Das Wichtigste auf einen Blick:
- Beim Ausbildungsforum erfuhren Führungskräfte: Wertschätzung ist jungen Talenten besonders wichtig.
- Viele neue Berufsbilder sind im Bereich Cybersecurity entstanden.
- Bei der Suche nach Mitarbeitern über soziale Medien kommt es auf die richtige Strategie an.
Wie sieht die Zukunft der Ausbildung aus? Was können, ja müssen sogar die Unternehmen besser machen, um junge Talente zu gewinnen und langfristig an sich zu binden? Diesen Fragen widmeten sich knapp 70 Fach- und Führungskräfte beim Ausbildungsforum 2025, das im zurückliegenden Dezember in Frankfurt im Haus der Wirtschaft Hessen stattfand.
Entscheidend für die Wettbewerbsfähigkeit
„Die Sicherung von Fachkräften ist nicht nur eine wirtschaftliche Notwendigkeit, sondern ein entscheidender Faktor für die Wettbewerbsfähigkeit Hessens“, betonte Dirk Pollert, Hauptgeschäftsführer des Arbeitgeberverbands Hessenmetall.
Orientierung vermitteln, um junge Menschen zu erreichen
Mit welchen Erwartungen junge Menschen an eine Ausbildung herangehen, erläuterte Philip Herzer, Referent Fachkräftesicherung vom Institut der deutschen Wirtschaft und dem Kompetenzzentrum Fachkräftesicherung (KOFA). Ihnen seien Flexibilität, Entwicklungsperspektiven und eine Kultur der Wertschätzung wichtig: „Wer das ernst nimmt, gewinnt die Fachkräfte von morgen.“ Wie das in der Praxis geht, zeigten Experten aus Unternehmen, darunter Jens Lambrecht, Niederlassungsleiter Wiesbaden des IT-Security-Spezialisten SCALTEL: „Junge Menschen lassen sich erreichen, wenn wir ihnen Orientierung, Relevanz und ein klares Bild unserer Ausbildungswelt vermitteln.“ Gerade die IT habe sich in den letzten vier Jahren enorm weiterentwickelt, insbesondere im Bereich Cybersecurity seien neue Berufsbilder rasant entstanden.
Sinnhaftigkeit der Aufgaben näherbringen
Lambrecht: „Für mich ist es essenziell, direkt in die Schulen zu gehen, Schüler zu begeistern und ihnen die Sinnhaftigkeit unserer Aufgaben näherzubringen.“
Stefanie Vogel, Personalerin bei sera in Immenhausen, erklärte, wie gezielte Maßnahmen aussehen, um ein Unternehmen als attraktiven Arbeitgeber in den Köpfen zu verankern. Bei dem Spezialisten für Dosiertechnik gestalten die Azubis diese aktiv mit, ob auf Social Media, bei Messen oder in eigenen Projekten.
Vogel: „Employer Branding beginnt bei uns nicht in der Marketingabteilung, sondern in der Ausbildung, denn Authentizität, Partizipation und frühe Verantwortung sind für uns die Schlüssel, um junge Talente nachhaltig zu gewinnen und zu binden.“
Mit guten Inhalten bei der Zielgruppe Emotionen auslösen
Kai Lukas Große, Referent digitale Bildung bei der K+S AG in Kassel, gab Einblicke in die Rolle digitaler Lernwelten: „Sie sind kein Zusatzangebot, sondern ein zentraler strategischer Hebel, um Mitarbeitende zu gewinnen, zu binden und kontinuierlich weiterzuentwickeln.“ Wie soziale Medien neue Wege eröffnen, zeigte sich im Workshop mit Felix Coy von der Agentur Digital Trendteam Market: „Mitarbeiter digital zu gewinnen, bedeutet nicht, wahllos Inhalte zu posten, sondern dort sichtbar zu werden, wo deine Zielgruppe täglich unterwegs ist – mit Inhalten, die Emotionen auslösen.“
Entscheidend sei, regelmäßig ins Sichtfeld der richtigen Menschen zu kommen. Coy: „Am Ende gewinnt nicht der, der am meisten postet, sondern der, der einen verlässlichen Prozess hat und damit immer wieder in den Köpfen der Menschen landet.“
Das ist der M+E-InfoTruck
Ausgestattet mit einer CNC-Fräsmaschine, mit einem kollaborativ arbeitenden Roboter (Cobot) und vielen weiteren Experimentierstationen und Multimedia-Anwendungen: Das sind die M+E-InfoTrucks, die Schülerinnen und Schülern praktische Einblicke in die Arbeitswelt der Metall- und Elektro-Industrie ermöglichen. Die Trucks, bundesweit unterwegs an Schulen im Auftrag des Arbeitgeberverbands Gesamtmetall, laden auf zwei Ebenen und knapp 80 Quadratern zum Ausprobieren ein. Zudem gibt es auf Tablets elektronisch aufbereitete Informationen zu den vielfältigen Metall- und Elektroberufen. Im Truck erfahren die Jugendlichen auch, wo es freie Praktikums- und Ausbildungsplätze gibt. Für Schulen ist der Einsatz des Trucks kostenfrei. Ein erfahrenes Team unterstützt sie bei der Organisation.

Maja Becker-Mohr ist für aktiv in den Unternehmen der hessischen Metall-, Elektro- und IT-Industrie sowie der papier- und kunststoffverarbeitenden Industrie unterwegs. Die Diplom-Meteorologin entdeckte ihr Herz für Wirtschaftsthemen als Redakteurin bei den VDI-Nachrichten in Düsseldorf, was sich bei ihr als Kommunikationschefin beim Arbeitgeberverband Hessenchemie noch vertiefte. In der Freizeit streift sie am liebsten durch Wald, Feld und Flur.
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