Der europäische Binnenmarkt schafft Bürgern und Unternehmen grenzenlose Vorteile. Zudem bündeln sich die – aus globaler Perspektive kleinen – Mitgliedstaaten in der EU zu einer ökonomischen Supermacht.

Für das Schicksal jedes einzelnen Menschen, für seine gelingende Zukunft, bietet Europa freilich viel mehr als Wirtschaftskraft und Wohlstand: Frieden –schon seit mehr als 70 Jahren. Man muss schon bis ins 16. Jahrhundert zurückblicken, um auf deutschem Boden eine so lange Epoche ohne Krieg zu finden.

Mit dem Augsburger Religionsfrieden von 1555 zogen die Herrscher kleiner Einzelstaaten die Lehren aus einem großen Blutvergießen. An dem Vertragswerk hatten weitsichtige Rechtsgelehrte monatelang gefeilt. Die Menschen, vom Bürger bis zum Fürsten, haben diese Regeln geachtet. Das änderte sich erst, als die Erinnerung an das frühere Grauen aus dem kollektiven Gedächtnis verschwand.

Nun lässt sich heutzutage nicht ernsthaft behaupten, europäische Staaten könnten übereinander herfallen. Das kollektive Gedächtnis ist ja viel besser als ehedem – in unserer Bildungsgesellschaft mit freien Informationsquellen. Doch an den politischen Rändern machen sich Leute breit, die im oft zähen parlamentarischen Alltag mit populistischen Plattheiten punkten wollen.

Für eine Zukunft in Frieden und Wohlergehen aber braucht Europa keine billigen Parolen, sondern tragfähige Lösungen. Das sollte am Wahltag nicht vergessen werden!