Deutsche Firmen spielen für Europas Satelliten eine große Rolle
Sie beobachten den Klimawandel, liefern Daten zur Wettervorhersage und sorgen dafür, dass Navis funktionieren: Satelliten gehören heute zum Alltag – und ihre Technik kommt oft aus Deutschland.
Vor Kurzem war es so weit: Mitte November ist der Satellit „Sentinel 6B“ von Kalifornien aus ins All gestartet. Sein Job: Daten liefern, um die Auswirkungen des Klimawandels auf die Ozeane genauer zu verstehen. Das ist wichtig, um Küstenregionen besser zu schützen oder die Stadtplanung und Katastrophenvorsorge zu optimieren.
Ein großes Netzwerk steuert Know-how bei
Hauptauftragnehmer für die Sentinel-6-Missionen im Rahmen des europäischen Erdbeobachtungsprogramms „Copernicus“ ist das deutsche Raumfahrtunternehmen Airbus Defence and Space mit Sitz in Taufkirchen bei München. Es ist nicht das einzige Projekt, das zeigt: Deutschland spielt eine bedeutende Rolle in der europäischen Raumfahrt.
Ein Netzwerk aus großen Unternehmen, Zulieferern und Forschungseinrichtungen steuert dafür Know-how und Technik bei. Vieles davon kommt aus Bayern, das zu den wichtigsten Raumfahrt-Regionen Europas gehört. Hier sitzen denn auch junge aufstrebende Firmen wie Isar Aerospace oder Rocket Factory Augsburg, die an kostengünstigen Trägersystemen arbeiten, also an einer aktuellen europäischen Fähigkeitslücke.
Deutsche Firmen sind an zahlreichen Missionen beteiligt. Erst im August wurde der von Airbus Defence and Space gebaute europäische Wettersatellit „MetOp-SG A1“ in seine Erdumlaufbahn geschickt. Fünf weitere sind geplant. Sie sollen die Genauigkeit der Wettervorhersage erheblich verbessern. Bei Airbus sprach man nach dem Start von „einem Meilenstein für Europa und die globale Wettervorhersage“.
Auch an Europas Vorzeigeprojekt „Galileo“ wird Airbus in Zukunft maßgeblich mitwirken. Das Unternehmen baut sechs der zwölf Galileo-Satelliten der zweiten Generation. Sie sollen unter anderem präziser arbeiten, was etwa wichtig fürs autonome Fahren ist. Zudem werden sie untereinander kommunizieren können und besser gegen Cyberangriffe geschützt sein. 15 Jahre lang sollen sie im Einsatz bleiben.
Schon die aktuell im Betrieb befindliche erste Generation der Galileo-Satelliten hat eine deutsche Firma gefertigt: das Bremer Raumfahrtunternehmen OHB System. Und das machte im Sommer mit dem „MTG-S1“ auf sich aufmerksam: mit einem modernen Wettersatelliten der dritten Generation. Er soll Europa dabei helfen, extreme Wetterereignisse wie schwere Stürme und Überschwemmungen vorherzusagen, damit Menschen früher gewarnt werden können. Herzstück dieses Satelliten ist ein Infrarot-Instrument, das am OHB-Firmenstandort im bayerischen Oberpfaffenhofen entwickelt worden ist.
Wichtiger Beitrag aus Oberpfaffenhofen
Von dort stammen auch die OHB-Instrumente für den Hyperspektralsatelliten „EnMAP“. Der sammelt seit nun drei Jahren Informationen über die Erdoberfläche.
Oberpfaffenhofen ist übrigens auch ein wichtiger Standort des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR): Rund 2.000 Beschäftigte arbeiten da – und damit fast ein Fünftel der gesamten DLR-Belegschaft.
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