Das Wichtigste auf einen Blick:
- Seit 40 Jahren produziert BMW Fahrzeuge im Werk Regensburg und ist damit zentraler Entwicklungsmotor für die Region.
- Das Werk ist eines der volumenstärksten Produktionswerke von BMW in Europa.
- Im Lauf der Zeit hat sich die Produktion stark gewandelt. Heute ist vieles automatisiert, auch künstliche Intelligenz kommt immer häufiger zum Einsatz.
Insgesamt 356.901 Fahrzeuge liefen im vergangenen Jahr vom Band im Regensburger Werk des Automobilherstellers BMW: ein neuer Rekord! Das Werk in der Oberpfalz stellt europaweit die meisten Fahrzeuge von BMW her – und übertrifft damit bei Weitem die Zahl, mit der das Unternehmen kalkulierte, als es den Standort vor 40 Jahren eröffnete. Im Ansiedlungsvertrag mit der Stadt Regensburg verpflichtete sich BMW damals, täglich 400 Fahrzeuge zu produzieren und 3.500 Arbeitsplätze zu schaffen.
Das ist mehr als erfüllt. Vier Jahrzehnte später zählt die Stammbelegschaft an den ostbayerischen Standorten Regensburg und Wackersdorf rund 9.000 Mitarbeitende, darunter 380 Auszubildende. Eine Erfolgsgeschichte, sagt Werkleiter Armin Ebner: „Seit 40 Jahren ist das Werk ein zentraler Entwicklungsmotor für die Region.“
Die Produktion ist heute viel automatisierter
Zwei, die diesen Erfolgsweg von Anfang an mitgegangenen sind, sind Stefan Schmid (55 Jahre) und Robert Mäckl (54 Jahre). Beide starteten 1986 in Dingolfing ihre Ausbildung und wechselten bereits 1987 in die neue Ausbildungswerkstatt in Regensburg.
Seit damals hat sich viel getan im Werk – und nicht nur, dass statt der 3er-Limousine inzwischen die Modelle X1 und X2 gefertigt werden. Die ganze Produktion läuft heute viel automatisierter ab. Robert Mäckl erinnert sich: „Zu meiner Ausbildungszeit als Lackierer wurden die Fahrzeuge auf den Lackierlinien noch von Hand lackiert. Mittlerweile machen dies alles Roboter, gesteuert von vier Anlagenführern.“ Und statt lösungsmittelhaltiger Lacke verwendet BMW wasserbasierte Lacke, dafür wurde 2003 die Lackiererei umgebaut: „Die größte Veränderung für mich selbst“, so Mäckl.
„Der Lack ist heute handwerklich anders zu bearbeiten als früher“
Robert Mäckl, Lackierer im Spot-Repair
Denn der Lack ist dadurch handwerklich anders zu bearbeiten. Und die Innovationen gehen immer weiter, etwa in der Oberflächenkontrolle: „Mittlerweile haben wir Anlagen zur automatischen Oberflächeninspektion (AOI)“, erklärt der Mitarbeiter im Lack-Finish. „Sollten Abweichungen gefunden werden, können diese in der Regel automatisiert bearbeitet werden.“ Das erleichtert Mäckls Arbeit: „Auch wenn ich nach wie vor immer noch mit einem Handschuh das ganze Fahrzeug abtaste und prüfe, ob ich einen Fehler sehe oder spüre.“
Alle 57 Sekunden verlässt ein neues Fahrzeug das Band
Qualität hat einen hohen Stellenwert – das bestätigt auch Stefan Schmid. Er ist 1986 als Feinblechner-Azubi gestartet und hat sich über die Jahre zum Fachspezialisten Qualität im Karosseriebau entwickelt. „Trotz stärkerer Automatisierung im gesamten Werk ist das Personal bei uns im Qualitätsbereich aufgestockt worden. Früher war ich da Einzelkämpfer, jetzt sind wir zu viert.“
„Wir beweisen täglich in Regensburg, dass wettbewerbsfähige Produktion am Standort Deutschland möglich ist“
Armin Ebner, Werkleiter BMW Regensburg
Das ist sicher auch dem Tempo geschuldet, mit dem im Werk gearbeitet wird. Die Fertigung läuft dreischichtig rund um die Uhr. Alle 57 Sekunden verlässt ein neues Fahrzeug das Montageband. 2025 waren darunter mehr als 150.000 vollelektrische sowie Plug-in-Hybrid-Fahrzeuge.
„Grundsätzlich hat sich die Arbeitsgeschwindigkeit stark verändert“, beobachtet Schmid. „Vieles ist schnelllebiger geworden, besonders in der Entwicklung.“ Beispiel Crashtest: Früher wurde ein Fahrzeug gezeichnet, als Einzelstück handgefertigt aufgebaut und im Anschluss einem Crash-Test unterzogen. „Ein halbes Jahr Arbeit!“ Heutzutage wird ein Bauteil mit einem CAD-Programm gezeichnet, es werden virtuell Schweißpunkte und Klebenähte gesetzt und virtuell getestet. „Das spart viel Geld und Zeit“, so Schmid.
Ein wichtiger Faktor auch für die wettbewerbsfähige Produktion, sagt Werkleiter Ebner: „Täglich beweisen wir in Regensburg, dass das am Standort Deutschland möglich ist.“
Auto-Industrie in Deutschland
- Deutschland gehört zu den größten Autoproduzenten weltweit. Zu den Top-Ten-Autoherstellern weltweit zählen unter anderem der bayerische Hersteller BMW sowie der zum Volkswagen-Konzern gehörende bayerische Hersteller Audi.
- Die Auto-Industrie ist nach dem Maschinenbau die zweitgrößte Industriebranche in Deutschland, gemessen an der Beschäftigtenzahl.
- In den vergangenen Jahren verzeichneten die Autohersteller in Deutschland Rückgänge im Umsatz. Das führt auch zu einem Rückgang der Beschäftigtenzahlen in der Branche.

Alix Sauer hat als Leiterin der aktiv-Redaktion München ihr Ohr an den Herausforderungen der bayerischen Wirtschaft, insbesondere der Metall- und Elektro-Industrie. Die Politologin und Kommunikationsmanagerin volontierte bei der Zeitungsgruppe Münsterland. Auf Agenturseite unterstützte sie Unternehmenskunden bei Publikationen für Energie-, Technologie- und Mitarbeiterthemen, bevor sie zu aktiv wechselte. Beim Kochen und Gärtnern schöpft sie privat Energie.
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