Das Wichtigste auf einen Blick:

  • Das Familienunternehmen existiert seit 180 Jahren und gehört zu den ältesten Verpackungsunternehmen Deutschlands.
  • Die selbst entwickelte L-Box bringt Ware sicher und umweltfreundlich zum Kunden.
  • Mit Co-Packaging und Drop-Shipping bietet Lindner zusätzliche Dienstleistungen in der Logistik an.

Wie bitte – Noppenschaumschiebeschachtel? Ja! Was sich wie ein Zungenbrecher anhört, ist die clevere Kombination von Schaumstoff und Karton. Und die Basis des Erfolgs von Lindner Verpackungen im ostfränkischen Hersbruck.

Die als L-Box weithin bekannte Verpackungslösung gibt es hier von der Stange, aber auch ganz individuell angepasst an die besonderen Anforderungen der Waren des Kunden. Und inzwischen auch in verschiedenen nachhaltigen Varianten.

Tradition und Verpackungskompetenz: Lindner ist seit 180 Jahren in Familienbesitz

Die Firma Lindner ist eines der ältesten deutschen Verpackungsunternehmen in Familienhand: 1846 gegründet, wird sie heute in der sechsten Generation von den Geschwistern Peter und Sandra Wattenbach geleitet. Schon früh wurden in der ursprünglichen Papierhandlung und Buchbinderei auch einfache Schachteln gefertigt, ehe man sich ganz auf die Herstellung von Verpackungen konzentrierte.

Heute steht der Betrieb mit seinen rund 120 Beschäftigten für umfassende Verpackungskompetenz im Bereich Voll- und Wellpappe sowie Schaumstoffe aus Polyurethan (PUR) und Polyethylen (PE). „Diese Kombination ist extrem wirtschaftlich und ideal, um selbst empfindlichste Waren beim Transport zu schützen“, erklärt Peter Wattenbach beim aktiv-Besuch im Betrieb. 

Ob Parfüm oder Wein, ob Glas oder elektronische Produkte: „Was verschickt werden muss und eine solide Polsterung braucht, ist bei uns gut aufgehoben. Im Zweifel wird dafür eben auch eine Sonderlösung entwickelt“, sagt der Unternehmer.

L-Box und Schaumstoff-Verpackungen: Clevere Lösungen für empfindliche Waren

Der Renner im Programm ist die schon erwähnte Noppenschaumschiebeschachtel. „Die L-Box sieht zwar von der Seite betrachtet durchaus wie ein L aus. Tatsächlich steht das L aber für den Namen Lindner! Weil diese Art Box bei uns erfunden wurde, und zwar vor gut 50 Jahren.“ Der Clou dabei: ein stabiler Kartonstreifen mit passendem aufgeklebten Schaumstoff in Noppenform, den man zum schnellen und unkomplizierten Verpacken von Waren zusammenklappt und in einen Schuber oder einen Karton steckt. Fertig ist die sichere Versandverpackung!

Als nachhaltige Alternative bietet Lindner den Kunden auch Verpackungen an, in denen der Schaumstoff durch ein Volumenvlies aus Recyclingmaterial oder aus nachwachsenden Rohstoffen ersetzt wird. Zum Patent angemeldet ist eine Lösung aus 100 Prozent Faserguss auf Altpapierbasis, die zusammen mit der Firma Buhl-paperform aus dem hessischen Burbach entwickelt wurde.

„Unsere innovativen Ideen gehen oft über die reine Verpackung hinaus“

Peter Wattenbach, Geschäftsführer Lindner Verpackungen

Zusatzservices für effiziente Lieferketten

Wattenbach ist durchaus stolz auf diese Neuheit: „Die L-Box eco ist ein echter Fortschritt. Sie bietet ähnliche Transportschutzeigenschaften wie die Variante mit PUR-Schaum, ist aber komplett im Papierkreislauf entsorgbar, platzsparend und wie die anderen mit wenigen Griffen versandfertig.“

Neben den Verpackungen bietet Lindner seinen Kunden übrigens auch Zusatzleistungen, darunter Co-Packaging und Drop Shipping. Zum Co-Packaging gehören maßgeschneiderte Dienstleistungen von der Verpackung bis zum Versand: Der Kunde kann seine Waren bei Lindner verpacken lassen, inklusive Qualitätskontrollen nach seinen Vorgaben.

Co-Packaging und Drop-Shipping: Neue Märkte für Hersteller

Dienstleistungen wie Co-Packaging oder Drop-Shipping sind stark getrieben durch den Online-Handel. Dessen Marktvolumen stieg in Deutschland 2025 um 5,7 Prozent auf 110 Milliarden Euro, so der „Branchenbericht Online Handel 2025“ des Marktforschungsunternehmens IFH Köln. Verpackungsunternehmen können ihr Logistik-Know-how nutzen, um in diesem lukrativen Markt Fuß zu fassen, indem sie etwa schnelle, flexible und kosteneffiziente Versandprozesse für den E-Commerce entwickeln.

Drop Shipping wiederum ist eine bei Online-Händlern beliebte Liefermethode. Bei ihr wird die Ware direkt vom Großhandel verschickt, der Händler selbst muss die Sachen also nicht lagern und handhaben. Die komplette Abwicklung der Bestellung übernehmen dann Dienstleister wie Lindner.

„Wir sind in der Branche bekannt für unsere innovativen Ideen, die auch schon mal weit über die reine Verpackung hinausgehen“, sagt Wattenbach. „Und genau damit ist es unserer Familie gelungen, sich nun schon 180 Jahre am Markt zu behaupten.“

Zum Unternehmen

  • Das Unternehmen Lindner Verpackungen wurde 1846 in Hersbruck gegründet, als Papierhandlung und Buchbinderei nebst Herstellung einfacher Schachteln.
  • Ab 1927 konzentrierte sich das Unternehmen auf die Herstellung von Kartonagen.
  • Heute ist Lindner spezialisiert auf maßgeschneiderte Verpackungslösungen für Industriegüter, insbesondere Maschinen und Elektronikbauteile.
  • Seit 2019 leiten die Geschwister Sandra und Peter Wattenbach das Unternehmen. Unter den 120 Beschäftigten sind drei Auszubildende.
Maja Becker-Mohr
Autorin

Maja Becker-Mohr ist für aktiv in den Unternehmen der hessischen Metall-, Elektro- und IT-Industrie sowie der papier- und kunststoffverarbeitenden Industrie unterwegs. Die Diplom-Meteorologin entdeckte ihr Herz für Wirtschaftsthemen als Redakteurin bei den VDI-Nachrichten in Düsseldorf, was sich bei ihr als Kommunikationschefin beim Arbeitgeberverband Hessenchemie noch vertiefte. In der Freizeit streift sie am liebsten durch Wald, Feld und Flur.

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