Ob Menschenmassen, Schiffscontainer, Ackerpflüge oder gar Raumfähren: Riesige Maschinen transportieren sie von A nach B. Um das zu meistern, konstruieren Experten weltweit wahre Giganten. Und das nicht erst seit kurzem. Denn viele Superlative im Transportwesen wurden schon vor Jahrzehnten entwickelt – und sind bis heute ungeschlagen in ihrer Größe und Kraft. Andere Maschinen wachsen wiederum mit der steigenden Passagierzahl und weltweiten Warennachfrage.

In der folgenden Bilderstrecke zeigen wir Ihnen zwölf Rekord-Transportmittel:

Das größte Kreuzfahrtschiff: „Allure of the Seas“

Foto: dpa

Die „Allure of the Seas“ ist ein Kreuzfahrtschiff der Extra-Klasse: 362 Meter lang und 47 Meter breit. Seit 2010 cruist der Gigant für die US-Reederei Royal Caribbean International durch die Karibik. Bei maximaler Belegung sind rund 6.300 Gäste an Bord, die von 2.165 Crew-Mitgliedern betreut werden. In der schwimmenden Kleinstadt gibt es einen Rummelplatz mit Karussell, ein Amphitheater, einen Central Park mit 12.000 Bäumen und Pflanzen und und und. Die teuerste Suite mit 141 Quadratmetern kostet für eine Sieben-Tages-Reise über 8.000 Euro pro Person. Übrigens: Die „Allure of the Seas“ hat eine Zwillingsschwester: die „Oasis of the Seas“. Doch diese ist knapp fünf Zentimeter niedriger.

Das größte Transportschiff: „MSC Oscar“

Foto: dpa

Das weltgrößte Frachtschiff heißt „Oscar“. Es ist 324 Meter lang, 59 Meter breit und soll Schätzungen zufolge 127 Millionen Euro gekostet haben. Seine Ladefläche gleicht vier Fußballfeldern. Darauf passen 19.224 Container (sogenannte TEU)! Bei voller Beladung hat der Riese der Schweizer Reederei Mediterranean Shipping Company (MSC) einen Tiefgang von 16 Metern. Damit ist das XXL-Schiff zu groß für die Elbe. Insgesamt plant die Reederei noch 18 weitere Schiffe dieser Art. „Oscar“ schlug im Januar 2015 einen nur wenige Monate alten Rekord: Erst im November 2014 brach die „Globe“ der Reederei China Shipping Container Lines in Südkorea zu ihrer Jungfernfahrt auf. Sie fasst 19.100 Container und übertraf damit erstmals die Giganten der dänischen Reederei Maersk-Line (18.000 TEU).

Der größte Hubschrauber: Mi-26

Foto: dpa

Der Mi-26 ist der bis dato schwerste, stärkste und größte in Serie gebaute Hubschrauber der Welt. Der Typ wurde in den 70er-Jahren vom Hersteller Mil in der Sowjetunion entwickelt. Heute gibt es mehr als ein Dutzend Versionen, die zum Beispiel in Katastrophengebieten rund um den Globus eingesetzt werden – für den Transport von Treibstoff und Hilfsgütern oder zur Brandbekämpfung. Der Hubschrauber ist über 30 Meter lang, 11 Meter hoch und seine Rotorblätter haben einen Durchmesser von 32 Metern. Er ist in der Lage, rund 20.000 Tonnen Last zu heben. Das Foto zeigt, wie er 2009 über Sankt Petersburg ein Flugzeug trägt.

Die größte Trägerrakete: Saturn V

Foto: dpa

Die Saturn V war eine Mondflugrakete der US-amerikanischen Raumfahrtbehörde Nasa – sie war 110 Meter hoch und hatte 10 Meter Durchmesser. Bis 1973 war sie unter anderem für Mondlandungen im Einsatz und ist bis heute die größte und stärkste Rakete, die je eingesetzt wurde. Bald soll es aber eine noch bessere Trägerrakete geben: Die Nasa stellte kürzlich Entwürfe vor. Erste Testflüge sind ab 2017 geplant. Die Entwicklungskosten liegen umgerechnet bei über 13 Milliarden Euro. Schon die erste Version der neuen Rakete soll in der Lage sein, 70 Tonnen ins All zu befördern – das sind gut 10 Prozent mehr als es die Saturn V konnte.

Das größte Passagierflugzeug: Airbus A380

Foto: dpa

Der europäische Hersteller Airbus liefert das derzeit größte Passagierflugzeug der Welt, den A380. Es ist 73 Meter lang, 24 Meter hoch und befördert bis zu 853 Passagiere. Seine Spannweite liegt bei knapp 80 Metern. Zum Vergleich: Der A320 – das meisteingesetzte Airbus-Flugzeug – kommt nur auf 34 Meter. Etwa 170 Maschinen wurden bis heute ausgeliefert, unter anderem an die Fluggesellschaften Lufthansa, Emirates und British Airways. Den ersten A380 bekam Singapore Airlines 2007 und stellte ihn für die Strecke von Singapur nach Sydney (Australien) in den Dienst. 2004 erhielt München als erster europäischer Flughafen die Zulassung für Starts und Landungen des Riesenfliegers.

Das größte Frachtflugzeug: Antonow An-225

Foto: dpa

Noch größer als der A380 ist die Antonow An-225. Das riesige Flugzeug transportiert allerdings keine Touristen, sondern fällt unter die Kategorie Ultra-Schwerlast-Frachtflugzeug. Es kann eine Last von sagenhaften 250 Tonnen mit an Bord nehmen – und damit abheben! Die Maschine ist gut 85 Meter lang, der Frachtraum allein 43 Meter, ihre Flügelspannweite beträgt 88,4 Meter. Konstruiert wurde das Flugzeug in den 80er-Jahren vom sowjetischen Spezialisten OKB Antonow zum Huckepack-Transport der sowjetischen Raumfähre Buran. Es existieren weltweit zwei Exemplare, wobei nur eins heute noch Frachtflüge absolviert. Produziert wird das Modell nicht mehr.

Der größte Kipper: BelAZ 75710

Foto: Siemens

Der größte Lastwagen der Welt ist der Muldenkipper BelAZ 75710 aus Weißrussland. Er kommt beispielsweise im sibirischen Kohletagebau zum Einsatz. Dort transportiert der Gigant pro Ladung über 500 Tonnen Material, was ungefähr dem Startgewicht eines A380 entspricht. Schon unbeladen bringt der BelAZ 360 Tonnen auf die Waage. Er ist 20,6 Meter lang, knapp 10 Meter breit und 8 Meter hoch. Allein ein Reifen wiegt 5,8 Tonnen und ist 4 Meter hoch. Angetrieben wird er elektrisch: Vier jeweils 1.200 Kilowatt (rund 1.800 PS) starke E-Maschinen von Siemens bringen das Ungetüm auf Touren.

Der längste Omnibus: AutoTram Extra Grand

Foto: Sähn/Fraunhofer IVI

Die AutoTram Extra Grand ist mehr als 30 Meter lang und kann bis zu 256 Passagiere befördern. Gebaut wurde der Bus in Thüringen auf Geheiß des Bundesministeriums für Bildung und Forschung, vorgestellt wurde er 2012. Die Technologie liefert das Fraunhofer-Institut. Schon bald soll er tatsächlich zum Einsatz kommen – Verhandlungen laufen. Besonders in rasant wachsenden Ballungszentren im asiatischen und südamerikanischen Raum wäre er das ideale Verkehrsmittel, da dort schienengebundene Systeme aus Kosten- und Platzgründen oft nur eingeschränkt umsetzbar sind.

Der größte Traktor: Big Bud 747

Foto: flickr/ Myron Reynard

Zugegeben: Der Big Bud 747 ist mehr eine Arbeitsmaschine als ein Transportmittel – darf in dieser Galerie aber nicht fehlen. Denn er ist der größte und leistungsstärkste Traktor der Welt. Der Schlepper ist über acht Meter lang, hat 900 PS unter der Haube, ist bis zu 50 Tonnen schwer. Für die Bodenbearbeitung wird er mit 24 Meter breiten Pflügen ausgestattet. Ebenfalls heftig: Sein Tank fasst 3.785 Liter Diesel! Hergestellt wurde das Acker-Monster 1977 als Einzelexemplar für eine Baumwollfarm im US-Bundesstaat Kalifornien. Heute pflügt er Felder in Montana. Laut Eigentümer bearbeitet Big Bud einen Hektar Land in zweieinhalb Minuten.

Das größte fahrbare Motorrad: Mega-Bike

Foto: Guinness World Records

Sie sehen richtig – das ist das größte fahrbare Motorrad der Welt! Das Mega-Bike hat der Italiener Fabio Reggiani gebaut. Damit hält er seit 2014 den Rekord. Die Maße des Riesen-Choppers: zehn Meter hoch, fünf Meter lang, 5.000 Kilo schwer. Als Antrieb dient ein 5,7-Liter-V8-Motor mit 280 PS. Es handelt sich jedoch um ein Einzelexemplar.

Das größte Serien-Motorrad: GunBus 410

Foto: dpa

Das größte Serienmotorrad wird in Baden-Württemberg gefertigt. Es ist 3,45 Meter lang, 1,48 Meter hoch und wiegt 650 Kilogramm. Die Maschine hat knapp 350 PS und erreicht eine Top-Geschwindigkeit von 250 Stundenkilometern. Wirklich beeindruckend – auch, wenn es neben seinem großen Bruder aus Italien, dem Einzelexemplar Mega-Bike, winzig wirken würde.

Das größte Fahrrad

Foto: dpa

Die kuriosesten Radkonstruktionen der Welt kommen von Dieter „Didi“ Senft. Der 63-jährige Künstler und „Velodesigner“ aus Brandenburg baute zum Beispiel das höchste Fahrrad der Welt und erhielt dafür einen Eintrag ins „Guinness-Buch der Rekorde“. Der namenlose Drahtesel ist samt Lenker über acht Meter hoch! Aus Senfts Werkstatt stammen übrigens noch viele weitere Rekorde, unter anderem das längste Fahrrad (25,2 Meter) und der längste Tretroller (18,3 Meter). Seit 2004 kann man all diese Kuriositäten in einem Museum im brandenburgischen Storkow bewundern.