Das Wichtigste auf einen Blick:

  • Praxisnah: In „Mädchen für Technik-Camps“ in Bayern lernen Schülerinnen von 12 bis 14 Jahren Technik-Berufe kennen.
  • Selbst mitmachen: Bei Unternehmen wie Wilo, Knorr-Bremse und Kaeser bauen sie eigene Werkstücke.
  • Förderung: Unterstützt werden die Camps von den bayerischen M+E-Arbeitgebern bayme vbm.

Technik-Berufe lernen Schülerinnen von 12 bis 14 Jahren in den „Mädchen für Technik-Camps“ während der bayerischen Schulferien kennen. Neugier, Teamwork und viel Praxis stehen im Mittelpunkt der Camps, die von den bayerischen M+E-Arbeitgebern bayme vbm als Hauptförderer unterstützt werden.

Gemeinsam mit Auszubildenden und Ausbildenden tauchen die Teilnehmerinnen in die Praxis ein und testen dabei ihr handwerkliches und technisches Geschick. Die Campwochen werden von einem pädagogischen Team begleitet und es gibt ein abwechslungsreiches Rahmenprogramm, sodass die Teilnehmenden intensive Tage mit vielen neuen Eindrücken, Herausforderungen und Erfolgserlebnisse erleben.

„MINT-Berufe interessieren mich generell und ich wollte hier weiter herausfinden, was am besten zu mir passt“, sagt etwa Campteilnehmerin Arina (14 Jahre). "Es hat mir unglaublich viel Spaß gemacht mit den verschiedenen Werkzeugen zu arbeiten.“

„Es beeindruckt jedes Jahr aufs Neue, mit wie viel Begeisterung und handwerklichem Geschick die Mädchen ans Werk gehen“

Rüdiger Hopf, Ausbildungsleiter Kaeser Kompressoren

Bei Knorr-Bremse, Kaeser Kompressoren und Wilo bauten die Teilnehmerinnen eigene Werkstücke und erlebten MINT-Berufe wie Industrieelektronikerin, Mechatronikerin oder Zerspanungsmechanikerin. Bei Wilo in Hof entstanden ein Geschicklichkeitsspiel und eine Taschenlampe.

„Die Förderung des technischen Nachwuchses hat bei uns seit vielen Jahren Tradition“

Florence Bröcheler, Ausbildungsleiterin Knorr-Bremse München

Bei Knorr-Bremse in München fertigten sie einen elektronischen Würfel und bei Kaeser Kompressoren in Coburg probierten die Mädchen unter anderem Berufe wie technische Produktdesignerin aus. Den selbst gebauten Schmuckständer durften sie mit nach Hause nehmen.

Mädchen und MINT

  • Die Nachfrage nach qualifizierten Fachkräften in MINT-Berufen – Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik – ist hoch und wächst stetig. Doch Frauen sind in diesem Berufsfeld nach wie vor stark unterrepräsentiert: Laut einer Auswertung des Instituts der deutschen Wirtschaft sind derzeit nur 16,4 Prozent der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten in MINT-Berufen weiblich. Der Anteil steigt, aber nur langsam, 2012 lag er noch bei 13,8 Prozent.
  • In der Ausbildung sieht es ähnlich aus: Im Schuljahr 2024/25 waren lediglich 14,1 Prozent der Auszubildenden in MINT-Berufen weiblich. Positiver entwickelt sich die Lage im Hochschulbereich: 2024 erreichte der Frauenanteil unter Studierenden, die ein MINT-Studium aufgenommen haben, 36 Prozent – ein neuer Höchststand gegenüber 31 Prozent zehn Jahre zuvor.
  • Genau hier setzt die Wirtschaft an. Unternehmen werden durch Formate wie das „Mädchen für Technik“-Camp bei der langfristigen Nachwuchsgewinnung und der positiven Imagebildung technischer Berufe unterstützt. Das Camp ist Teil der Bildungsinitiative Technik – Zukunft in Bayern, die von den bayerischen Metall- und Elektro-Arbeitgebern bayme vbm als Hauptförderer sowie vom Bayerischen Staatsministerium für Wirtschaft, Landesentwicklung und Energie gefördert wird.
  • MINT-Berufe bieten vielfältige, zukunftssichere Karrierewege mit guten Gehalts- und Aufstiegsmöglichkeiten – und sie sind Motor für Innovation, technologische Entwicklung und wirtschaftliches Wachstum. Das Ziel: junge Frauen früh begeistern und das brachliegende Potenzial für den Fachkräftemarkt heben.
Friederike Storz
aktiv-Redakteurin

Friederike Storz berichtet für aktiv aus München über Unternehmen der bayerischen Metall- und Elektro-Industrie. Die ausgebildete Redakteurin hat nach dem Volontariat Wirtschaftsgeografie studiert und kam vom „Berliner Tagesspiegel“ und „Handelsblatt“ zu aktiv. Sie begeistert sich für Natur und Technik, Nachhaltigkeit sowie gesellschaftspolitische Themen. Privat liebt sie Veggie-Küche und Outdoor-Abenteuer in Bergstiefeln, Kletterschuhen oder auf Tourenski.

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