Mehr als 40 Millionen Gäste, fast 103 Millionen Übernachtungen – 2024 war für Bayerns Tourismusbranche ein Rekordjahr. Der Freistaat bleibt damit das mit Abstand beliebteste Reiseziel in Deutschland. Fast 21 Prozent aller Übernachtungen hierzulande fanden in Bayern statt, so Zahlen des Statistischen Bundesamts.
Tourismus sorgt für Wohlstand im Land
„Bayern ist ein wunderbares Genussland, das mit seiner lebendigen Kultur und seiner kulinarischen Tradition unvergessliche Reiseerlebnisse bietet“, schwärmt die bayerische Tourismusministerin Michaela Kaniber. Natur, Kultur und Kulinarik: Das alles zieht Menschen aus aller Welt an – aber vor allem Gäste aus anderen Teilen der Republik. 80 Prozent der Touristen kommen aus dem eigenen Land. Der Zustrom wird von der Mehrheit der Einheimischen begrüßt. Denn auch wenn er hier und da für Ärger sorgt: Er bringt Wohlstand, Jobs und ein lebenswerteres Umfeld.
Über die vielen Gäste freuen sich in erster Linie die fast 12.000 Beherbergungsbetriebe im Freistaat, die mehr als 600.000 Betten bereitstellen, knapp 100.000 Menschen Arbeit geben und 2024 rund 8,1 Milliarden Euro Umsatz erzielt haben. Aber auch viele andere Wirtschaftsbereiche profitieren direkt von den zahlreichen Gästen. Denn die Touristen essen in Restaurants, gehen im Einzelhandel shoppen und nutzen die Angebote zahlreicher lokaler Dienstleister.
Der Tourismus ist somit ein wichtiger Faktor für den Wohlstand im Land – zumal über indirekte Effekte der gesamte Wirtschaftsstandort profitiert.
Dies wird auch von vielen Menschen so gesehen. Das zeigen Zahlen des Bayerischen Zentrums für Tourismus zur Akzeptanz des Fremdenverkehrs. 42 Prozent der Menschen haben laut einer aktuellen Umfrage den Eindruck, dass neben der Tourismusbranche selbst auch viele andere von den Gästen profitieren. Aber das ist nur einer der Gründe, warum der Tourismus eine breite Unterstützung in der einheimischen Bevölkerung hat. Die Mehrheit von 56 Prozent hält in der eigenen Region das aktuelle Maß an Tourismus für genau richtig. 17 Prozent halten sogar mehr für notwendig. Zu viel ist es nur 14 Prozent.
Die positiven Aspekte überwiegen
Fast jeder zweite Bayer sieht dabei die Auswirkungen des Tourismus in seiner Region auch für sich persönlich positiv, nur knapp jeder Zehnte negativ. Was geschätzt wird, sind insbesondere die wirtschaftlichen Folgen: wichtige Einnahmequellen für die Bevölkerung (47 Prozent) und zusätzliche Arbeitsplätze (46 Prozent). Aber auch ein Mehr an Freizeit- und Kulturangeboten (45 Prozent) und ein attraktiveres Lebens- und Wohnumfeld (34 Prozent) werden registriert.

Allerdings gibt es auch eine Kehrseite. So nimmt rund die Hälfte der Menschen den Tourismus als Kostentreiber wahr. Sie sehen in ihm etwa einen Grund für überteuerte Immobilienpreise und Mieten. Auch im Wirtshaus müsse man dadurch mehr zahlen.
Im Alltag fühlen sich hingegen nur 16 Prozent der Bayern von den Gästen gestört. Vor allem bei der Parkplatzsuche (24 Prozent) und im Straßenverkehr (20 Prozent) nerven die vielen Fremden.
Die breite Zustimmung zum Tourismus ist trotz solcher negativer Begleiterscheinungen immer noch klar gegeben. Die positiven Aspekte wie Wohlstand und Jobs überwiegen offensichtlich deutlich.

Michael Stark schreibt aus der Münchner aktiv-Redaktion vor allem über Betriebe und Themen der bayerischen Metall- und Elektro-Industrie. Darüber hinaus beschäftigt sich der Volkswirt immer wieder mit wirtschafts- und sozialpolitischen Fragen. Das journalistische Handwerk lernte der gebürtige Hesse als Volontär bei der Mediengruppe Münchner Merkur/tz. An Wochenenden trifft man den Wahl-Landshuter regelmäßig im Eisstadion.
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