Das Wichtigste auf einen Blick:

Was tun, wenn jemand bewusstlos zusammenbricht? „Hingucken, nicht weggucken“, sagt Stephan Lehmphul, „und sofort handeln.“ Schnelles Eingreifen bei Notfällen ist für den Maschinenbautechniker vom Unternehmen E-T-A in Altdorf selbstverständlich. Der Familienvater ist ausgebildeter Rettungssanitäter, seit 30 Jahren in der Freiwilligen Feuerwehr Feucht.

 Seit einiger Zeit hat er ein weiteres Ehrenamt: Lebensretter bei „Nürnberger Land schockt“. Die Initiative schickt medizinisch geschulte Helfer per App zur Einsatzstelle. Sie können direkt lebensrettende Maßnahmen wie eine Herzdruckmassage einleiten und die Zeit bis zum Eintreffen der Rettungskräfte überbrücken.

Die Helfer bilden ein weit verzweigtes Netz

„Kommt in der integrierten Leitstelle ein Notruf an, der eine Reanimation erfordert, werden wir parallel alarmiert“, sagt Lehmphul. Ein Algorithmus filtert aus den registrierten Ehrenämtlern blitzschnell jene heraus, die sich in der Nähe befinden, prüft, wer am schnellsten da sein kann, mit dem Auto, dem Rad oder zu Fuß, und weist den Weg. Höchste Eile ist geboten: Bei einem Herz-Kreislauf-Stillstand sinkt die Chance auf erfolgreiche Wiederbelebung pro Minute um ein Zehntel.

„Landet in der Leitzentrale ein Notruf mit Herzstillstand, werden wir parallel alarmiert“ 

Stephan Lehmphul, Maschinenbautechniker E-T-A

170-mal wurden die Retter des vor rund einem Jahr eingerichteten Hilfsangebots schon gerufen. Sie bilden ein weit verzweigtes Netz, sind mit 4:45 Minuten durchschnittlicher Eintreffzeit oftmals noch schneller als die Kollegen im Rettungswagen.

Nützliches Wissen

Bei Alarm lässt auch Lehmphul alles stehen und liegen. Das ist in seinem Entwicklerjob möglich. E-T-A stellt zudem den firmeneigenen Automatisierten Externen Defibrillator (AED) plus Notfallrucksack zur Verfügung. So ist das nötige Equipment gleich zur Hand.

Donnerstags betreut er die Herzsportgruppe

Leben retten macht Lehmphul happy. Er erinnert sich an einen Einsatz in Feucht, mit der Feuerwehr. „Leblose Person“ hieß es da. „Wir sind sofort hin, haben reanimiert“, berichtet er. Der Fall ging gut aus, die Patientin konnte die Intensivstation einen Tag später wieder verlassen. Lehmphul: „So was ist einfach toll!“

Und er tut noch mehr. Donnerstags ist Herzsportgruppe, ein betreutes Bewegungsprogramm für Menschen nach Infarkt oder Herz-OP. Er hält sich im Nebenraum bereit, für alle Fälle, und arbeitet nebenher an seinem Laptop wie im Homeoffice. „Mach ich gern, kein Ding!“

Soforthilfe im Notfall: So geht’s

Die App „Region der Lebensretter 3.0“ ist deutschlandweit in vielen Regionen aktiv. Ihr Ziel ist, die Zeit bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes zu überbrücken. Medizinisch geschulte Ersthelfer können Teil des Netzwerks werden. Doch auch Laien können nach dem Schema „Prüfen-Rufen-Drücken-Schocken“ Leben retten. Das geht so: Atmung prüfen, Notruf 112 absetzen, Herzdruckmassage starten und wenn nötig den Defibrillator einsetzen.

Solche Geräte sind an vielen öffentlichen Orten aufgestellt. Sie zielen darauf ab, den normalen Herzrhythmus wiederherzustellen. Dazu werden zwei Elektroden auf dem Brustkorb des Patienten platziert, um einen elektrischen Schock abzugeben. Man kann dabei nichts falsch machen. Die Geräte geben klare Anweisungen und sind leicht zu bedienen. Man sollte nicht zögern, sie einzusetzen.

Friederike Storz
aktiv-Redakteurin

Friederike Storz berichtet für aktiv aus München über Unternehmen der bayerischen Metall- und Elektro-Industrie. Die ausgebildete Redakteurin hat nach dem Volontariat Wirtschaftsgeografie studiert und kam vom „Berliner Tagesspiegel“ und „Handelsblatt“ zu aktiv. Sie begeistert sich für Natur und Technik, Nachhaltigkeit sowie gesellschaftspolitische Themen. Privat liebt sie Veggie-Küche und Outdoor-Abenteuer in Bergstiefeln, Kletterschuhen oder auf Tourenski.

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