Die Bewerbungen lassen zu wünschen übrig, Ausbildungsplätze können nicht besetzt werden? Dann ist es vielleicht an der Zeit, den Nachwuchs auf Instagram, Tiktok und Youtube abzuholen. Die Social-Media-Plattformen werden längst nicht nur zur Unterhaltung, sondern auch als Informationsquelle genutzt. Wer da nicht auftaucht, verpasst eine Chance.
Wie geht man es an? Eine Frage, die auch beim Märkischen Arbeitgeberverband immer wieder auftaucht. Im Themenkreis Ausbildung gab es dazu einen Workshop mit Lena Stein und Lothar Winnen, Social-Media-Experten der Hagener Agentur Online Experience und der Fachhochschule Südwestfalen. Ihr zentraler Vorschlag: Die Azubis machen lassen. Die sind nah dran.
Hilfreiche Tipps der Social-Media-Experten
Tiktok und Instagram sind ideal, um das Unternehmen in der Zielgruppe bekannt zu machen. Videos können zudem auf Youtube Shorts genutzt werden. Tiktok darf etwas „handgemachter“ und wackeliger daherkommen. Auf Insta performen hochwertigere Inhalte oft besser.
Eine Mischung aus Spaß und Mehrwert zieht immer. Kurzvideos (Reels) und Fotos können sich abwechseln. So lassen sich auch Bewerbungstipps oder Karriere-Infos hintereinanderschalten. Musik, Text und/oder Effekte wie Voice-Filter sorgen für Aufmerksamkeit. Memes (witzige Bilder oder Videos) verbreiten sich schnell.
Trends und Musik sind bei Tiktok noch wichtiger als bei Insta. Dort zählen die Interaktionen – Kommentare, Likes, Shares – etwas mehr. Die Zahl der Follower spielt nicht die größte Rolle. Bei Tiktok kann ein einzelnes Video durchstarten, bei Insta ist regelmäßiges Posten wichtiger. Bei Tiktok ist die Watchtime – wie lange ein Reel geschaut wird – der stärkste Faktor.
„Hier ist ein Smartphone, wir machen jetzt mal Social Media“ – so einfach geht es natürlich nicht. Urheberrechte bei Bildern und Musik, Impressum und Datenschutz muss man im Blick haben. Und es braucht eine Strategie. Intern: Wer darf was wie posten? Wer checkt die Inhalte? Extern: Wen wollen wir wo ansprechen? Was wollen wir erreichen?
Mit einem Themenplan den Überblick behalten
Im Idealfall trifft sich regelmäßig eine Redaktion aus drei bis fünf Azubis. Redaktions- und Themenplan legen fest: Was posten wir? Wann posten wir? Wer macht was? Was brauchen wir dafür? Das hilft, Themen zu finden und dranzubleiben: Zwei Posts pro Woche sind ideal. Tools wie Scompler helfen bei der Planung und sind nicht so umständlich wie Excel.
Dann kann es losgehen – ein modernes Smartphone ist Pflicht; Stativ, externes Mikro, gutes Licht und Bearbeitungsapp bringen den Azubi-Kanal weiter nach vorn.

Die studierte Politikwissenschaftlerin und Journalistin ist für aktiv vor allem im Märkischen Kreis, in Hagen und im Ennepe-Ruhr-Kreis unterwegs und berichtet von da aus den Betrieben und über deren Mitarbeiter. Nach Studium und Volontariat hat sie bei verschiedenen Tageszeitungen gearbeitet und ist seit vielen Jahren als freie Journalistin in der Region bestens vernetzt. Privat ackert und entspannt sie am liebsten in ihrem großen Garten.
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