Das Wichtigste auf einen Blick:
- Sondermaschinen kommen immer da zum Einsatz, wo Standardmaschinen nicht ausreichen – also wenn Prozesse sehr spezifisch, kompex und präzise sein müssen.
- Die Eilhauer Maschinenbau GmbH hat sich auf den Sondermaschinenbau spezialisiert und fertigt individuelle Maschinen nach Kundenvorgaben.
- Das Unternehmen aus Hannover-Langenhagen entwickelt auch neue Maschinen nach eigenen Ideen.
Blaues Licht flackert in einem riesigen Stahlkasten mitten in der Montagehalle. Andreas Reil, Vorarbeiter der Schweißerei, schweißt noch einige Bauteile fest, bevor das Rolltor eingesetzt wird. Was momentan noch aussieht wie ein Kiosk mit Trichteröffnung, ist der Körper einer Waschanlage für Sondermüll-Container, die ein Kunde bei der Eilhauer Maschinenbau GmbH in Auftrag gegeben hat.
Das Familienunternehmen in Langenhagen im Norden von Hannover steht seit über 80 Jahren für hochwertigen Sondermaschinenbau. Ob Produktionsanlagen für einen bekannten Kekshersteller, Wasserbecken für Schweißversuche an der Uni oder eine Hanf-Erntemaschine für einen Jungunternehmer: Bei Eilhauer wird nahezu alles möglich gemacht. Damit ist die Firma nicht nur bei Konzernen und Mittelständlern als Partner beliebt, sondern auch bei Start-ups.
Kunden aus vielen Branchen machen Eilhauer krisenfest
Mehr als die Hälfte des Geschäfts macht Eilhauer mit schlüsselfertigen Anlagen. Das heißt: Der Kunde kommt mit einem Lastenheft, einer Anforderungsliste oder einer Zeichnung – und die Experten von Eilhauer setzen die Pläne um. Von Konstruktion und Entwicklung über Fertigung und Montage bis hin zu Installation, Inbetriebnahme und vollständiger Dokumentation.
„Wir haben oft Studierende für Praktika bei uns“
Dr.-Ing. Jens Kuhlmann, Geschäftsführer Eilhauer Maschinenbau
Neben dem Anlagenbau zählen auch das qualifizierte Schweißen großer und komplexer Bauteile und die Großzerspanung zu den Kernkompetenzen des Unternehmens. Häufig greifen diese Bereiche eng ineinander: Schweißbaugruppen werden im eigenen Haus präzise weiterbearbeitet und montagefertig ausgeliefert. Die Branchen, für die Eilhauer fertigt, sind vielfältig: Die Bandbreite reicht von der Gummi- und Kautschuk-Industrie über Lebensmitteltechnik und Logistik bis zur Erdöltechnologie. Auch für Forschungseinrichtungen sind die Langenhagener tätig. „Wir sind breit genug aufgestellt, um Konjunkturzyklen einzelner Branchen abzufedern“, sagt Geschäftsführer Jens Kuhlmann.
So vielfältig war das Unternehmen nicht immer. 1938 von Hans Eilhauer gegründet, stellte die Firma zunächst Drahtgewebe her. Nach dem Krieg verlagerte sich der Schwerpunkt dann auf die Lohnfertigung, vor allem für Baumaschinen. Damals eine Marktlücke: In der Nachkriegszeit brauchten viele Industrieunternehmen verlässliche Partner, die Einzelteile nach Zeichnung fertigen konnten.
Das neueste Produkt von Eilhauer: Ein Gurt-Schneide-Modulbaukasten
Eilhauer übernahm diese Rolle zunächst als Zulieferer, der mechanische Komponenten herstellte, während Konstruktion und Entwicklung beim Kunden lagen. Mit den Jahren wuchs jedoch nicht nur der Maschinenpark, sondern auch das Know-how. So wurde aus der verlängerten Werkbank ein Entwicklungspartner.
Heute fertigen die rund 60 Mitarbeiter des Unternehmens zwar auch weiterhin Einzelteile für Kunden. Doch inzwischen entwickeln sie vieles auch selbst. Zuletzt ein Produkt, das Eilhauer Kunden aus dem E-Commerce-Bereich anbieten will: ein standardisierter Gurt-Schneide-Modulbaukasten für Förderbänder.
Sondermaschinenbau
Sondermaschinen kommen überall dort zum Einsatz, wo Standardanlagen nicht ausreichen – also wenn Prozesse neu, automatisiert oder hochgradig individuell sind. Typischerweise betrifft das Branchen mit hohen Anforderungen an Präzision, Geschwindigkeit oder Sicherheit. Beispiele dafür sind etwa Montageanlagen für spezifische Bauteile in der Automobil-Industrie oder Abfüllanlagen für sensible Produkte in der Pharma-Industrie. Auch auf spezielle Verwendungen zugeschnittene Verpackungssysteme zählen zu den Sondermaschinen.
„In großen Logistikzentren ist Zeit alles, deshalb muss sehr schnell gehandelt werden“, erklärt Kuhlmann. Falle etwa ein Förderband aus, staue sich alles. Bislang werde ein Förderbandriss oft behoben, indem die Mitarbeiter eine große Rolle Ersatzförderband ausrollen, ein Stück abmessen und mit dem Cuttermesser abschneiden. „Dabei sind Verletzungsgefahr und Zeitaufwand ziemlich groß – und es passieren häufig Fehler“, sagt Kuhlmann. Durch das mobile Gurt-Schneide-System lässt sich das Förderband hingegen in der gewünschten Länge sicher und präzise abtrennen.
Ein Großteil der Angestellten ist Eilhauer seit Jahrzehnten treu. Erst 2025 zeichnete Kuhlmann ein 30- und ein 45-jähriges Dienstjubiläum aus. Zudem engagiert sich der Betrieb stark für den Nachwuchs: Für seine Ausbildungsberufe wirbt Eilhauer in Schulen und auf Social Media. „Wir haben auch oft Studierende für Praktika bei uns“, sagt Kuhlmann. Und obwohl der Anteil der Frauen im Maschinenbau noch gering ist, erkennt er einen erfreulichen Trend: „Immer mehr Bewerbende sind weiblich.“
Das Unternehmen
- Die Eilhauer Maschinenbau GmbH ist spezialisiert auf Sondermaschinenbau, Schweißbaugruppen und Zerspanung.
- Rund 60 Beschäftigte arbeiten in den Werkhallen in Hannover-Langenhagen und fertigen nach Kundenvorgaben individuelle Maschinen auf Basis von Ideen, Skizzen und Lastenheften.
- 2026 ist Eilhauer erstmals bei der IdeenExpo, Europas größtem MINT-Event für Jugendliche, dabei. Vom 20. bis 28. Juni wirbt das Unternehmen auf dem hannoverschen Messegelände für sich und seine Ausbildungsberufe Feinwerkmechaniker und Technischer Produktdesigner.







