Das Wichtigste auf einen Blick
- Die Online-Ausweisfunktion, kurz eID, ermöglicht digitale Behördengänge zum Beispiel für Elterngeld oder Bafög, Wohnsitzanmeldung oder Führungszeugnis. Die Nutzung der eID ist recht einfach und kann viel Zeit sparen.
- Zur Nutzung der eID benötigt man den Personalausweis mit Chip sowie ein NFC-fähiges Smartphone, auf dem die amtliche AusweisApp installiert ist.
- Die eID kann auch am PC oder per Tablet genutzt werden, dafür benötigt man einen separaten Kartenleser oder das Smartphone als Kartenlesegerät.
Digital ausweisen: Mal ehrlich – sind Sie schon dabei? Wenn nicht, gehören Sie noch zur Mehrheit: Drei Viertel der Bürger haben sich laut „eGovernment Monitor“ bisher noch gar nicht um ihren elektronischen Personalausweis gekümmert. Dabei kann der viel Zeit und Nerven sparen: Wer digital aufs Amt geht, muss nicht wochenlang auf einen Termin warten.
Einiges steht da bundesweit zur Verfügung, vom Elterngeld über das Aufstiegs-Bafög bis zum Führungszeugnis. Auch sehr viele andere Behördenleistungen gibt es sehr oft schon digital, je nach Wohnort: Das hilft etwa bei der Kfz-Zulassung – und sogar bei der Eheschließung.
Beim Aktivieren der eID ist die einmalige Änderung der PIN nötig
Um die praktische Online-Identifizierung freizuschalten, braucht man einen Personalausweis mit Chip. Die allermeisten haben den längst in der Tasche: Alle Personalausweise, die ab Juli 2017 ausgestellt worden sind, sind mit dem Chip ausgestattet. Außerdem benötigt man dreierlei: ein NFC-fähiges Smartphone (heutzutage Standard) – die offizielle AusweisApp – und den amtlichen Brief mit der fünfstelligen Einmal-PIN (auch Transport-PIN genannt), den man mal per Post bekommen hat. Wer diesen Brief nicht mehr wiederfindet, bekommt beim örtlich zuständigen Bürgeramt Unterstützung.
Liegt alles bereit, öffnet man die AusweisApp auf dem Handy und wählt den Menüpunkt „PIN ändern“. In diesem Prozess muss man den physischen Perso ans Smartphone halten und kann dann eine sechsstellige PIN frei wählen. Diese neue PIN gilt zeitlich unbegrenzt für alle weiteren Transaktionen. Damit ist der Online-Perso startklar.
Wer sich dann digital ausweisen will, um zum Beispiel einen Wohnsitz anzumelden, wird oft erst einmal auf die Seite der Bund-ID weitergeleitet – auf Anhieb etwas verrwirrend. Das ist ein zentrales Portal für die Online-Identifizierung, das von allen möglichen Behörden genutzt wird. Dort kann man sich als Gast anmelden oder auch ein Konto anlegen. So ein Bund-ID-Konto kann man dann immer wieder auch für Anträge bei anderen Behörden nutzen: Das ist so ähnlich wie in einem Webshop, wo man entweder als Gast bestellt oder ein Kundenkonto für mehrere Bestellungen anlegt.
Man kann die eID auch per Tablet oder am PC nutzen: Ein größerer Bildschirm macht manches leichter
Für die eigentliche Identifizierung muss man jeweils die AusweisApp starten und dann den Personalausweis ans Smartphone halten, damit die im Perso-Chip gespeicherten Daten ausgelesen werden können. Per Eingabe der sechsstelligen PIN genehmigt man die Übermittlung der Daten. Damit ist die Identifizierung abgeschlossen.
Wer keine Lust hat, amtliche Formulare auf dem kleinen Smartphone-Display auszufüllen, kann die AusweisApp auch auf einem Tablet, einem Laptop oder einem Computer installieren: Dann lässt sich allers bequem am großen Bildschirm und mit großer Tastatur erledigen. Um dabei die Daten aus dem physischen Personalausweis auslesen zu können, gibt es zwei Möglichkeiten. Entweder man kauft im Fachhandel einen separaten Kartenleser – oder man nutzt einfach das Smartphone (mit dort ebenfalls installierter AusweisApp) als Kartenlesegerät, es muss dafür per USB-Kabel mit dem anderen Computer verbunden werden.
Die Online-Ausweisfunktion funktioniert übrigens nicht nur mit dem deutschen Personalausweis, sondern zum Beispiel auch mit der 2021 eingeführten eID-Karte für Bürgerinnen und Bürger der Europäischen Union (EU) und des Europäischen Wirtschaftsraums (EWR). Diese eID-Karte ist nur für digitale Zwecke gedacht, sie kann also nicht als Reisedokument verwendet werden.
Weitere praktische Tipps zum Thema bietet das Personalausweisportal des Bundesinnenministeriums.
Silke Becker studierte Soziologie, BWL, Pädagogik und Philosophie. Seit ihrem Abschluss arbeitet sie als Redakteurin und freie Journalistin. Außerdem hat sie mehrere Bücher veröffentlicht. Am liebsten beschäftigt sie sich mit den Themen Geld, Recht, Immobilien, Rente und Pflege.
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