Wie schnell wird der Anbau für eine Betriebserweiterung genehmigt? Wie hoch ist die Steuerlast? Finden Beschäftigte einen Kita-Platz für ihre Kinder? Ist das Unternehmen für Kunden gut erreichbar? Gibt es attraktiven Wohnraum? Ist die Energieversorgung verlässlich und bezahlbar? Wie kommt die kommunale Wärmeplanung voran? Fragen wie diese sind wesentlich für das (Arbeits-)Leben. Und die Antworten sind mitentscheidend dafür, wie erfolgreich die heimische Wirtschaft sein kann.

Eine Schlüsselrolle kommt dabei den Kommunen zu: Sie können viele positive Weichenstellungen vornehmen – eine angemessene Finanzausstattung durch Bund und Land vorausgesetzt.

Der Märkische Arbeitgeberverband (MAV) hat bei der Institut der deutschen Wirtschaft Köln Consult eine Kommunalstudie beauftragt. In ihr finden sich Belege, was Kommunen im Sinne der heimischen Wirtschaft bewegen. Einige Beispiele aus unserer Region:

Breitbandversorgung

Die Breitbandversorgung ist in den vergangenen Jahren beispielsweise in Hagen aus Sicht der Unternehmen hervorragend gelungen, liegt deutlich über dem Durchschnitt anderer kreisfreier Städte. Sehr gut ist die Versorgung auch in Balve, Werdohl und Plettenberg. Im Ennepe-Ruhr-Kreis ist die digitale Grundversorgung in vielen Haushalten nahezu flächendeckend gegeben, sodass gute Voraussetzungen etwa für Homeoffice bestehen. Am besten präsentiert sich die Stadt Wetter. Auch in Hagen, Werdohl und Hemer besteht darüber hinaus eine fast flächendeckende digitale Grundversorgung.

Gewerbesteuer

Die Höhe der Gewerbesteuer ist ebenfalls wichtig für die Attraktivität eines Wirtschaftsstandorts – etwa, wenn es um den Aus- und Neubau von Betrieben geht. Menden hat den Gewerbesteuerhebesatz deutlich gesenkt und ist nun führend im Märkischen Kreis.

Beschäftigungschancen

Frauen und über 55-Jährige sind in Balve vergleichsweise oft in Beschäftigung. Offensichtlich stimmen hier die Rahmenbedingungen dafür. Zuwächse gibt es auch in Hagen.

Wohnraum

Die Fertigstellung von Wohnraum hat sich in Balve und Neuenrade in den vergangenen Jahren stark positiv entwickelt. Fachkräfte finden hier ausreichend Wohneigentum vor.

Schulen

Die Ausstattung der Schulen entscheidet nicht zuletzt mit darüber, wie gut jungen Menschen der Übergang ins Berufsleben gelingt – ein angesichts des Fachkräftemangels auch für die Betriebe bedeutsamer Punkt.

Ein gutes Beispiel für zeitgemäße technische Ausstattung ist die Industrie-4.0-Anlage des Hönne-Berufskollegs in Menden. Der MAV setzt sich gerade in Kooperation mit den technischen Berufskollegs in Menden und Hagen für eine erfolgreiche Besetzung von Langzeit-Praktikumsplätzen in der Industrie ein.

Klar ist, so der stellvertretende MAV-Vorsitzende Fabian Schmidt: „Kommunalpolitik ist ganz unmittelbare Standortpolitik. Und eine starke Wirtschaft ist eine zentrale Voraussetzung für lebenswerte Städte und Gemeinden.“ Wie gut es auf diesem Weg vorangeht – darüber kann jeder von uns bei der Kommunalwahl 2025 mitentscheiden.

Weitere Informationen: https://ao5.de/2hb

Stephan Hochrebe
aktiv-Redakteur

Nach seiner Redakteursausbildung absolvierte Stephan Hochrebe das BWL-Studium an der Universität zu Köln. Zu aktiv kam er nach Stationen bei der Funke-Mediengruppe im Ruhrgebiet und Rundfunkstationen im Rheinland. Seine Themenschwerpunkte sind Industrie und Standort – und gern auch alles andere, was unser Land am Laufen hält. Davon, wie es aussieht, überzeugt er sich gern vor Ort – nicht zuletzt bei seiner Leidenschaft: dem Wandern.

Alle Beiträge des Autors