Das Wichtigste auf einen Blick:

  • Die Vaillant Group aus dem Bergischen Land ist einer der Weltmarktführer für umweltfreundliche Wärmepumpen.
  • Auch bei ihrem 2023 eröffneten Betriebsrestaurant in Remscheid setzt das Unternehmen auf Nachhaltigkeit.
  • Täglich gibt es hier fünf unterschiedliche Gerichte, Lebensmittelabfälle werden mithilfe von KI vermieden.

Wer durchs beschauliche Remscheid im Bergischen Land fährt, mag zwischen Wohnhäusern und einer Grundschule kaum den Hauptsitz eines Global Players erwarten. Am Heimatstandort der Vaillant Group arbeiten rund 2.550 der weltweit rund 16.000 Beschäftigten des Unternehmens. Genauso überrascht ist man beim Betreten des 2023 eröffneten Betriebsrestaurants: Es gleicht eher einer lichtdurchfluteten, modernen Gastronomie als einer klassischen Kantine.

„Das Gebäude soll uns Vailländer widerspiegeln“ 

Robin Frohn, Leiter Group Real Estate Management bei Vaillant

„Es sollte eben nicht nur ein Ort zum schnellen Mittagessen werden“, erklärt Robin Frohn beim aktiv-Besuch das schicke Design. Als Leiter Group Real Estate Management bei Vaillant war der gelernte Architekt von Anfang an in den Planungs- und Bauprozess eingebunden. „Unser Ziel war, einen Ort der Begegnung zu schaffen, an dem man sich rundum wohlfühlt.“ 

Neben den organischen Formen des Gebäudes und dem vielen Echtholz trägt zum Wohlfühlfaktor vor allem eins bei: das Essen. Am Tag gehen im „Johann’s“, benannt nach dem Unternehmensgründer Johann Vaillant, rund 500 Portionen über die Theke. Dabei können die Gäste zwischen fünf verschiedenen Gerichten wählen. „Wer hier nicht ordentlich plant und kalkuliert, der hat ’n Problem“, bringt es die gastronomische Leiterin Annette Klüser-Berg auf den Punkt.

Nützliches Wissen

Im Vaillant-Betriebsrestaurant gibt’s ab sechs Uhr warmes Frühstück

Betrieben wird die Kantine vom Catering-Dienstleister Aramark. Für diesen arbeitet auch Klüser-Berg. „Von der Rezeptplanung über den Kochvorgang bis hin zur Speisenausgabe – ich muss alles im Blick haben“, sagt die kulinarische Leiterin. Ist etwa Regen für die kommende Woche vorhergesagt, weiß sie: Es kommen weniger Gäste als sonst, denn die Wege über das Werk sind lang. Vieles also, das es zu bedenken gibt. Unterstützung bekommt sie von einem 24 Köpfe starken Team, zu dem auch vier Köche gehören. Und für die beginnt der Tag bereits morgens um 4.30 Uhr.

„Kleinstmenge an Suppe? Bei uns: 20 Liter“ 

Annette Klüser-Berg, gastronomische Leiterin des Vaillant-Betriebsrestaurants

„Die Früh- und Spätschicht aus dem Werk kann sich ab sechs Uhr mit einem warmen Frühstück eindecken. Danach beginnen die Vorbereitungen fürs Mittagessen“, erklärt Klüser-Berg. In einer Woche werden im „Johann’s“ rund 80 Kilo Kartoffeln, 50 Kilo Pommes und Nudeln sowie 30 Kilo Reis in täglich fünf unterschiedliche Gerichte verwandelt. Hinzu kommen jede Menge Frischgemüse und Fleisch aus der Region. „Wir versuchen, unseren ökologischen Fußabdruck so klein wie möglich zu halten“, sagt Marvin D’Agostino, der für Aramark den Betrieb des Vaillant-Betriebsrestaurants leitet.

Eine Müll-KI hilft der Küche bei der Kalkulation

Dabei hilft auch die Technik. Mithilfe einer „Müll-KI“ – einer smarten Kamera über dem Container – trackt das Team, wie viel von welchem Lebensmittel weggeworfen wird. Das helfe bei der Kalkulation, berichtet D’Agostino: „Damit haben wir es geschafft, die Lebensmittelabfälle auf neun Gramm pro Gast zu reduzieren.“ 

Neben den Mittags-Lieblingen wie Burger oder Eintopf landen immer wieder bergische Gerichte auf der Karte: Von Pferdewurst bis „Schlabberkappes“ (weich gekochtem Weißkohl) waren schon viele Spezialitäten dabei. Ohnehin schätzt das Küchenteam die Vielfalt – bei Rezepten und Gästen. „Für uns ist es selbstverständlich, Geflügelalternativen zum Schweinefleisch anzubieten“, sagt Klüser-Berg.

Und auch für ausgefallene Ideen bleibt Platz. „Wir können uns kulinarisch austoben: Im Sommer grillen wir, im Winter veranstalten wir unseren eigenen Weihnachtsmarkt mit Crêpes“, sagt D’Agostino. „Wir machen eben einiges anders, als man es von klassischen Betriebskantinen kennt.“

Mittagstief: Das hilft, wenn die Energie mittags weg ist

Das Mittagstief ist ganz natürlich. Die meisten Menschen sind nach der Eholung der Nacht am Vormittag besonders aufnahmefähig und fit, gegen Mittag sinkt das Energielevel wieder ab. Wie gut wir über den Tag hinweg performen, hat aber auch etwas mit den Lichtverhältnissen und unseren Essgewohnheiten zu tun. Ernährungswissenschaftlerin Silke Restemeyer von der Deutschen Gesellschaft für Ernährung erklärt, warum.

Um dem Körper die benötigte Energie zu liefern, bieten sich Vollkornprodukte und proteinreiche Gerichte an. Die halten den Blutzuckerspiegel konstanter. Fast Food oder Süßigkeiten pushen nur kurz und lassen uns dann wieder in ein richtiges Loch fallen. Außerdem bieten sich kleinere Portionen an, damit nicht zu viel Energie in die Verdauung fließt.

In der Pause bewegen oder einen kurzen Powernap machen, kann helfen. Dabei am besten nicht länger als 20 Minuten schlafen, bei der Bewegung ist mehr immer besser. Es dürfen aber auch nur ein kleiner Spaziergang oder ein paar Lockerungsübungen sein.

Nadine Keuthen
aktiv-Redakteurin

Nadine Keuthen stürzt sich bei aktiv gerne auf Themen aus der Welt der Wissenschaft und Forschung. Die Begeisterung dafür haben ihr Masterstudium Technik- und Innovationskommunikation und ihre Zeit beim Kinderradio geweckt. Zuvor wurde sie an der Hochschule Macromedia als Journalistin ausgebildet und arbeitete im Lokalfunk und in der Sportberichterstattung. Sobald die Sonne scheint, ist Nadine mit dem Camper unterwegs und schnürt die Wanderschuhe. 

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