Die „Experimente-AG“ der Realschule Wallenhorst veranstaltet heute ein Farbspektakel. Fasziniert beobachten die jungen Forscher, wie im „Lavalampen-Experiment“ bunt gefärbte Wasserblasen in einer Ölschicht auf und ab tanzen und Fruchtbonbons auf einem wassergefüllten Teller Farbschlieren ziehen. Das Besondere an der AG: Hier experimentieren Neuntklässler der Realschule selbstständig mit Kindern der benachbarten Grundschulen – die Lehrkräfte sind bloß Zuschauer. Für dieses Konzept ist die „Experimente-AG“ nun mit dem Projektpreis der Stiftung NiedersachsenMetall ausgezeichnet worden.
Jedes Jahr ehrt die Stiftung NiedersachsenMetall im Schloss Herrenhausen Lehrkräfte von allgemeinbildenden Schulen, die mit Begeisterung und Kreativität Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik (MINT) in die Klassenzimmer bringen. Diesmal vergaben Ministerpräsident Olaf Lies (SPD), der Schirmherr der Veranstaltung, und der Unternehmer Klaus Kirchheim, Vorsitzender des Kuratoriums der Stiftung, den Preis an zwei besonders engagierte Lehrkräfte und zwei herausragende Schulprojekte: Ausgezeichnet wurden Lea Lensment vom Ricarda-Huch-Gymnasium und Günter Kämpfert vom Elsa-Brändström-Gymnasium – beide in Hannover. Für ihre Schulprojekte geehrt wurden die Realschule Am Kattenberge in Buchholz und die Realschule Wallenhorst.
Preis für einen mathematischen Spaziergang durch Venedig
„Der Abend hat eindrucksvoll gezeigt, mit welcher Begeisterung Lehrerinnen und Lehrer junge Menschen für MINT-Fächer gewinnen können“, sagte Ministerpräsident Lies. Damit leisteten die Lehrkräfte einen entscheidenden Beitrag dazu, die dringend benötigten Fachkräfte der Zukunft zu fördern. Auch Dr. Volker Schmidt, Vorstand der Stiftung NiedersachsenMetall, betonte die Bedeutung des Engagements: „Durch ihren hohen persönlichen Einsatz begleiten Lehrerinnen und Lehrer, wie wir sie heute Abend ausgezeichnet haben, junge Menschen auf ihrem Weg in Technikberufe mit großartigen Chancen.“
Wie vielseitig und praxisnah MINT-Unterricht gestaltet werden kann, zeigt die Arbeit der diesjährigen Preisträger. So entwickelte Günter Kämpfert mit seinen Schülerinnen und Schülern einen „mathematischen Spaziergang durch Venedig“ – der von einem Reiseportal sogar zum „Trail des Monats“ gekürt wurde. Zudem engagiert sich der Informatik-, Physik- und Mathelehrer seit Jahren beim Regionalwettbewerb „Jugend forscht“. Lea Lensment überzeugte die Jury mit einem innovativen Chemie- und Physikunterricht: Mithilfe neuer Lernkonzepte steigerte sie die Nachfrage in der Oberstufe enorm.
Teambuilding lernen ist ein Ziel des MINT-Unterrichts
Die beiden Schulprojekte hingegen haben nicht nur zum Ziel, die Begeisterung für Naturwissenschaften zu wecken. Sie wollen auch die Sozialkompetenz fördern. Die „Experimente-AG“ beispielsweise ist für die Teilnehmer auch eine Art „Sozialpraktikum“, in dem sie lernen, auf jüngere Kinder einzugehen und ihnen Wissen zu vermitteln. Die Realschule Am Kattenberge hingegen hat mit ihrem 3D-Druck-Projekt ein Konzept geschaffen, von dem mittlerweile die gesamte Schule profitiert: Hier leiten ältere Schülerinnen und Schüler jüngere in Sachen 3D-Druck an und helfen, wenn die Designvorlage nicht so aussieht wie gewünscht oder der Drucker mal wieder zickt. „Arbeitgeber legen Wert auf Teambuildung“, sagt die Projektleiterin Christine Wehl. „Genau das steht bei uns im Mittelpunkt.“
Der Preis der Stiftung NiedersachsenMetall ist mit insgesamt 10.000 Euro dotiert. Das Preisgeld fließt direkt in neue Schulprojekte.







