Neulich bin ich im Bayerischen Wald auf den Lusen gekraxelt. Alpinisten gähnen jetzt vielleicht. Für mich aber war das: Leistungsgrenze. Jedenfalls, unterwegs motivierte mich die Aussicht auf Kaiserschmarrn im Gipfelrestaurant. Oben dann Ernüchterung: „Nur Barzahlung!“ Mein Portemonnaie? Bloß Kupfer. Tja …

Die Deutschen und ihr Bargeld – eine Liebe, die andernorts keiner mehr versteht. Jedes Smartphone lässt sich per App längst als Bezahlterminal nutzen. In Stockholm wirst du schief angeschaut, wenn du bar zahlen willst. Im Baltikum landen Rechnungen direkt im Online-Banking statt im Briefkasten. Und wir? Tippen endlose IBAN-Zahlenkolonnen ab.

Das Muster zieht sich durch: Aktenberge in Ämtern, in Schulen werden Smartphones eher eingesperrt als eingesetzt. Wir hinken digital hinterher – und das können wir uns als Industrieland schlicht nicht leisten. Binse, aber wahr: Die Zukunft ist digital. Und wir sollten nicht nur Zuschauer sein, sondern mit eigenen oder europäischen Lösungen mitgestalten. Stichwort: digitale Souveränität.

Wenn’s nach mir geht: Die darf gern im Kleinen anfangen. Zum Beispiel mit bargeldlosem Bezahlen, auch hoch oben auf bayerischen Gipfeln.

Ulrich Halasz zahlt prinzipiell mit Karte, wo’s geht. Ist andererseits auch ein Meister im Vergessen von PIN-Nummern. Tja, alles kann man eben nicht haben …

Ulrich Halasz
aktiv-Chefreporter

Nach seiner Ausbildung zum Bankkaufmann studierte Uli Halasz an drei Universitäten Geschichte. Ziel: Reporter. Nach Stationen bei diversen Tageszeitungen, Hörfunk und TV ist er jetzt seit zweieinhalb Dekaden für aktiv im Einsatz – und hat dafür mittlerweile rund 30 Länder besucht. Von den USA über Dubai bis China. Mindestens genauso unermüdlich reist er seinem Lieblingsverein Schalke 04 hinterher. 

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