Hessenmetall, der Arbeitgeberverband der größten Industrie des Bundeslands, ist auf Wachstumskurs. Darüber sprach aktiv mit Dirk Pollert, Hauptgeschäftsführer von Hessenmetall.

Herr Pollert, Hessenmetall ist eine wichtige Stütze der hessischen Wirtschaft. Der Verband wächst. Wie geht das? Was haben Sie gemacht?

Hessenmetall hat sich 2017 besonders auf den Weg gemacht, ein mehrwertstiftender, mitgliederorientierter Dienstleistungsverband zu werden, der sich auf die veränderten Wertschöpfungsketten in der hessischen M+E-Industrie eingestellt hat. So werden zum Beispiel IT-Anbieter und -Anwender in Digitalforen zum anwendungsbezogenen Technologietransfer zusammengeführt.

Wie war die Mitglieder-Entwicklung in den letzten 10 oder 20 Jahren? Wie viele Mitglieder sind es geworden?

Anfang 2000 hat sich Hessenmetall als zuvor ausschließlich tarifgebundener Arbeitgeberverband auch für die Mitgliedschaft ohne Tarifbindung geöffnet. Das ebnete den Weg zu neuen Mitgliedern. In den letzten Jahren konnten dadurch insbesondere viele IT-Firmen und Start-ups gewonnen werden, sodass die Mitgliederzahl auf aktuell 740 gesteigert werden konnte.

Wie und warum kommen neue Unternehmen zum Verband?

Die Kernkompetenzen und Services fokussieren den optimalen Einsatz des Menschen in der Arbeitswelt: Arbeitsrecht, Tarifservices, Arbeitswissenschaft, Aus- und Weiterbildung sowie effiziente Produktion. Hessenmetall ist Treiber der digitalen Arbeitswelt, Plattform für anwendungsbezogenen Technologietransfer, Netzwerk und Interessenvertretung mit klarem Fokus auf die Wettbewerbsfähigkeit seiner Mitglieder.

Was bekommen die Unternehmen für ihren Mitgliedsbeitrag?

Mitglieder, Eigentümer und Führungskräfte erhalten Zugang zu Information, Beratung, Weiterbildung und Netzwerken im digitalen Verband. Aktuell wird etwa das Thema „Markterschließung und Verteidigungsfähigkeit“ aufgebaut.

Warum ist es wichtig, dass sich möglichst viele Unternehmen einer Branche zu einem Arbeitgeberverband bekennen?

Hessenmetall vertritt die Interessen der hessischen M+E- und IT-Unternehmen gegenüber Politik, Gewerkschaften und Öffentlichkeit. Derzeit gilt es, die De-Industrialisierung im Strukturwandel zu stoppen und Beschäftigung zu sichern. Dafür braucht es unter anderem Unternehmensteuern unter 25 Prozent, stabile Sozialversicherungsbeiträge unter 40 Prozent und weniger Bürokratie.

Maja Becker-Mohr
Autorin

Maja Becker-Mohr ist für aktiv in den Unternehmen der hessischen Metall-, Elektro- und IT-Industrie sowie der papier- und kunststoffverarbeitenden Industrie unterwegs. Die Diplom-Meteorologin entdeckte ihr Herz für Wirtschaftsthemen als Redakteurin bei den VDI-Nachrichten in Düsseldorf, was sich bei ihr als Kommunikationschefin beim Arbeitgeberverband Hessenchemie noch vertiefte. In der Freizeit streift sie am liebsten durch Wald, Feld und Flur.

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