Da gibt es kaum Veränderung: Schon seit Jahren übernimmt die überwiegende Zahl der bayerischen Metall- und Elektro-Unternehmen (M+E) ihre ausgelernten Azubis. Das ist auch in diesem Jahr der Fall: Neun von zehn Azubis können in ihrem Lehrbetrieb in einen Job starten, größtenteils sogar unbefristet. Das ergab die diesjährige Umfrage der bayerischen M+E-Arbeitgeberverbände bayme vbm unter ihren Mitgliedsfirmen.

Rechnerisch kommen in Bayern auf jeden Bewerber 1,5 Stellen für Auszubildende

Für die jungen Menschen ist das ein gutes Zeichen: Denn auch wenn die aktuelle wirtschaftliche Lage alles andere als rosig ist: „Der hohe Übernahmewille zeigt das Interesse der Unternehmen, ihre ausgelernten Azubis langfristig an sich zu binden“, sagt Bertram Brossardt, Hauptgeschäftsführer der bayerischen Arbeitgeberverbände bayme vbm. 2026 sollen sogar 96 Prozent der Azubis übernommen werden. Und auch wenn es weniger Ausbildungsplätze gibt: Rechnerisch kommen auf jeden Bewerber in Bayern branchenübergreifend immer noch 1,5 offene Stellen.

Klar ist, dass die schwierige konjunkturelle Lage und die strukturellen Probleme am Standort Deutschland Spuren auf dem Ausbildungsmarkt hinterlassen. Bayerns M+E-Industrie hat zum Ausbildungsstart in diesem Herbst 14.458 Ausbildungsverträge neu abgeschlossen, ein Rückgang um knapp 4 Prozent gegenüber 2024. Und erstmals seit Jahren gibt fast ein Drittel der Firmen an, dass sie wegen der Wirtschaftskrise ihre Ausbildungsplätze reduzieren. Nach wie vor klagen Firmen aber auch, dass ihnen keine geeigneten (58 Prozent) oder zu wenig Bewerbungen (44 Prozent) vorliegen.

Nachwuchsgewinnung bleibt wichtigste Zukunftsaufgabe

Auch für den Ausbildungsstart 2026 werden laut Prognose weniger Plätze in Bayerns M+E-Industrie zur Verfügung stehen. Die Anzahl der Praktikumsplätze will die überwiegende Mehrheit der Firmen aber beibehalten. Schließlich, so Brossardt, bleibt „langfristig die Nachwuchsgewinnung eine der wichtigsten Zukunftsaufgaben“. Orientierung dafür bietet beispielsweise die Plattform sprungbrett-bayern.de.

Alix Sauer
Leiterin aktiv-Redaktion Bayern

Alix Sauer hat als Leiterin der aktiv-Redaktion München ihr Ohr an den Herausforderungen der bayerischen Wirtschaft, insbesondere der Metall- und Elektro-Industrie. Die Politologin und Kommunikationsmanagerin volontierte bei der Zeitungsgruppe Münsterland. Auf Agenturseite unterstützte sie Unternehmenskunden bei Publikationen für Energie-, Technologie- und Mitarbeiterthemen, bevor sie zu aktiv wechselte. Beim Kochen und Gärtnern schöpft sie privat Energie.

Alle Beiträge der Autorin