Das Wichtigste auf einen Blick:

  • Von 46 Wirtschaftsverbänden sagen 18, die Lage habe sich verschlechtert.
  • 22 Verbände erwarten 2026 in ihren Branchen Stellenabbau.
  • Viele Verbände erwarten einen Rückgang bei den Investitionen.

Die Konjunktur in Deutschland ist im abgelaufenen Jahr auf der Stelle getreten – und das nach zwei vorangegangenen Rezessionsjahren. Kein Wunder also, dass die Stimmung in den deutschen Wirtschaftsverbänden zum Jahreswechsel 2025/2026 eher mau ist. Eine detaillierte Darstellung der Ergebnisse der Befragung als interaktive Grafik finden Sie hier.

Von den 46 befragten Verbänden geben 18 an, dass ihre Lage schlechter als vor einem Jahr ist – nur 14 berichten von einer Aufhellung. Vor allem die Industriebranchen beurteilen ihre Situation negativer als zur Jahreswende 2024/2025.

Der Blick nach vorn ist da um einiges erfreulicher. Verglichen mit den Vorjahren ist der Anteil der pessimistischen Verbände deutlich gesunken, inzwischen überwiegt sogar leicht die Zuversicht: 19 Branchen erwarten für 2026, dass sich ihre geschäftliche Situation verbessert – nur neun rechnen mit einem Abwärtstrend.

Die Optimisten finden sich vor allem im Dienstleistungssektor, aber auch Industriezweige wie der Luft- und Raumfahrzeugbau, der Maschinenbau oder die Elektro-Industrie gehen zumindest von einer leicht steigenden Produktion aus. Wenig Hoffnung auf bessere Geschäfte haben unter anderem die Papierfabriken, Zeitschriftenverlage sowie die Automobil-Industrie.

Insgesamt sieht es für die deutsche Wirtschaft nach einer Aufhellung aus, die zahlreichen Konjunkturrisiken lassen aber einen markanten Aufschwung vorerst kaum zu. Passend dazu erwartet eine relative Mehrheit von 14 Verbänden, dass ihre Unternehmen im kommenden Jahr weniger investieren werden als zuletzt – nur elf rechnen mit wachsenden Investitionsbudgets. Noch deutlicher lässt sich die anhaltende Verunsicherung der deutschen Wirtschaft an den Beschäftigungsaussichten ablesen: Lediglich neun Verbände gehen davon aus, dass ihre Mitgliedsfirmen 2026 unterm Strich Personal aufstocken werden – 22 rechnen dagegen mit einem Stellenabbau.

Zwar ist der Negativsaldo damit kleiner als vor einem Jahr. Dennoch führen die nach wie vor erheblichen strukturellen Belastungen wie die hohen Energiekosten dazu, dass vor allem in der Industrie die negativen Beschäftigungsperspektiven überwiegen.

Unterstützt vom iwd, dem Informationsdienst des Instituts der deutschen Wirtschaft.