Pneumatik

Kaeser Kompressoren liefert Druckluft für den Diercke-Atlas

Den dicken blauen Schulatlas von Westermann kennt jedes Kind. Das fränkische Unternehmen Kaeser Kompressoren spielt eine wichtige Rolle beim Druck des Klassikers für den Geografie-Unterricht.

Das Wichtigste auf einen Blick:

  • Der Diercke-Schulatlas erscheint seit 1883.
  • Technik von Kaeser Kompressoren hilft bei der Herstellung des Klassikers.
  • Das Unternehmen liefert dazu unter anderem energiesparende Druckluftstationen.

Vom Spessart bis zum Titicacasee. Vom Nordkap bis nach Feuerland. Die ganze Welt ist hier drin: im Diercke-Weltatlas. Mit ihm haben Generationen von Schülerinnen und Schülern Länder und Kontinente erkundet und im Geografie-Unterricht Gebirge, Ozeane und Wüsten erforscht.

Auch jetzt zum Schuljahresbeginn wird der Atlas wieder ausgegeben. 1883 erschien er zum ersten Mal. Die aktuelle Auflage enthält über 500 Karten auf 336 Seiten.

An der Entstehung des Klassikers mit dem blauen Einband ist Technik aus der bayerischen Metall- und Elektro-Industrie beteiligt, genauer gesagt aus Franken. Der Westermann-Verlag in Braunschweig arbeitet bei der Herstellung des bekanntesten und am weitesten verbreiteten Schulatlas mit Technik des Druckluftspezialisten Kaeser Kompressoren in Coburg.

Spezielle Sauger trennen die Papierbögen

Zum Drucken braucht man, na … Druckluft! Sie ist eine der wichtigsten Energiequellen für den Betrieb moderner Druckmaschinen und die Weiterverarbeitung gedruckter Produkte. Eine Vielzahl weiterer Prozesse läuft ebenfalls pneumatisch – also mit Druckluft betrieben. Zum Beispiel beim Papiertransport. Da gilt es, die einzelnen Papierbögen exakt durch die Maschine zu bewegen.

Spezielle Sauger und Blasdüsen trennen zunächst die Papierbögen voneinander, heben sie an und führen sie dann einen nach dem anderen zu den Druckwerken. Zylinder, Ventile und Walzen – viele dieser mechanischen Elemente in der Druckmaschine werden ebenso pneumatisch gesteuert. Auch zum Abblasen von Staub und Papierfasern wird Druckluft verwendet.

„Ohne Druckluft entsteht kein Buch“

Martin Lauke, Leiter Betriebstechnik Westermann

Für den Westermannverlag war es wichtig, dass der Druck des Klassikers energiesparend, verlässlich und effizient abläuft. Deshalb entschied man sich für das Unternehmen Kaeser, als ein Austausch der bisherigen Druckluftstation, die in die Jahre gekommen war, anstand. Kaeser übernahm den Auftrag und passte die neue Anlage ein. Das war Maßarbeit, doch alles hat reibungslos funktioniert.

Nützliches Wissen

Die Druckluftstation besteht aus drei sogenannten Schraubenkompressoren. Mehr Druckluft mit weniger Energie: Das ermöglicht die besondere Konstruktion in Verbindung mit effizienten Motoren. Genau solche starken und sparsamen Maschinen braucht es in der Industrie.

Eine Steuerung für Trockner und Filter

Schraubenkompressoren verdichten die Luft mithilfe von zwei ineinandergreifenden, schraubenförmigen Rotoren. Sie liefern Druckluft für viele Branchen und Anwendungen und werden häufig in Produktionsanlagen, pneumatischen Steuerungen, Werkstätten, Lackierereien und auch in großen Industrieanlagen eingesetzt.

Beim Druck des Diercke-Atlas dirigiert und optimiert eine maschinenübergreifende Steuerung – ebenfalls von Kaeser – den Betrieb von mehreren Kompressoren sowie Trocknern und Filtern. Das erhöht so nochmals die Wirtschaftlichkeit.

Druckluft für den Export

Die Kompressoren-, Druckluft- und Vakuumtechnik stellt eine eigene Warengruppe in den Produktions- und Außenhandelsstatistiken dar. Die exportorientierte Branche liefert wichtige Maschinenkomponenten, unter anderem in die USA und europäische Nachbarländer. Druckluft wird dabei für viele Arbeitsschritte gebraucht.

Die komprimierte Luft treibt Maschinen und Werkzeuge an oder steuert auch Prozesse. Sie kommt in zahlreichen Bereichen zum Einsatz, etwa in der Produktion, im Maschinenbau, in Druckereien, Werkstätten, der Lebensmittel-Industrie und im Gesundheitswesen. Gebraucht wird sie zum Beispiel für Transport und Reinigung sowie zum Heben, Lackieren und Montieren.

Friederike Storz

aktiv-Redakteurin

Friederike Storz berichtet für aktiv aus München über Unternehmen der bayerischen Metall- und Elektro-Industrie. Die ausgebildete Redakteurin hat nach dem Volontariat Wirtschaftsgeografie studiert und kam vom „Berliner Tagesspiegel“ und „Handelsblatt“ zu aktiv. Sie begeistert sich für Natur und Technik, Nachhaltigkeit sowie gesellschaftspolitische Themen. Privat liebt sie Veggie-Küche und Outdoor-Abenteuer in Bergstiefeln, Kletterschuhen oder auf Tourenski.

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