BASF Grenzach: Aus dem Firmengelände soll ein Industriepark werden
BASF will am Standort Grenzach gemeinsam mit anderen Unternehmen Synergieeffekte nutzen. Der Standort am Hochrhein punktet mit freien Flächen, vorhandener Infrastruktur und einem „Plug and play“-Konzept.
Das Wichtigste auf einen Blick:
- Ansiedlungsmanager Sebastian Reidick wirbt bei Unternehmen und Wirtschaftsförderern für den Standort.
- Zum Angebot gehören unter anderem Energieversorgung, Logistik, Analytik, Werkfeuerwehr und werksärztlicher Dienst.
- BASF produziert in Grenzach UV-Filter für Kosmetik und Sonnenschutz und ist dafür globales Kompetenzzentrum.
Wenn Sebastian Reidick auf dem Dach des Verwaltungsgebäudes steht, verwandelt sich für ihn der Blick über BASF in Grenzach in eine Landkarte voller Möglichkeiten. Unter ihm breitet sich ein Werksgelände aus, so groß wie 45 Fußballfelder. Ein Drittel davon ist ungenutzt. Für Reidick ist das kein Leerraum, sondern Zukunft. „Unser Ziel ist es, ein Industriepark zu werden“, so der 40-Jährige, der als Ansiedlungsmanager neue Firmen ins Werk holen will.
„Das Projekt hat höchste Priorität“
Die Ausgangslage ist herausfordernd: Deutschlands Industrie steckt im Umbruch. Gleichzeitig sieht BASF gute Chancen, Unternehmen für den Standort Grenzach zu gewinnen, der mit einer etablierten Infrastruktur und professionellen Site Services überzeugende Rahmenbedingungen bietet. Standortleiter Steffen Springmann betont: „Gemeinsam mit anderen Unternehmen können wir Synergien nutzen – davon profitieren unsere Produktion und die Ansiedler.“
Für Reidick hat das Projekt höchste Priorität. Er ist in der Region aufgewachsen, begann vor über zehn Jahren bei BASF als Sanitäter, studierte nebenbei BWL und arbeitet heute als Operational Excellence Manager. Der Vater dreier Kinder kümmert sich darum, Abläufe im Unternehmen effizienter, stabiler und sicherer zu machen.
Die Idee: Infrastruktur gemeinsam nutzen
Beim Rundgang mit aktiv zeigt sich, was andere Firmen gewinnen können, wenn sie sich hier ansiedeln: Von der Zugangskontrolle an der Pforte bis zum Klärwerk ist alles vorhanden, auch Logistik, Analytik und eine Kantine. Reidick öffnet die Tür zu einer Treppe, die in die Tiefe führt: in einen unterirdischen Energieleit-Tunnel. Er versorgt das ganze Gelände mit Wasser, Dampf, Druckluft, Elektrizität und Stickstoff. Ein riesiges Netz aus Leitungen und Rohren zieht sich durch den Untergrund.
„Von den Synergien profitieren unsere Produktion und die Ansiedler“
Steffen Springmann, Standortleiter
Ansiedler können ihre Produktionshalle auf einer ebenen Freifläche bauen und werden direkt an Energien und Betriebsmittel angeschlossen. Das „Plug and play“-Konzept ist für potenzielle neue Partner ein echter Zeitgewinn. Und wenn mal ein Ventil ausfällt, ist das kein Problem: Ein riesiges Ersatzteillager mit Werkstatt gehört ebenfalls zum Standort. Es sichert die Produktion rund um die Uhr gegen Ausfälle aller Art ab.
Auch eine Werkfeuerwehr mit sechs Fahrzeugen gehört dazu, und ein werkärztlicher Dienst samt Rettungswagen. Der Aufwand für die Sicherheit wirkt auf den ersten Blick erstaunlich. Doch die Fachleute von BASF vor Ort betreiben potenziell gefährliche chemische Reaktionen. Daher gelten strenge Sicherheitsvorgaben. Und für den Notfall müssen Fachleute, Fahrzeuge und Technik schnell zur Stelle sein.
Hier produziert BASF UV-Filter für Kosmetik
Warum der Standort überhaupt so groß ausgelegt ist, erklärt seine Geschichte: 1898 gegründet, wurden über die Jahrzehnte verschiedene chemische Produkte hergestellt. Einige Produktionssparten wurden abgebaut, und als BASF 2009 den Standort erwarb, konzentrierte sie sich in Grenzach auf die Entwicklung und Produktion von UV-Filtern für Kosmetika und Sonnenschutz. Heute betreibt BASF ihr globales Kompetenzzentrum für diese Produkte, mit einzigartiger Expertise.
Gleich nebenan ist der Wirtschaftsraum Basel
Reidick zeigt zum Rhein, der direkt am Werksgelände vorbeifließt. „Gleich auf der anderen Seite ist Basel, und wir sind in dem Wirtschaftsraum im Dreiländereck eng vernetzt“, sagt er. Das gemeinsame Cluster für Chemie und Pharma sei in vielen Punkten ein Vorteil. „Wer großzügige Industrieflächen, professionelle Infrastruktur und Site Services sucht, kann sich bei BASF Grenzach ins ,gemachte Nest‘ niederlassen“, sagt Reidick. „Am Standort soll durch Ansiedlungen Dynamik entstehen – damit wir durch Synergien gemeinsam wachsen.“
Reidick arbeitet mit der Gemeinde zusammen
Dafür ist Reidick täglich im Einsatz – er arbeitet eng mit der Gemeinde Grenzach-Wyhlen zusammen. Wirtschaftsförderin Silke d’Aubert betont, „dass Unternehmen, die am Life-Science-Cluster Basel Interesse haben, bei uns in Grenzach willkommen sind“. Reidick spricht zum Beispiel auch bei der Wirtschaftsförderung Basel vor, wendet sich gezielt an Unternehmen und koordiniert die verschiedensten Marketing-Maßnahmen.
„Wir müssen als Industriepark sichtbar werden“, sagt er. „Das ist für uns ungewohnt, da wir bisher als Produktionsstandort nicht die große Aufmerksamkeit gesucht haben.“ Daher ist die Aufgabe für Reidick aber auch genau das Richtige: „Ich liebe es, neue Herausforderungen anzugehen.“
Starker Wirtschaftsstandort
Die Gemeinde Grenzach-Wyhlen liegt im Dreiländereck Deutschland, Schweiz und Frankreich und gehört zur Wirtschaftsregion Basel. Direkt am Rhein gelegen, ist die südlichste Gemeinde Deutschlands ein starker Wirtschaftsstandort mit Weltunternehmen wie BASF, Roche, Bayer, DSM und Pentol. Schon seit dem Jahr 1896 werden hier Produkte aus Chemie und Pharma entwickelt und produziert.
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