Familienunternehmen haben oft eine besonders enge Bindung zu ihren Mitarbeitern. So ist das auch bei Fischer Licht und Metall, Hersteller von hochwertiger Marken-Lichtwerbung und Metallbauteilen aus Mühlhausen (Landkreis Neumarkt in der Oberpfalz). Über das Miteinander im Betrieb mit 250 Beschäftigten sprach aktiv mit Silvia Fischer, im Unternehmen verantwortlich für Marketing und Kommunikation.
Frau Fischer, ein gutes Miteinander ist in jedem Unternehmen wichtig. Worauf achten Sie besonders?
Unsere fast 100-jährige Unternehmensgeschichte hat uns gezeigt, dass Respekt für jeden einzelnen Mitarbeiter und Verlässlichkeit in der Zusammenarbeit ein gutes Miteinander ausmachen. Einige unserer Mitarbeiter arbeiten bereits in der dritten Generation bei uns. Wenn der Großvater seinen Enkeln Fischer als Arbeitgeber empfiehlt, ist das für uns eine Wertschätzung höchsten Ranges.
Ihre Leute sind dem Unternehmen besonders treu?
Bei unseren Arbeitnehmern aus der Region haben wir eine sehr niedrige Fluktuation. Diese vielen langjährigen Beschäftigten sorgen mit ihrer Mundpropaganda auch für zukünftige wertvolle Mitarbeiter aus der Region. Ein sehr hohes Lob für unser Unternehmen ist, wenn junge Menschen, die in unserem Unternehmen ihre Ausbildung gemacht haben, nach Jahren des weiterführenden Studiums oder der externen Weiterbildung wieder zu uns zurückkehren.
Woher kommt denn diese Wertschätzung?
Neben dem gegenseitigen Respekt legen wir großen Wert auf Offenheit und vermitteln dadurch Sicherheit. Ich muss zu meinem Gegenüber Vertrauen haben – unabhängig davon, ob er mein Vorgesetzter ist oder ob ich sein Vorgesetzter bin.
Vertrauen ist ein großes Wort – und lässt sich in der Regel nur langsam erarbeiten.
Transparenz und Nähe schaffen Vertrauen. Wir sind ein Familienunternehmen, dessen Unternehmerfamilie seit den Gründungsjahren bis heute am eigenen Firmengelände wohnt. Ich glaube, auch das stärkt bei unseren Mitarbeitern das Vertrauen in die Firma.
Vorbild sein, Orientierung geben, Führung bieten – kommt es darauf besonders an?
Ein gutes Vorbild zu sein, ist sehr wichtig. Aber auch der Mut, Dinge, die nicht richtig laufen, sofort anzusprechen. Besonders die enge Verbundenheit der Abteilungsleiter mit ihrem Team ist von großer Bedeutung. Gerade in Zeiten des Arbeitskräftemangels ist uns allen der große Wert jedes einzelnen Mitarbeiters bewusst. Finanzielle Anreize mögen bei der Erstakquise vielleicht ausschlaggebend sein, aber spätestens beim ersten persönlichen Kontakt zählt die offene Kommunikation.
Auch ein gutes Betriebsklima wird von Beschäftigten immer wieder in Umfragen betont. Stimmt es damit in Ihrem Unternehmen?
Wir freuen uns immer wieder, wenn wir sehen, dass unsere Mitarbeiter sich auch in ihrer Freizeit treffen und gemeinsam an Wettbewerben oder Sportveranstaltungen als „Fischer-Team“ antreten – oft auch noch in unserem eigenen Firmen-Outfit. Mitarbeiter, die auf diese Weise stolz ihre Arbeitgeber-Marke nach außen tragen, sind ein wertvolles Gut!
Gibt es bei Ihnen noch weitere gemeinsame Aktivitäten außerhalb des Arbeitsalltags, die das gute Miteinander im Unternehmen fördern?
Der Betriebsrat veranstaltet regelmäßig Ausflüge, etwa zum Ski- und Motorradfahren oder auch zum Wandern. Und zweimal im Jahr gibt es bei uns ein großes Firmenevent. Da ist zunächst die „Fischer-Kirchweih“ in unserem Heimatort, zu der unsere Mitarbeiter auch ihre Partner und Kinder mitbringen dürfen. Und bald steht wieder unsere Weihnachtsfeier an. Die gesamten Spesen dieser zwei Events übernimmt das Unternehmen.

Michael Stark schreibt aus der Münchner aktiv-Redaktion vor allem über Betriebe und Themen der bayerischen Metall- und Elektro-Industrie. Darüber hinaus beschäftigt sich der Volkswirt immer wieder mit wirtschafts- und sozialpolitischen Fragen. Das journalistische Handwerk lernte der gebürtige Hesse als Volontär bei der Mediengruppe Münchner Merkur/tz. An Wochenenden trifft man den Wahl-Landshuter regelmäßig im Eisstadion.
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