München. Bis Mitte Oktober sind sie zu bestaunen: Elektroautos – jetzt das große Thema beim Pariser Autosalon. Doch damit sie hierzulande massenhaft über die Straßen rollen, muss noch viel passieren. Wer sich einen Stromer kauft, kann sich dafür nicht so einfach eine Ladestation installieren.

Auch wenn man zum Beispiel in einer gemeinschaftlichen Tiefgarage alles bezahlen würde, ist doch die Zustimmung der anderen Eigentümer nötig. Das entschied kürzlich das Landgericht München – es gehe ja schließlich um eine „bauliche Veränderung“.

Mit solchen Regeln schafft man beim Verkehr keine Energiewende. Bayern hat daher nun über den Bundesrat gesetzliche Änderungen mit angeschoben: Wer ein E-Auto kauft, soll die Stromzapfsäule in Garage oder Carport leichter bekommen. Nicht nur als Eigentümer, auch als Mieter.

Alleine Bayern benötigt bald 7.000 öffentliche Ladesäulen

Die bayerische Wirtschaft betont, dass solche kleinen Änderungen große Wirkung haben können. Schließlich ist die öffentliche Ladeinfrastruktur noch unterentwickelt.

Die Bundesregierung macht 300 Millionen Euro für Ladestationen locker, ab 2017. Zusätzliches Geld kommt wohl vom Bayerischen Verkehrsministerium, es sieht im Freistaat „bis 2020 einen Bedarf von rund 7.000 öffentlichen Ladesäulen“. Schon jetzt hilft die Behörde, Stromtanken online zu finden (ao5.de/ladeatlas).



Auch sonst schiebt die Politik die Elektroautos an. Seit 2015 sind Sonderrechte etwa fürs Parken oder Fahren auf Busspuren zulässig. Im Mai kam die Kaufprämie für Neuwagen, je zur Hälfte finanziert von Staat und Auto-Industrie: 4.000 Euro Zuschuss bei reinen Stromern und 3.000 Euro bei Plug-in-Hybriden, die man ebenfalls an die Steckdose hängen kann. Und soeben ging ein weiteres Extra durch den Bundestag: Reine Stromer sind zehn Jahre lang von der Kfz-Steuer befreit.

Schon vor sechs Jahren hat die Bundesregierung das Ziel von einer Million Elektrofahrzeugen proklamiert – für 2020. Das wird knapp. Anfang dieses Jahres waren es (inklusive Plug-in-Hybride) 55.000.