Ohne Strom läuft nichts bei der Bahn: Von der Elektrik im Inneren bis zur Power aus der Oberleitung für elektrisch betriebene Züge muss der Strom ständig fließen. Und das zuverlässig bei Wind und Wetter und egal, ob es irgendwo ruckelt. Die Stromkabel müssen deshalb eine Menge aushalten. Das Unternehmen Fränkische Industrial Pipes (FIP) bietet Lösungen, dass die Kabel gut geschützt sind.

Firma ist erster Hersteller endlos extrudierter Kunststoff-Wellrohre

Die Wurzeln des Unternehmens aus Königsberg reichen über 100 Jahre zurück. Angefangen hat alles mit Metallrohren für die Elektroinstallation. Mit der Entwicklung von Wellrohren, die das Unternehmen kurze Zeit später auch aus verschiedenen Kunststoffen fertigte, entstanden ganz neue Einsatzmöglichkeiten. Weil sich die Rohre leicht biegen ließen und so kleinere Durchmesser möglich waren, wurden sie für Anwendungen in der Industrie interessant.

Seit 2023 operieren zwei Schwesterfirmen unter der Holding Fränkische Group. Die FIP fertigt und entwickelt Kabelschutz, medienführende Systeme und Thermomanagement für Automotive und Industrie sowie Kabelschutzlösungen für Bahnen und Gleisnebenanwendungen. Dazu gehören etwa Signalanlagen, Weichen, Bahnschranken oder Oberleitungen.

Experte für alle Produkte ist unter anderem Andreas Schuster, Sales Manager für Deutschland, Österreich und Schweiz. „Alles, was unter freiem Himmel ist, muss ganz besonders viel aushalten“, sagt er. Wettereinflüsse, Abrieb, Steinschläge, UV-Strahlung, Tierverbiss – und auch den Rasenmäher. Wie das? „Die Kabel für die Oberleitungen werden an Masten nach oben geführt“, erklärt Schuster. „Die Masten stehen oft auf Wiesen, die gemäht werden – und da kommt der Mäher schnell mal zu nah ans Kabel.“

Neue Rohre bestehen aus zwei Hälften und lassen sich nachrüsten

Das Schutzrohr von FIP hält zwar den schlimmsten Schaden von den empfindlichen Kabeln ab, ist aber dann selbst beschädigt und muss ausgetauscht werden. Eine lange Prozedur, denn der gesamte Mast muss niedergelegt werden, damit die Kabel aus dem beschädigten Schutzrohr gezogen und neu verkleidet werden können.

„Um dies zu vereinfachen, haben wir mit der Bahn ein neues System entwickelt“, erklärt Schuster. Die untere Hälfte des Schutzrohrs ist nun zweiteilig. Je ein Halbrohr wird vorn und hinten über den Kabelstrang gestülpt. Ist ein Austausch nötig, können die Hälften einfach abgezogen und ersetzt werden – der Mast bleibt stehen.

Alix Sauer
Leiterin aktiv-Redaktion Bayern

Alix Sauer hat als Leiterin der aktiv-Redaktion München ihr Ohr an den Herausforderungen der bayerischen Wirtschaft, insbesondere der Metall- und Elektro-Industrie. Die Politologin und Kommunikationsmanagerin volontierte bei der Zeitungsgruppe Münsterland. Auf Agenturseite unterstützte sie Unternehmenskunden bei Publikationen für Energie-, Technologie- und Mitarbeiterthemen, bevor sie zu aktiv wechselte. Beim Kochen und Gärtnern schöpft sie privat Energie.

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