Kellerbrand durch Roller-Akku“, „E-Bike fängt in Wohnung plötzlich Feuer“. Solche Schlagzeilen liest man immer wieder. Das Leichtmetallbau-Unternehmen Zarges aus Weilheim (800 Mitarbeitende) hat etwas, um solche Schäden zu verhindern. Bekannt ist die Firma aus dem Allgäu durch seine Zarges-Boxen.
Die robusten Aluminiumkisten gibt es jetzt für eine spezielle Anwendung: den Transport und die Lagerung von Lithium-Ionen-Akkus. Sie sind für Industrie, Handwerk, Fahrradhändler, aber auch für Privathaushalte gedacht. „Unkomplizierter kann man sich nicht vor einem Batteriebrand schützen“, so das Unternehmen.
Thermisches „Durchgehen“ als gefürchtete Kettenreaktion
Akkus speichern viel Energie auf kleinstem Raum, enthalten jedoch leicht entzündliche Stoffe. Bei Defekt droht Brandgefahr. Das Institut für Schadenverhütung und Schadenforschung (IFS) sieht da einen Trend. Die Institution der öffentlichen Versicherer führt jährlich rund 2.000 Brandursachenermittlungen zu Schäden an und in Gebäuden durch. Elektrizität und menschliches Fehlverhalten führen die Statistik an. Unter den elektrotechnischen Ursachen nimmt die Zahl der Akkubrände seit Jahren zu, 2024 machten sie rund ein Fünftel der Fälle aus. Das IFS führt dies in erster Linie auf die steigende Zahl akkubetriebener Geräte zurück.
Kritisch wird es, wenn die Stromspeicher beschädigt sind, etwa durch Stöße und Stürze. Dabei reißen Isolierschichten im Inneren, das sieht man oft von außen nicht. Überladung oder Hitze können zu „thermischem Durchgehen“ führen, einer Kettenreaktion, bei der sich der Akku unkontrolliert erhitzt – bis er brennt oder gar explodiert. Das ist kaum zu stoppen.
Ist der Akku in der Box, passiert jedoch – zumindest außen – nichts! Denn die Metallkiste ist mit einem dicken Polster ausgekleidet. Wie in einem „Bettchen“ werden die Akkus darin in einem feuerfesten Material eingebettet. Selbst wenn ein Akku in der Kiste brennen sollte, bleibt also alles unter Kontrolle. Aus der Tüv-geprüften Box dringen keine Flammen oder Splitter nach außen. Ein Akkubrand kann große Hitze entwickeln, dabei können Temperaturen von mehr als 1.000 Grad Celsius entstehen. Im Vergleich dazu bleibt die Kiste dabei außen relativ „kühl“, unter 200 Grad.
Übrigens: Das deutsche Umweltbundesamt in Dessau rät im Umgang mit Akkus generell zur Vorsicht: nur Original-Ladegeräte verwenden, nie unbeaufsichtigt oder in der Nähe von brennbaren Materialien laden, regelmäßig auf Schäden prüfen und nicht in die Sonne legen (Überhitzungsgefahr).
Nicht in den Hausmüll, sondern zur Sammelstelle
Zudem sollte man Akkus nicht im Hausmüll, sondern bei Sammelstellen entsorgen – denn auch in der Abfallwirtschaft sind Akkubrände ein wachsendes Problem.

Friederike Storz berichtet für aktiv aus München über Unternehmen der bayerischen Metall- und Elektro-Industrie. Die ausgebildete Redakteurin hat nach dem Volontariat Wirtschaftsgeografie studiert und kam vom „Berliner Tagesspiegel“ und „Handelsblatt“ zu aktiv. Sie begeistert sich für Natur und Technik, Nachhaltigkeit sowie gesellschaftspolitische Themen. Privat liebt sie Veggie-Küche und Outdoor-Abenteuer in Bergstiefeln, Kletterschuhen oder auf Tourenski.
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