Als Pfadfinder hat Norman Nigbur schon vielen Kindern und Jugendlichen den Weg gewiesen. Bis er seinen eigenen beruflichen Weg gefunden hat, hat es ein bisschen gedauert. Aber der 30-Jährige ist angekommen. Bei Bharat Forge CDP wird er zum Mechatroniker ausgebildet.
Der erste Teil der Abschlussprüfung liegt hinter ihm. „War gut“, meint er. Ausbildungsleiter Matthias Heider-Knebel ist da etwas genauer: „Er hat sich richtig reingekniet und viel Zeit und Ideen in die Vorbereitung investiert. Das ist nicht selbstverständlich.“
Normans Weg ins Ennepetaler Schmiedeunternehmen verlief nicht ganz geradlinig. Nach Schule und Auslandsjahr startete der Hagener zunächst ins Bionik-Studium. „Maschinenbau mit biologischem Ansatz“, erklärt er kurz: „Mir hat die Vielseitigkeit gefallen.“ Dann kam die Corona-Zeit und irgendwann hatte er die Nase voll: „Es war mir doch zu viel Mathe.“ Er hörte von einem frei gewordenen Ausbildungsplatz bei Bharat Forge CDP, bewarb sich kurz entschlossen und konnte direkt einsteigen.
Verspätet ins Lehrjahr gestartet
Obwohl er erst im Oktober in die Ausbildung startete, fand er schnell den Anschluss. Und selbst wenn es Probleme gegeben hätte: Das Ausbilderteam unterstützt seine – aktuell 14 - Azubis eng, unter anderem mit internem Unterricht, intensiven Prüfungsvorbereitungen und Freistellung vor den schriftlichen Prüfungen. Gerade wurde das Unternehmen für sein Engagement von der Hagener Agentur für Arbeit mit dem „Zertifikat für Nachwuchsförderung“ ausgezeichnet.
Die Ennepetaler Schmiede hat seit 1937 eine eigene Ausbildungswerkstatt. Auch für die Mechatroniker heißt es da erst mal feilen, biegen, drehen, fräsen. „Nach einem halben Jahr geht es in die Elektrowerkstatt“, erklärt Norman Nigbur den weiteren Weg. Es folgen Schalttechnik, Schaltschrankbau, Hydraulik, Roboterschulung, Pneumatik, SPS (speicherprogrammierbare Steuerung). „Es ist viel praktischer als im Studium und liegt mir mehr.“
Parallel macht er bereits den Techniker
Im letzten Drittel der Ausbildung wechseln die Azubis durch die Abteilungen. Der angehende Mechatroniker wird sich um die mechanischen und elektrischen Systeme kümmern, Fehler suchen und beheben, Roboter optimieren. Die sechs Schmiedeanlagen, auf denen Komponenten für Fahrwerke und Antriebstechnik gefertigt werden, sind gewaltig und komplex.
Norman Nigbur legt dabei noch eine Schippe drauf, macht parallel zur Ausbildung den Techniker: „Ich steige noch tiefer in die Themen ein, lerne mehr.“ Das heißt auch, dreimal pro Woche extra Schule. „Das ist okay“, sagt er, „später in der Schichtarbeit wäre es schwieriger.“ Zudem hat er jetzt noch die Ausbilder hinter sich.
Drei Fragen an Norman Nigbur
Wie kamen Sie zu Ihrem Beruf?
Das technische Interesse war immer da. Und das Studium war mir am Ende doch zu theoretisch.
Was reizt Sie am meisten?
Ich mag die Vielseitigkeit. Ich habe mit vielen verschiedenen Dingen zu tun. Man hat von allem ein bisschen Ahnung, kann überall mitreden.
Worauf kommt es an?
Wichtig sind technisches Verständnis, Interesse – und Freude an der Sache.

Die studierte Politikwissenschaftlerin und Journalistin ist für aktiv vor allem im Märkischen Kreis, in Hagen und im Ennepe-Ruhr-Kreis unterwegs und berichtet von da aus den Betrieben und über deren Mitarbeiter. Nach Studium und Volontariat hat sie bei verschiedenen Tageszeitungen gearbeitet und ist seit vielen Jahren als freie Journalistin in der Region bestens vernetzt. Privat ackert und entspannt sie am liebsten in ihrem großen Garten.
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