rund ein Fünftel der 43 Millionen Erwerbstätigen in Deutschland aus.

„Junge Menschen wollen arbeiten, gestalten und leisten – aber unter fairen, wertschätzenden und stabilen Bedingungen“, so Jugendforscher Dr. Kilian Hampel, einer der drei Autoren, im Gespräch mit aktiv.

Beispiel Arbeitszeit: „Das Vorurteil, junge Menschen wären nicht bereit, in Vollzeit zu arbeiten, hält sich hartnäckig“, sagt er. Dabei sind gerade sie die Altersgruppe, die am häufigsten Vollzeit arbeitet: Die Quote liegt mit 81 Prozent höher als bei den über 50-Jährigen (69 Prozent). Allerdings: Die Gen Z’ler beschränken sich strenger auf die arbeitsvertraglich an sie gestellten Anforderungen. Freiwilliges Engagement darüber hinaus, etwa nach Feierabend oder am Wochenende, passen im Zeichen der Work-Life-Balance eher nicht, so die Studie, denn – so die Erklärung der Autoren – „sie versuchen ‚Work‘ und ‚Life‘ im Hier und Jetzt in Balance zu bringen, da die Zukunft ungewiss ist“.

Da geht die Jugend also anders ran. Dennoch: Es hilft nichts, die Generationen gegeneinander auszuspielen. Die Studienautoren plädieren für mehr Verständnis, gerade in der Arbeitswelt, denn „Team Gemeinsam“ kommt weiter.

Brücken zwischen den Generationen bauen

Bei der Frage, was gute Arbeit ausmacht, herrscht Einigkeit. Finanzielle Sicherheit steht für alle Altersgruppen im Fokus. Geld motiviert am meisten, egal wie alt die Beschäftigten sind. „Das zeigt das Bedürfnis nach Stabilität in unsicheren Zeiten“, so die Forscher. Flexible Arbeitsmodelle (Homeoffice, mobiles Arbeiten) stehen ebenso hoch im Kurs.

Am wichtigsten ist Mitarbeitenden jedes Alters ein gutes Klima, im Team und im Unternehmen. Generationenkonflikte stehen dem entgegen: Fast ein Drittel der Gen Z berichtet laut Report der Krankenkasse DAK von altersbedingten Spannungen in der Firma, Das belastet. Für Betriebe sei es daher wichtig, Miteinander zu fördern und Brücken zwischen den Generationen zu bauen.

Friederike Storz
aktiv-Redakteurin

Friederike Storz berichtet für aktiv aus München über Unternehmen der bayerischen Metall- und Elektro-Industrie. Die ausgebildete Redakteurin hat nach dem Volontariat Wirtschaftsgeografie studiert und kam vom „Berliner Tagesspiegel“ und „Handelsblatt“ zu aktiv. Sie begeistert sich für Natur und Technik, Nachhaltigkeit sowie gesellschaftspolitische Themen. Privat liebt sie Veggie-Küche und Outdoor-Abenteuer in Bergstiefeln, Kletterschuhen oder auf Tourenski.

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