Das Wichtigste auf einen Blick

  • Bayerns Metall- und Elektro-Industrie bleibt in der Krise. Die Produktion lag Anfang 2026 gut 4 Prozent unter Vorjahr.
  • Seit Januar 2024 gingen fast 30.000 Jobs verloren. Aktuell arbeiten noch rund 845.000 Menschen in der Branche.
  • Besonders hart trifft es Auto-Industrie und Maschinenbau. Die bayerischen Metall- und Elektro-Arbeitgeber fordern Reformen und niedrigere Arbeitskosten.

Wenn es im Ausland nicht rundläuft, hat das auch deutliche Auswirkungen auf die bayerische Metall- und Elektro-Industrie. Denn die Unternehmen machen etwa zwei Drittel ihrer Geschäfte in Auslandsmärkten. Das zeigte einmal mehr der Beginn des Iran-Kriegs Anfang März. Er stoppte die vorsichtige Stabilisierung der bayerischen M+E-Industrie, die sich im Herbst und Winter 2025 abzeichnete.

Gemeinsam mit den inländischen Strukturproblemen wirkt sich das auf die Produktion aus: Sie lag im ersten Quartal 2026 um gut 4 Prozent unter dem Vorjahreswert, verdeutlicht der Konjunkturreport der bayerischen M+E-Arbeitgeberverbände bayme vbm.

Bayerns M+E-Industrie hat seit Anfang 2024 gut 30.000 Jobs verloren

Weniger Produktion bedeutet, dass in vielen M+E-Branchen Überkapazitäten herrschen. Die Folge: Betriebe bauen Arbeitsplätze ab. Seit Januar 2024 gingen fast 30.000 Stellen verloren, auf aktuell rund 845.000 Beschäftigte.

„Die Krise hält so lange an, dass vielen Betrieben nur noch die Möglichkeit bleibt, Beschäftigte abzubauen, statt sie mit Kurzarbeitergeld zu halten“

Bertram Brossardt, Hauptgeschäftsführer der bayerischen Metall- und Elektro-Arbeitgeberverbände bayme vbm

Alarmierend sei, so Bertram Brossardt, Hauptgeschäftsführer von bayme vbm, dass die Kurzarbeit zurückgeht. „Da die Krise so lange anhält, bleibt vielen Betrieben nur noch die Möglichkeit, Beschäftigung abzubauen, statt sie mithilfe des Kurzarbeitergelds zu halten“, erklärt er. 

Denn Betriebe dürfen maximal 24 Monate Kurzarbeit nutzen. Dieser Zeitraum ist schon eine gesetzliche Sonderregel, die nur in außergewöhnlichen Krisen greift. Normalerweise sind zwölf Monate Kurzarbeit erlaubt.

Krise wirkt sich besonders stark aus in Kfz-Industrie und Maschinenbau

Blickt man auf die M+E-Branchen, zeigt sich, dass nicht alle in gleichem Maße von der Krise betroffen sind. Besonders schwierig ist die Lage in den beiden größten Wirtschaftszweigen. So sank in der Kfz-Industrie und im Maschinenbau der Output im ersten Quartal 2026 um rund 8 Prozent.

Ganz anders ist die Lage im sonstigen Fahrzeugbau: Er verzeichnete ein Plus von rund 10 Prozent. Zu der Sparte zählen Rüstungsgüter und der zivile Luftfahrzeugbau. Doch die hohe Nachfrage gleicht das Minus in den anderen Branchen nicht aus.

Aus Sicht von bayme vbm sind einerseits politische Reformen nötig, aber auch gemeinsame Kraftanstrengungen von Arbeitgebern und Gewerkschaften, um die hohen Arbeitskosten zu senken und so die Wettbewerbsfähigkeit zu stärken.

Alix Sauer
Leiterin aktiv-Redaktion Bayern

Alix Sauer hat als Leiterin der aktiv-Redaktion München ihr Ohr an den Herausforderungen der bayerischen Wirtschaft, insbesondere der Metall- und Elektro-Industrie. Die Politologin und Kommunikationsmanagerin volontierte bei der Zeitungsgruppe Münsterland. Auf Agenturseite unterstützte sie Unternehmenskunden bei Publikationen für Energie-, Technologie- und Mitarbeiterthemen, bevor sie zu aktiv wechselte. Beim Kochen und Gärtnern schöpft sie privat Energie.

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