Mehr Industrienähe geht nicht! Das war das Fazit des Netzwerktreffens „STARTUPS X HESSENMETALL“, das Anfang Juli im restlos ausgebuchten Customer Experience Center des Siemens-Schaltanlagenwerksin Frankfurt stattfand.
Direkt in der Werkhalle trafen sich spannende Tech-Start-ups, Vertreter aus Betrieben der hessischen Metall-, Elektro- und IT-Industrie sowie Investoren und weitere Gäste, um einander kennenzulernen und mögliche Kooperationen auszuloten.
„Als Verband ist es uns ein Herzensanliegen, gemeinsam mit unserem starken Netzwerk Motor eines mutigen, vorwärtsgerichteten Denkens und Handelns zu sein, indem wir vernetzen, Brücken bauen und so Innovationen ermöglichen“, erklärte Friedrich Avenarius, Geschäftsführer von Hessenmetall Rhein-Main-Taunus, gleich zu Beginn des Events.
Geschäftsideen in 90-Sekunden-Pitches vorstellen
Mitgastgeber Mark Backhaus, Standortleiter des Siemens-Schaltanlagenwerks, erläuterte die Bedeutung von Start-ups für den Konzern. Nach seiner Erfahrung könne großer Mehrwert entstehen, wenn alte gewachsene Strukturen mit der neuen Welt der Start-ups zusammengebracht werden. Backhaus: „Wir wollen im globalen Wettbewerb nicht nur bestehen, sondern wir wollen ihn aktiv mitgestalten, und das kann man nur, wenn man sich ständig neu erfindet, ausprobiert, sich hinterfragt und neue Ideen einbringt.“
Wie solche neuen Ideen aussehen können, zeigten die Jungunternehmer in 90-Sekunden-Pitches auf der Bühne und auch an ihren Infoständen, die dicht an dicht in der großen Halle beieinanderstanden.
Im „Meet Our Industry“-Pitch präsentierten danach sechs etablierte Unternehmen stellvertretend für die Industrie ihre Herausforderungen, für die sie innovative Ideen suchen, und Start-ups, die sie dabei unterstützen können. Zum Abschluss wurde die Politik in die Pflicht genommen. Unter der Moderation von Dr. Francesco Pisani von Deloitte diskutierte Armand Zorn, Bundestagsabgeordneter und stellvertretender Vorsitzender der SPD-Bundestagsfraktion, mit Dr. Dominic Deller von SAMSON, Simon Krech von Core Sensing sowie Tobias Schulz vom High-Tech Gründerfonds, wie die Bundesregierung die Wirtschaft durch einen Innovations-Boost unterstützen könnte.
Konstruktiv aufeinanderzugehen
Wie die Unternehmer betonten, hemme vor allem die überbordende Bürokratie und Regulatorik das Vorankommen und sorge für Nachteile im globalen Wettbewerb.
„Wir brauchen Dinge, die Mut machen, zum Beispiel mehr Investitionen in die Bildung und in eine bessere Infrastruktur, zu der auch Datenleitungen und Strom gehören, und nicht immer mehr Regelungen, die kaum noch zu überblicken sind“, betonte Deller.
Zorn nahm die Anregungen gern auf: „Wir sind darauf angewiesen, dass Sie konstruktiv auf uns zukommen.“ Er versprach, beim nächsten Start-up-Event wieder dabei zu sein und gemeinsam zu schauen, ob Berlin geliefert und einen Innovations-Boost gezündet hat.

Maja Becker-Mohr ist für aktiv in den Unternehmen der hessischen Metall-, Elektro- und IT-Industrie sowie der papier- und kunststoffverarbeitenden Industrie unterwegs. Die Diplom-Meteorologin entdeckte ihr Herz für Wirtschaftsthemen als Redakteurin bei den VDI-Nachrichten in Düsseldorf, was sich bei ihr als Kommunikationschefin beim Arbeitgeberverband Hessenchemie noch vertiefte. In der Freizeit streift sie am liebsten durch Wald, Feld und Flur.
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