Was macht einen guten Job aus? Diese Frage beantwortet wohl jeder anders. Julian Hohberger jedenfalls suchte nicht unbedingt ein großes oder bekanntes Unternehmen, als er letztes Jahr den Job wechselte. Wo der 33-Jährige schließlich landete: bei der Bruchsaler Farbenfabrik (rund 40 Mitarbeiter).

Bei dem Hersteller von Farbpigmenten ist er jetzt Vertriebsleiter – und hilft auch dabei, noch mehr neue Kollegen zu finden. aktiv fragte ihn: Womit punkten kleine Unternehmen?

„Genau so etwas habe ich gesucht“

Kurze Wege und Kollegen, die man kennt. Darunter, ganz nahbar, der Firmeninhaber. „Genau so ein Unternehmen habe ich gesucht“, erzählt Hohberger. „Wir haben ein sehr familiäres Umfeld und einen tollen Zusammenhalt.“ Dass der Gesellschafter des Unternehmens auch Geschäftsführer ist, gibt ihm ein Gefühl der Sicherheit.

Dazu gibt’s Arbeitsbedingungen und Bezahlung nach dem Tarifvertrag der chemischen Industrie. „Das macht einen Arbeitgeber zusätzlich sehr attraktiv“, findet Hohberger, „denn in anderen Branchen würde man weniger verdienen.“

So spürt man den Zusammenhalt

Besonders wichtig aber ist ihm der Zusammenhalt im Betrieb. „Den spürt man zum Beispiel bei unserer jährlichen Sommerparty“, erzählt er. „Da ist fast jeder dabei und viele helfen mit – die einen bauen den Pavillon auf, die anderen organisieren die Bar oder stehen am Grill.“

Wer einmal bei der Bruchsaler Farbenfabrik gelandet ist, bleibt offenbar auch gerne dort. „Mein Vorgänger war zum Beispiel 28 Jahre hier, der Betriebsleiter ist schon seit über 25 Jahren dabei.“

Gutes Personal zu finden, ist schwierig

Doch die lange Betriebszugehörigkeit ist Segen und Fluch zugleich. Denn: Demnächst gehen einige Kollegen fast zeitgleich in Rente.

„Deshalb müssen wir uns frühzeitig darum kümmern, neue Kollegen zu suchen“, sagt Hohberger. „Denn gutes, qualifiziertes Personal zu finden, ist schwierig.“ Und er kann dafür seine Kontakte zum Beispiel von seinen vielen Messebesuchen nutzen.

Damit das Wissen der langjährigen Kollegen nicht verloren geht, setzt das Unternehmen auf eine lange Übergabephase – wenn möglich, arbeiten der alte und neue Kollege jeweils sechs bis acht Monate parallel.

Die Pigmente aus Bruchsal sind weltweit gefragt

Hohberger selbst hat am Anfang seines Berufslebens übrigens eine Ausbildung als Industriekaufmann bei einem Chemie-Unternehmen gemacht. Heute ist er Fachmann für die Chemie-Distribution: Das ist der komplette Prozess, wie die Produkte zum Kunden gelangen.

Was ihm an seinem Job besonders Spaß macht: Sein Netzwerk stetig zu erweitern und dafür zu sorgen, dass die Pigmente aus Bruchsal weltweit gefragt sind. Hohberger: „Wir vekaufen in knapp 100 Länder dieser Welt.“

Das Unternehmen

  • Die Bruchsaler Farbenfabrik wurde schon im Jahr 1896 als Lack- und Farbengroßhandlung gegründet und produzierte früher zum Beispiel Fensterkitt und Kalkfarben.
  • Heute stellt das Unternehmen verschiedene Farbpigmente her, etwa für Farben und Lacke.
Barbara Auer
aktiv-Redakteurin

Barbara Auer berichtet aus der aktiv-Redaktion Baden-Württemberg vor allem über die Chemieindustrie. Nach dem Studium der Sozialwissenschaft mit Schwerpunkt Volkswirtschaftslehre volontierte sie beim „Münchner Merkur“. Wenn Barbara nicht für aktiv im Einsatz ist, streift sie am liebsten durch Wiesen und Wälder – und fotografiert und filmt dabei, von der Blume bis zur Landschaft.

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