Herr Hampel, warum brauchen wir eine „Generation Gemeinsam“?

Weil die großen Herausforderungen wie der Fachkräftemangel oder die Digitalisierung nur generationenübergreifend lösbar sind. Nur, wenn wir die Stärken aller nutzen und zusammen anpacken, lässt sich etwas bewegen.

In welchen Punkten ähneln sich Jung und Alt denn?

In unserer Studie, aber auch bei Generationenworkshops in Unternehmen frage ich die Altersgruppen immer, was für sie „gute Arbeit“ bedeutet. Große Unterschiede zeigen sich da nicht. Gute Atmosphäre, Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben, ein sicherer Job und gute Führungskräfte werden am häufigsten genannt. Auch von einem Verlust der Tugenden und Werte bei der Jugend kann keine Rede sein, das sind Klischees. Ehrlich, zuverlässig, hilfsbereit zu sein, ist allen Altersgruppen wichtig.

Ihre Tipps für ein gutes Miteinander?

Gegenseitiges Vertrauen, Wertschätzung und Respekt. Das klingt vielleicht etwas abgedroschen, gilt aber besonders in altersdiversen Teams als Wundermittel! Bei schwierigen Aufgaben ist es zudem wichtig, das Ziel, auf das gemeinsam hingearbeitet werden soll, klar in den Vordergrund zu stellen.

Wie entsteht mehr Verständnis für die Jungen?

Man sollte versuchen, sich in ihre Lage hineinzuversetzen. Nur wer junge Menschen ernst nimmt, kann dasselbe auch von ihnen erwarten. Gleichzeitig muss man verstehen, dass sie in einer Welt groß werden, die von Unsicherheit, rasantem Tempo und einem enormen Leistungsdruck geprägt ist. Das alles stresst.

Warum entfalten gerade gemischte Teams eine Superkraft?

Weil Vielfalt an Perspektiven und Kompetenzen bessere Entscheidungen und mehr Kreativität ermöglicht! Die Stärke von diversen Teams liegt darin, Gruppendenken zu verhindern und so schwierige Aufgaben zusammen zu meistern.

Wann sind homogene Teams denn besser?

Wenn Routineaufgaben durch schnelle Abstimmungen zu erledigen sind. Ähnliche Erfahrungen und Sichtweisen sorgen hier für Effizienz. Wenn jedoch Prozesse hinterfragt und kreativ gearbeitet werden soll, sind diverse Teams klar im Vorteil.

Friederike Storz
aktiv-Redakteurin

Friederike Storz berichtet für aktiv aus München über Unternehmen der bayerischen Metall- und Elektro-Industrie. Die ausgebildete Redakteurin hat nach dem Volontariat Wirtschaftsgeografie studiert und kam vom „Berliner Tagesspiegel“ und „Handelsblatt“ zu aktiv. Sie begeistert sich für Natur und Technik, Nachhaltigkeit sowie gesellschaftspolitische Themen. Privat liebt sie Veggie-Küche und Outdoor-Abenteuer in Bergstiefeln, Kletterschuhen oder auf Tourenski.

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