Das Wichtigste auf einen Blick:
- Im Unternehmen Bosch Rexroth gibt es einen Fotoclub.
- Die Clubmitglieder haben für 2026 einen Kalender erstellt.
- Die Aufnahmen zeigen Märchenszenen und Plätze aus der Schneewittchen-Stadt Lohr am Main.
Schneewittchen hat keinen leichten Job: freundlich lächeln mit sieben hibbeligen Zwergenkindern an der Hand, anmutig posieren für Nachtaufnahmen vor historischer Kulisse. Und dann noch: stundenlang still sitzen im Schloss. Doch das alles musste sein – für den Kalender zum Schneewittchen-Jubiläum in Lohr am Main wollte Albert Köckemann perfekte Bilder schießen.
Der pensionierte Elektroingenieur ist Vorstand des Bosch Rexroth Fotoclubs, der seit mehr als fünf Jahrzehnten fotografiebegeisterte Mitarbeitende des Antriebs- und Steuerungstechnik-Unternehmens und Einheimische zusammenbringt. Seine besten Aufnahmen zeigt der Club jedes Jahr im Herbst beim traditionellen Rambour-Apfelfest in Lohr am Main. Ein besonderes Schmankerl war diesmal der Schneewittchen-Kalender von Köckemann und Team. 170 Stück wurden schon verkauft, weitere sind bei der Lohrer Touristinformation zu haben, die das Projekt angestoßen hat.
Ehrenamtliches Engagement
Mehr als fünf Millionen Menschen in Bayern haben ein Ehrenamt. Das ist etwa jeder Dritte über 14 Jahre. Das Engagement reicht von Sport und Kultur über den Einsatz in Rettungsdiensten bis hin zur Heimatpflege. Im Freistaat gibt es allein 315.000 ehrenamtliche Feuerwehrleute. Dazu kommen Zehntausende Aktive bei Bergrettung, Wasserwacht und THW. Die Wirtschaft zieht mit: Viele Mitarbeitende aus der Metall- und Elektro-Industrie engagieren sich neben Familie und Beruf für die Gemeinschaft. Die Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft (vbw) fördert den heimischen Fußball-, Ski- sowie den Landesfeuerwehrverband.
Bei Bosch Rexroth wird ehrenamtliches Engagement der Beschäftigten großgeschrieben
„Wir wollen damit kein Geld verdienen“, betont Köckemann. 2 Euro je Kalender (Kaufpreis 12,95 Euro) gehen an die Lohrer Tafel, die Lebensmittel an Bedürftige verteilt, den Rest verschlangen Druck- und Papierkosten. Insgesamt hat der Club mit verschiedenen Aktionen rund 10.000 Euro Spenden in den letzten Jahren gesammelt und dabei großzügig aus eigenen Mitteln aufgerundet.
Auch die 7 Zwerge und die böse Königin sind zu sehen
Köckemann nutzt sein Talent gern für den guten Zweck und hängt sich rein. Fünf Shootings brauchte es, bis die 24 großformatigen Kalenderbilder mit Schneewittchen, Zwergen, Jäger und der bösen Königin im Kasten waren. Jeder Ort vom Fischerviertel bis zum Zauberspiegel wurde vorab eingehend besichtigt. Gar nicht zu reden vom Papierkram für Genehmigungen (Fotos im Schloss!) und Bildbearbeitung am PC. Das schluckte viele Stunden. Doch „es hat Spaß gemacht“, so sein Fazit.
„Es war viel Papierkram nötig für die Foto-Genehmigungen im Schloss“
Albert Köckemann, ehemaliger Entwicklungsleiter Bosch Rexroth
Beim Clubabend trifft er ehemalige Kollegen
Alle zwei Wochen geht er zum Fotoclub-Abend im Werk 1 von Bosch Rexroth. Früher stellte das Unternehmen sogar Labor und Geräte. „Das ist in Zeiten der Digitalfotografie nicht mehr nötig“, so Vorstand Köckemann. Er schätzt die Besuche im Werk. „Dabei treffe ich immer wieder ehemalige Kollegen. Dann wechseln wir ein paar Worte. Das ist schön.“

Friederike Storz berichtet für aktiv aus München über Unternehmen der bayerischen Metall- und Elektro-Industrie. Die ausgebildete Redakteurin hat nach dem Volontariat Wirtschaftsgeografie studiert und kam vom „Berliner Tagesspiegel“ und „Handelsblatt“ zu aktiv. Sie begeistert sich für Natur und Technik, Nachhaltigkeit sowie gesellschaftspolitische Themen. Privat liebt sie Veggie-Küche und Outdoor-Abenteuer in Bergstiefeln, Kletterschuhen oder auf Tourenski.
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