Das Ergebnis überrascht, ist aber eindeutig: „Die Lebenszufriedenheit der Menschen ist auf hohem Niveau stabil.“ Das sagt Professor Bernd Raffelhüschen. Denn der viel beachtete „Glücksatlas 2025“, erstellt von Raffelhüschen und seinem Team an der Universität Freiburg, spricht da eine ganz klare Sprache. Fast die Hälfte der Befragten ist demnach sogar hochzufrieden mit dem eigenen Leben – so viele wie zuletzt im Rekordjahr 2019. Etwas verbessert hat sich die Stimmung bei jüngeren Leuten und Menschen mittleren Alters, während sie bei den über 61-Jährigen leicht sank.
Erstellt wird der Glücksatlas jährlich mit dem Partner SKL Klassenlotterie, auf Basis von Umfragen durch die Institute Allensbach und Ipsos. Die Forscher untersuchen verschiedenste Punkte – zu Arbeit, Einkommen, Familie, Umwelt, Sicherheit oder Freizeit.
Zu vergleichbar positiven Ergebnissen kam schon ein Bericht des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) aus dem Vorjahr: „Die allgemeine Zufriedenheit der Menschen wie auch die mit Einkommen, Arbeit und Gesundheit sind in den vergangenen 20 Jahren gestiegen oder stabil geblieben“, berichtet DIW-Experte Daniel Graeber. Die Forscher nutzen für ihre Untersuchung Daten der Jahre 2004 bis 2021 aus dem Sozio-oekonomischen Panel; das ist eine Langzeitbefragung von 14.000 Haushalten.
Der seit Oktober vorliegende Entwurf für den amtlichen Armuts- und Reichtumsbericht des Arbeitsministeriums kommt unter anderem zu dem Schluss: „Die Menschen in Deutschland sind in Bezug auf die eigene Situation eher optimistisch.“ Was „angesichts der multiplen Krisen in dieser Zeit“ ein durchaus positives Ergebnis sei.
Überraschende Fakten im amtlichen Armuts- und Reichtumsbericht
Außerdem interessant: Die (in Deutschland relativ hohe) Ungleichheit der Vermögen hat von 2010 bis 2023 etwas abgenommen! Und: Der Anteil der Haushalte mit Nettoschulden hat sich in diesem Zeitraum deutlich verringert. Weil aber solche Fakten zu wenig bekannt sind, weicht die öffentliche Wahrnehmung von „Arm und Reich“ stark von der messbaren Realität ab: Auch das macht der amtliche Bericht auf seinen rund 680 Seiten deutlich; die finale Fassung soll noch 2025 vorgestellt werden.

Ganz wichtig für die Stimmung im Land ist natürlich der Zustand des heimischen Wirtschaftsstandorts. Damit beschäftigt sich das Ökonomenpanel des Ifo-Instituts, für das 180 Wirtschaftsprofessoren befragt werden. Für sie punktet Deutschland insbesondere mit vergleichsweise stabilen politischen Verhältnissen, guter Bildung und qualifizierten Fachkräften. Als größtes Problem wird die Bürokratie benannt. Nähme sich die Regierung der kritischen Punkte endlich an, wäre das sicher gut für die Zufriedenheit im Land.

Nach seiner Redakteursausbildung absolvierte Stephan Hochrebe das BWL-Studium an der Universität zu Köln. Zu aktiv kam er nach Stationen bei der Funke-Mediengruppe im Ruhrgebiet und Rundfunkstationen im Rheinland. Seine Themenschwerpunkte sind Industrie und Standort – und gern auch alles andere, was unser Land am Laufen hält. Davon, wie es aussieht, überzeugt er sich gern vor Ort – nicht zuletzt bei seiner Leidenschaft: dem Wandern.
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