Die Zitterpartie um den Brexit hält an. Immer noch ist unklar, wie die Scheidung zwischen der EU und dem Vereinigten Königreich erfolgt. Die Gefahr wächst, dass es zu einem ungeregelten Austritt Großbritanniens kommt.

Den größten Schaden davon hätten die Briten selbst, doch Häme ist keineswegs angebracht. Ebenso wenig hilfreich ist es, Horrorszenarien heraufzubeschwören. Doch ein Blick auf die Zahlen zeigt, wie ernst die Lage ist.

Die Exporte aus Deutschland in das Königreich sind massiv zurückgegangen

Schon die anhaltende Unsicherheit über den Brexit wirkt sich dämpfend auf die Handelsbeziehungen zwischen Deutschland und dem Königreich aus. Die deutschen Exporte nach Großbritannien gingen von 2015 bis 2018 um 7,8 Prozent zurück. Die exportorientierte baden-württembergische Industrie trifft es besonders. Hier gingen die Ausfuhren um ganze 30 Prozent zurück.

Aktuell verdüstert sich ja der Konjunkturhimmel deutlich. Und die Metall- und Elektro-Industrie hat zudem mit dem Strukturwandel und mit internationalen Handelskonflikten zu kämpfen. Da würde ein ungeordneter Brexit die schwierige Situation noch verschärfen. Die EU und Großbritannien sollten alles daran setzen, ein vernünftiges Abkommen auszuhandeln. Es wäre in unser aller Interesse.