Technisch, spannend, zukunftsgerichtet – das ist der Ausbildungsberuf von Lena Zöllner (19). Mikrotechnologin will die junge Frau werden und arbeitet seit knapp einem Jahr für Siemens in Erlangen. Dort hantiert sie unter anderem im Reinraum, verbaut dabei Halbleiter und bedient Maschinen, die beispielsweise Frequenzumrichter produzieren.

Diese Module steuern später einmal Drehzahl und Drehmoment von Elektromotoren, die auch im Zuge der Energiewende immer wichtiger werden. Frequenzumrichter sorgen dafür, dass die Motoren effizient und damit ressourcenschonend betrieben werden können.

Einen Großteil ihrer Zeit ist Zöllner derzeit allerdings noch in Regensburg. Dort lernt sie all das und noch viel mehr im Schulungsreinraum der Siemens Professional Education. „Nach Realschule, FOS und mehreren Praktika war mir klar, dass ich nicht im Büro arbeiten möchte“, sagt sie. Es sollte etwas Technisches sein, gerne bei einem großen Technologiekonzern wie Siemens.

Als die junge Frau die Beschreibung zur Ausbildung als Mikrotechnologin sah, stand für sie fest: „Das passt perfekt zu mir!“ Was Zöllner an ihrem Ausbildungsberuf so liebt, ist die Vielseitigkeit. Denn zum Wissen über Mikrotechnologie und Elektrotechnik kommt eine große Portion Chemie. Mikrotechnologen müssen unter anderem verstehen, wie sich verschiedene Materialien unter bestimmten Bedingungen verhalten.

Neben Elektrotechnik ist auch Chemie ein Baustein der Ausbildung

„Chemie macht mir in der Ausbildung richtig Spaß“, erzählt Zöllner. „Es ist spannend zu sehen, wie etwa Säuren reagieren – und ich mag es, wenn es irgendwo dampft oder zischt“, sagt die Auszubildende. Aber auch Elektrotechnik sei viel interessanter als gedacht.

In den Maschinen, die Zöllner einstellt, ausrüstet und überwacht, werden Leiterplatten mit Halbleitern und anderen elektrotechnischen Komponenten bestückt, verlötet und verklebt. Im Reinraum gibt es strenge Vorschriften: Handschuhe, Kittel und spezielle Reinraumschuhe gehören zur Grundausstattung. Dazu kommen Haarnetz und Mundschutz.

„Größerer offener Schmuck ist tabu“, berichtet Zöllner. Auch mit Schminke müsse man vorsichtig sein. Nichts soll die Umgebung verunreinigen. „Am Anfang war das schon etwas gewöhnungsbedürftig“, sagt sie. „Aber man gewöhnt sich schnell daran.“

Michael Stark
aktiv-Redakteur

Michael Stark schreibt aus der Münchner aktiv-Redaktion vor allem über Betriebe und Themen der bayerischen Metall- und Elektro-Industrie. Darüber hinaus beschäftigt sich der Volkswirt immer wieder mit wirtschafts- und sozialpolitischen Fragen. Das journalistische Handwerk lernte der gebürtige Hesse als Volontär bei der Mediengruppe Münchner Merkur/tz. An Wochenenden trifft man den Wahl-Landshuter regelmäßig im Eisstadion.

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