Wie funktionieren eigentlich Farbpigmente?
Sie machen unser Leben bunt: Pigmente sorgen dafür, dass Feuerwehrautos knallrot und Regenstiefel quietschgelb sind. Sie stecken in Kunststoffen, Textilien, Lacken und auch in Kosmetik. So funktionieren sie.
Pigmente sind nicht lösliche Feststoff-Teilchen, die sehr klein sind – zwischen einem fünfhundertstel und einem zweitausendstel Millimeter. Durch die Wechselwirkung mit dem Licht sorgen sie für strahlende Farben.
Viele haben eine technische Funktion
Es gibt Hunderte verschiedene Pigmente. Firmen wie etwa Sun Chemical in Besigheim und andere stellen sie auch in Baden-Württemberg her. Wie Pigmente produziert werden, ist sehr unterschiedlich: So wird zum Beispiel das Schwarz-Pigment Carbon Black, das unter anderem für Autoreifen verwendet wird, durch die thermische Zersetzung von Kohlenwasserstoffen zu Kohlenstoffpartikeln gewonnen.
Viele Pigmente werden aus Metallsalzen hergestellt – durch ihre Reaktion mit anderen Stoffen, beispielsweise Sauerstoff. So entstehen etwa Eisenoxide für Rot-, Gelb- und Brauntöne.
Pigmente können aber noch mehr als nur für Farbe sorgen. „Bei vielen Pigmenten spielen auch ihre technischen Eigenschaften eine Rolle“, erklärt Anne Thüsing, Referentin beim Verband der Mineralfarbenindustrie. Das heißt: Die Teilchen können den Materialien auch eine zusätzliche Funktion geben.
Sie leiten Strom, schützen vor Rost
Spezielle Pigmente in Autolacken können etwa dafür sorgen, dass sich dunkle Fahrzeuge in der Sonne weniger aufheizen. Es gibt auch Pigmente, die Elektrizität leiten. Expertin Thüsing hat ein weiteres Beispiel: „Korrosionsschutz-Pigmente schützen Brücken, Schiffsrümpfe und auch das Gartentor vor dem Rosten.“
Das wichtigste Pigment ist übrigens Titandioxid: Jährlich werden mehrere Millionen Tonnen davon produziert. Es hat den höchsten Weißgrad – sorgt also für ein sehr helles Weiß und lebendige Farben in Pigmentmischungen.
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