Berlin. Viele Geringverdiener werden ab Juli 2019 netto etwas mehr auf dem Konto haben: Für ein Arbeitsentgelt zwischen 450 und 1.300 Euro brutto müssen sie nur reduzierte Beiträge an die Sozialversicherungen zahlen. Bisher liegt die Obergrenze für einen „Midijob“ noch bei 850 Euro im Monat.

Diese gesetzliche Erweiterung der sogenannten Gleitzone gehört zu einem breit gefächerten Rentenpaket, das Ende 2018 beschlossen worden ist. Von der Midijob-Reform haben vor allem Frauen etwas, die in Teilzeit arbeiten. Das hat das Wirtschaftsforschungsinstitut DIW errechnet. „Im Durchschnitt werden die Begünstigten um 17 Euro je Monat entlastet“, heißt es in einer Studie, maximal ergebe sich ein Plus von über 23 Euro. Auf das Gesamteinkommen etwa eines Ehepaars kommt es dabei allerdings nicht an – „insoweit ist die Reform nicht zielgerichtet auf die Entlastung von Haushalten mit niedrigem Einkommen zugeschnitten“ (es profitiert also auch eine Zahnarztgattin von den neuen Regeln).

1.300 Euro – das ist die neue Obergrenze für den Midijob

Zweiter Vorteil der Midijob-Reform: Ab Juli werden – trotz der etwas verminderten Rentenversicherungsbeiträge des Beschäftigten – „volle Rentenanwartschaften aus dem tatsächlichen Arbeitsentgelt erworben“, wie die Deutsche Rentenversicherung erklärt.

Die Regeln für die Gleitzone gelten übrigens nach wie vor ausdrücklich nicht für Azubis. Wohl aber gelten sie für Menschen in Altersteilzeit, deren Gehalt erst durch Reduzierung der Arbeitszeit unter die Grenze gesunken ist. Das hat schon vor einer Weile das Bundessozialgericht klargestellt (15. 8. 18, B 12 R 4/18 R).