Bei vielen Heizungsbauern ist Simon Westermair bekannt wie ein bunter Hund: Der 35-Jährige betreut seit 2021 verschiedene Kanäle in sozialen Medien für den Raumklimaexperten Wolf aus Mainburg. Zunächst als externer Moderator und seit 2022 als fest angestellter Mitarbeiter hat er vor allem über Instagram und Facebook eine enge Fangemeinde aufgebaut. „Ich bin der nette Nachbar von nebenan, der das Ohr an den Problemen der Handwerker hat und Ratschläge gibt“, sagt er über sich selbst.

Seit einigen Wochen wird es stiller um ihn im Netz. Dafür kommt ein ganz neues Gesicht hinzu: Alexander Maier ist künftig der „Kumpel“ für die Handwerker und Botschafter für Wolf. Simon Westermair wechselt intern auf eine neue Position, er leitet künftig den Wolf Campus bei dem niederbayerischen Hersteller für Heizungen, Lüftungsgeräte, Wärmepumpen und Co.

Damit tritt sein Nachfolger Alexander Maier ein gewichtiges Erbe an: „Ich werde kein zweiter Simon“, ist er sich bewusst. „Dafür bringe ich meine ganz eigene Note ein.“ Immer wieder ist er in der Vergangenheit bereits eingesprungen, hat zuletzt Ende September während der Elternzeit Westermairs die Kanäle betreut.

Selbstbewusstsein der Handwerker stärken

Doch warum der ganze Aufwand? „Im Handwerk findet gerade ein Generationenwechsel statt“, sagt Westermair. Die 30- bis 40-Jährigen übernehmen die Betriebe. „Sie sind in sozialen Medien zu Hause. Und sie haben ein ganz anderes Bewusstsein für ihren Beruf als die Generation, die jetzt in Rente geht.“ Denn gerade im Handwerk herrscht akuter Fachkräftemangel. Das stärkt das Selbstbewusstsein und schweißt die Community zusammen. Alexander Maier ergänzt: „Handwerker sind enorm stolz auf ihre Arbeit. Doch die wird oft übersehen. Bei großen Neubauten etwa weiß hinterher niemand mehr, wer die Heizungen installiert hat. Wir geben den Fachleuten auf unseren Plattformen die Chance, sich zu präsentieren und zu zeigen, welche gute Arbeit sie leisten.“

Abgrenzung von Wettbewerb aus Asien

Dabei ist es für die beiden Community-Manager zunächst zweitrangig, ob die Handwerker die Produkte von Wolf nutzen. „Wir schaffen Zusammenhalt“, sagt Westermair, „etwa durch Verlinkungen, Kommentare, einen Daumen hoch.“ Auf Fachmessen kommen immer wieder Handwerker an den Wolf-Stand, wollen „ihren“ Simon persönlich kennenlernen. „Unser Vorteil ist, dass wir die Sprache dieser Menschen sprechen, ihre Probleme verstehen.“

Westermair selber kommt aus dem Handwerk, hat eine Lehre als Anlagenmechaniker für Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik (SHK) absolviert, später eine Ausbildung im Hotelgewerbe aufgesetzt. „Bei mir ist die Veränderung das Beständige“, scherzt er.

Und indem Wolf mit seinen Social-Media-Aktivitäten Gesicht zeigt und in den persönlichen Austausch geht, setzt das Unternehmen sich klar von Herstellern etwa aus Asien ab. „Sie bieten vielleicht günstige Preise, aber häufig keinen nennenswerten Support“, sagt Westermair. „Wir setzen dagegen auf Service, eine persönliche Ansprache und echten Austausch, auch auf unseren digitalen Kanälen.“ Das funktioniere nur mit echter Nähe. „Bei uns stehen reale Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter vor der Kamera, die wissen, wovon sie reden, und die sich mit ihrer Arbeit und unserem Unternehmen identifzieren“, so Westermair.

Zum Jahresende gemeinsam vor der Kamera

Für Alexander Maier hieß es also zunächst einmal, sich in die Fachthemen einzuarbeiten. Der studierte Sportjournalist arbeitet seit Anfang 2023 bei Wolf, betreute bislang Webseite und Online-Marketing. „Dadurch habe ich schnell gelernt, wie die Produkte funktionieren“, sagt er. Im Unternehmen ist er gut vernetzt, weiß, wo er bei Fachfragen nachhaken kann. Gleichzeitig schöpft er daraus Ideen für neue Beiträge. Neben Instagram und Facebook produzieren die Community-Manager Erklär-Videos für Youtube. Linkedin nutzt Wolf für Unternehmensinhalte.

Das Social-Media-Marketing von Wolf kommt gut an, wie zahlreiche externe Einladungen beweisen. Simon Westermair ist gefragter Sprecher auf Veranstaltungen von Unternehmen, referiert dort über seine Tätigkeiten und Vorgehensweisen. Klar, dass er sich kürzlich noch mal gemeinsam mit dem „Neuen“ Alexander Maier vor die Kamera begeben hat: für den digitalen Weihnachtsgruß bei der Facebook-Fachgruppe „Heizungsbauer aus Leidenschaft“.

Das Unternehmen

  • Das im Jahr 1963 in Mainburg gegründete Unternehmen startete zunächst mit der Produktion von Teilen für Hopfenverarbeitungsmaschinen und Wärmeerzeuger.
  • Heute zählt Wolf international zu den führenden Anbietern von innovativen Lösungen für Heizung, Wohnraumlüftung und Raumlufttechnik und gehört als Tochterunternehmen zur Ariston-Group, die an der Mailänder Börse Euronext notiert ist.
  • In über 50 Ländern sorgen Wolf-Produkte für ein gesundes Raumklima. Damit ist das Unternehmen in Mainburg zu Hause und gleichzeitig international aufgestellt.
Alix Sauer
Leiterin aktiv-Redaktion Bayern

Alix Sauer hat als Leiterin der aktiv-Redaktion München ihr Ohr an den Herausforderungen der bayerischen Wirtschaft, insbesondere der Metall- und Elektro-Industrie. Die Politologin und Kommunikationsmanagerin volontierte bei der Zeitungsgruppe Münsterland. Auf Agenturseite unterstützte sie Unternehmenskunden bei Publikationen für Energie-, Technologie- und Mitarbeiterthemen, bevor sie zu aktiv wechselte. Beim Kochen und Gärtnern schöpft sie privat Energie.

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