Das Wichtigste auf einen Blick:

  • Am 8. März geht zum Saisonstart der Formel 1 in Australien erstmals ein Formel-1-Team von Audi an den Start.
  • In diesem Jahr gilt in der Königsklasse des Motorsports ein neues Reglement. So steuert ein E-Antrieb nun fast die Hälfte der gesamten Motorleistung des Hybridautos bei.
  • Der Antriebstrang wurde am bayerischen Standort Neuburg an der Donau entwickelt und gefertigt.

Es wird ein historischer Moment: In ein paar Tagen startet erstmals ein Audi in der Formel 1, der Königsklasse des internationalen Motorsports. Nach Erfolgen beim 24-Stunden-Rennen von Le Mans, in der Rallye-Weltmeisterschaft und in der DTM drängt der bayerische Hersteller mit den vier Ringen mit einem eigenen Werksteam nun ins Rampenlicht der ganz großen internationalen Motorsport-Bühne.

„Wir sind startklar und freuen uns darauf, mit unserem Auftritt in der Formel 1 Menschen auf der ganzen Welt zu begeistern“

Audi-Chef Gernot Döllner

„Für Audi ist der Einstieg in die Formel 1 ein wichtiger Schritt unserer Neuaufstellung“, sagt Audi-Chef Gernot Döllner, der zugleich Vorsitzender des Verwaltungsrats der Audi Motorsport AG ist. „Wir sind startklar und freuen uns, mit unserem Auftritt in der Formel 1 Menschen auf der ganzen Welt zu begeistern.“

Die Antriebseinheit wurde in Neuburg entwickelt

Los geht’s am 8. März in Melbourne in Australien. Mit an Bord des neuen Audi wird eine Antriebseinheit sein, die im bayerischen Neuburg an der Donau entwickelt und gefertigt worden ist. Der Standort ist der einzige operative Standort eines Teams in Deutschland, er wurde umfassend modernisiert und erweitert. Ein neues Gebäude mit rund 3.000 Quadratmeter Grundfläche vergrößert das Prüffeld und beherbergt spezialisierte Werkstätten und Labore.

Für die Formel 1 gilt 2026 ein weitgehend neues technisches Reglement. Vieles mussten die Teams neu entwickeln – ein idealer Zeitpunkt also für einen Neueinsteiger. So wird nun etwa der E-Motor des Hybrid-Antriebs mit bis zu 350 kW fast annähernd so viel Leistung haben wie der rund 400 kW starke 1,6-Liter-V6-Turbomotor.

Die Geschichte der Formel 1

Die ersten organisierte Auto-Rennen gab es Ende des 19. Jahrhunderts. Meist fanden sie auf öffentlichen Straßen statt und führten von Stadt zu Stadt. Der Grand Prix von Italien 1922 in Monza gilt als das erste Rennen auf einer eigens angelegten Rennstrecke. Im gleichen Jahr wurde eine Kommission gründet, die technische Standards für solche Rennen festlegte – die Commission Sportive Internationale (CSI). Ihre Vorgaben wurden schließlich zur Basis für die Formel 1. Zur ersten Saison der Formel 1 kam es dann erst nach dem Zweiten Weltkrieg im Jahr 1950. Die Ergebnisse von sieben großen Grand Prix wurden erstmals mit einem einheitlichen Bewertungssystem zusammengefasst. Das erste Rennen fand am 13. Mai 150 im englischen Silverstone statt. Den ersten Weltmeistertitel sicherte sich der Italiener Giuseppe Farina im Alfa Romeo.

Das Reglement sieht zudem vor, dass die speziell für die Formel 1 entwickelten klimaneutralen Kraftstoffe ohne Veränderungen auch in Serienfahrzeugen zum Einsatz kommen könnten – ein Forschungsfeld mit hoher Relevanz, da die Kombination von Antriebsarten auch bis ins kommende Jahrzehnt eine wichtige Rolle spielen wird. Darüber hinaus sind die Erkenntnisse in der Entwicklung elektrifizierter Komponenten von Bedeutung für die Mobilität der Zukunft.

Ab 2030 will Audi um den Weltmeistertitel kämpfen

Hinterm Lenkrad der Audis sitzen beim Start übrigens der deutsche Nico Hülkenberg und Gabriel Bortoleto aus Brasilien. Ihre Aufgabe wird es sein, möglichst gut mitzuhalten. 2030, so das offizielle Ziel von Audi, will man in der Lage sein, um Weltmeistertitel mitzukämpfen.

Michael Stark
aktiv-Redakteur

Michael Stark schreibt aus der Münchner aktiv-Redaktion vor allem über Betriebe und Themen der bayerischen Metall- und Elektro-Industrie. Darüber hinaus beschäftigt sich der Volkswirt immer wieder mit wirtschafts- und sozialpolitischen Fragen. Das journalistische Handwerk lernte der gebürtige Hesse als Volontär bei der Mediengruppe Münchner Merkur/tz. An Wochenenden trifft man den Wahl-Landshuter regelmäßig im Eisstadion.

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