Umfrage in der M+E-Industrie

Konjunktur: Bayerische Wirtschaft weiter auf Talfahrt

Die Zeichen sind alarmierend: Weil im Inland hohe Kosten drücken, verlagern bayerische M+E-Betriebe Produktion ins Ausland. Vor allem die Arbeitskosten belasten, aber auch die Preise für Energie und die bürokratischen Hürden.

Bertram Brossardt, Hautgeschäftsführer der Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft.

Bertram Brossardt

Hauptgeschäftsführer der bayerischen M+E-Arbeitgeberverbände

Unsere jüngste Konjunkturumfrage zeigt einmal mehr, dass das Herz der bayerischen Wirtschaft immer weiter ausblutet! Das ist ein dramatisches Zeichen. Die Talfahrt der bayerischen M+E-Industrie ist zwar weniger steil, aber kontinuierlich bergab gerichtet. Wir müssen diesen Prozess stoppen, bevor die De-Industrialisierung nicht mehr aufzuhalten ist.

Vor allem die Standortbedingungen setzen den Betrieben zu. Hohe Energiepreise, überbordende Bürokratie und steigende Arbeitskosten erschweren Investitionen im Inland. Sie tragen dazu bei, dass Betriebe ihre Produktion ins Ausland verlagern, anstatt ihre Kapazitäten hierzulande auszubauen.

Fakten & Hintergründe

Das jüngste Reformpaket der Bundesregierung zeigt den politischen Willen zur Veränderung, aber weitere Schritte müssen folgen. So brauchen wir weiterhin Tempo und Entschlossenheit, wenn es darum geht, die Arbeitskosten zu reduzieren und die Arbeitszeit zu flexibilisieren. Nur so schaffen wir den Wechsel vom Abschwung zum Aufschwung.

Neben der Bundesregierung sind auch die Tarifparteien gefordert, ihren Beitrag zur Zukunftsfähigkeit der M+E-Industrie zu leisten. In der anstehenden Tarifrunde im Herbst können sie wichtige Weichen stellen – vor allem mit Blick auf die Arbeitskosten. Diese sind ein entscheidender Standortfaktor und haben unmittelbare Auswirkungen auf die Beschäftigung.

Klar ist: Wir brauchen einen Tarifabschluss, der flexibel auf die aktuelle Krisensituation reagiert!

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