Hach, Island! Tolle Landschaft, Vulkane, Wasserfälle, Gletscher. Und die Nordlichter haben da ja noch was Cooles auf Lager: Skyr. Jahrelang fiel diese isländische Joghurtspezialität in deutschen Supermarkt-Kühlregalen kaum auf. Jetzt ist das ebenso fettarme wie proteinreiche Zeug ständig vergriffen! Grund: virale Rezeptvideos auf Social Media. Stichwort: Cheesecake! Plötzlich wollen alle Skyr – im Kuchen, sogar als Energydrink.

Wie die Zeiten sich doch ändern, auch im Supermarkt. Früher, da entschieden Werbespots, Preise und vielleicht ein Sonderangebot darüber, was sich gut verkauft. Und heute? Schießt die Nachfrage bisweilen geradezu hoch – unvorhersehbar: Ein Clip im Netz, und ein normales Produkt wird über Nacht zum It-Piece. Wie Klopapier während Corona … wobei, okay, war ’ne andere Sache.

Jedenfalls: Der Skyr-Engpass lehrt uns was über Wirtschaft. Social Media mag zwar Trends befeuern. Doch die Betriebe arbeiten immer noch im Rhythmus von Produktion, Lieferketten und Rohstoffen. Sie brauchen Planung. Wie eine Molkerei, die den Output nicht im Tiktok-Takt verdoppeln kann.

Der Algorithmus ist schnell. Die Kuh nicht ganz so. Und das ist doch irgendwie auch – ganz beruhigend.

Achtung, Mega-Tipp zur Selbsthilfe bei Skyr-Mangel: Man nehme Magerquark und rühre den mit etwas Milch oder Sprudelwasser cremig auf. Fertig. Probieren Sie es aus!

Ulrich Halasz
aktiv-Chefreporter

Nach seiner Ausbildung zum Bankkaufmann studierte Uli Halasz an drei Universitäten Geschichte. Ziel: Reporter. Nach Stationen bei diversen Tageszeitungen, Hörfunk und TV ist er jetzt seit zweieinhalb Dekaden für aktiv im Einsatz – und hat dafür mittlerweile rund 30 Länder besucht. Von den USA über Dubai bis China. Mindestens genauso unermüdlich reist er seinem Lieblingsverein Schalke 04 hinterher. 

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